10 Jahre Ostmusik.de

 

- eine Bilanz mit persönlichen Gedanken -

     

  Wann ich genau diese Webseite in ganz kleiner Form, ohne einem richtigen Domainnamen begann, weiss ich nicht mehr - aber es ist etwa 10 Jahre her.

Ich erschuf diese Seite in der Anfangsphase für mich allein, wollte meinen Frust über die Ignoranz der Medien gegenüber unserer Ost Kultur einfach umsetzen. Ich erinnere mich noch, dass die ersten Beiträge fast ausschließlich der ungarischen Szene vorbehalten war, welche mir noch heute sehr wichtig ist. Irgendwie fanden dann wirklich Besucher auf die Seite, freuten sich aus vergangener Zeit zu lesen und spornten mich an, damit einfach weiterzumachen und die Vielfalt auszubauen.

Mit den Jahren wurde die HP fast zu einem Selbstläufer. Viele Ergänzungen, Ideen und Anregungen kamen von den Usern und motivierten mich in meinem Tun.

     
Es machte ganz einfach Spaß und Laune täglich mehrere Stunden an der HP zu basteln, wobei mir bis zum heutigen Tag immer wichtig war, meine ganz persönlichen Eindrücke und Gedanken einzubringen, welche ich später mit den täglichen Dingen, die mich umgaben, verknüpfte. Es war und ist mir wichtig auf meiner Plattform Ostmusik.de auch andere Themen anzusprechen, wie meine Gedanken zu Politik, Sozialem und Willkür in diesem Land. Das stieß dann auf geteilte Meinungen, ein Teil lehnte diese Form der Artikulation ab, andere fanden es sehr gut die Themen miteinander zu verbinden, was mir vor allem in Mails mitgeteilt wurde.

Auf Konzerten lernte ich dann ganz viele HP Besucher persönlich kennen. Ich denke da an jede Begegnung gern zurück, an den Austausch von Gedanken und Meinungen, an die gemeinsame Pflege unserer miteinander verbundenen Kultur. Wichtig war mir in diesem Zusammenhang auch die Reaktion von Musikern selbst zur Seite - auch hier entstanden viele Kontakte die bis heute mehr oder weniger gepflegt werden.

Nicht nur zu meiner Freude registrierte ich auch ab dem Jahr 2000 das es im Bereich der Ostmusik auf den Bühnen und in den Studios wieder richtig zur Sache ging. Und das ist gut so - denn UNSERE Musik lebt, und das auch durch uns, den Konzertbesuchern und Fan - Clubs und all den unbekannten Mitstreitern für die Sache.

Die Fülle an Informationen zum Thema, welche mir immer kompakter für die HP zugestellt wurden, ließen mir mit der Zeit die Luft knapp werden. Es machte nach wie vor Spaß und es war mir ein Bedürfnis die Seiten weiter auszubauen, doch es waren die Grenzen der Umsetzungskapazität gesetzt. Noch heute habe ich hier Unmengen an Material zur Ostmusik, welches noch nicht online ist.

An dieser Stelle möchte ich wiederholt von ganzem Herzen allen Aktiven Mitmachern an der Seite danken. Ohne sie wäre die Breite und Fülle an Informationen undenkbar.

Im November 2005 hatte ich dann meine erste Radiosendung bei Rockradio.de. Monate zuvor hatte Klaus von Rockradio.de deshalb mit mir Kontakt aufgenommen und erst nach langer Überlegung und Zaudern sagte ich zu. Alle 4 Wochen mache ich nun eine Sendung, in den 2,5 Jahren spezifisch auf das Thema Ostmusik zugeschnitten ( später wurden dann die musikalischen Formen erweitert ), mit Musikern am Telefon und einer von mir gewollten Themen - Trendentwicklung über das Thema Musik hinaus. Denn mich bewegt viel - und es war mir ein Bedürfnis mich während der Sendungen zu artikulieren. Auch das stieß dann auf geteilte Meinungen, was völlig in Ordnung ist, doch ich wäre nicht ich, wenn ich es anders machen würde.

In dieser ganzen Zeit, mit den Einflüssen von Außen entwickelte ich mich weiter, so wie jeder andere auch. Durch die vielen neuen Kontakte, welche ich durch die HP bekam, begannen mich bisher völlig fremde Themen zu interessieren und teilhaben zu lassen. Ich bin ein Typ - und da bin ich stolz drauf - der alles bis zum Ende macht und zu dem steht was er tut. Wer die Seite verfolgt hat, die Gästebuch - und Forumseinträge, weiß, das es vor knapp einem dreiviertel Jahr zu extremen öffentlichen, zum größten Teil anonymen Anfeindungen kam, die mich fast an die Grenzen meiner physischen Belastbarkeit brachte. Das tat und tut noch heute sehr weh, weil ich es einfach nicht nachvollziehen kann.

Bis heute weiß ich nicht konkret warum es zu dieser Entwicklung kam, war es meine Sturheit für eine Sache einzustehen, die mir wichtig war und ist und mich auch noch dazu öffentlich zu artikulieren?

Ich war schon fast soweit die Seite ostmusik.de für immer zu schließen und die Radiosendungen einzustellen, denn ich hatte einfach die Lust und den Elan verloren.

Heute bin ich vielen Leuten dankbar, welche mir in dieser Zeit ohne viel Tamtam zur Seite standen, denen es um die Sache ging, die keinem Hörensagen erlegen waren, mir Mut machten und Zuversicht gaben und geben. Menschen die ich früher nicht kannte, die einfach da waren mit ihren Worten und ihrem Handeln als sie merkten das ich am Ende war.

... DANKE ...

Doch bei aller Zuversicht fühle ich mich in mancher Stunde sehr allein, zu viele Dinge stürzen auf einen ein, und nichts von alldem ist unwichtig und in dieser Gesellschaft kann schon schnell mal etwas ganz tief in einem sitzen, beeinflussen und runterziehen. Ja, und dann kann unsere Ostmusik helfen ...

Daher möchte ich sie nie missen - unsere Ostmusik - sie ist ein Teil meines Lebens aus den verschiedensten Gründen und gibt mir vor allem in schlechten Zeiten Kraft ...

Und deshalb wird Ostmusik.de  weitergehen - immer weitergehen - und sollte es mir nicht mehr möglich sein, aus was für Gründen auch immer, die HP zu erhalten und zu pflegen, wird es jemand anderes tun.