An die Töchter 

Thalheim

 ( Komm, süßer Tod! - Bachwerk-Verzeichnis 478, 1736 )

Lyrik

Komp.:  Johann Sebastian Bach (1736) / Carl Orff / Neufassg.: Jean Pacalet

Text: Valentin Ernst Löscher (1724) / Neufassung: Barbara Thalheim / Michael Wüstefeld

 

Ach Töchter wollt ihr mich das wirklich fragen
was Liebe ist, die echte wahr und groß
Ich sah euch mondgleich manche Sonne jagen
gab Trost, wenn ihr verbrannt wart hüllenlos
 
Ach Töchter, wieso denkt ihr unbeirrt
die Liebe sein ein sichres Rettungsfloß
Ich hab mich in Affären oft gestürzt,
geglaubt geliebt wird wer mit jedem pennt.
Ein eitles Spiel das noch den Schatten kürzt.
 
Ach Töchter, hätt` ich bisschen mehr Talent
und liefe unser Film noch mal zurück,
vererbt ich euch das fünfte Element,
ein Augenpaar für jeden Augenblick.
Ein Knisterhaar das sich nicht spalten lässt,
ein Wertpapier für feuerfestes Glück.
Das Liebemachen macht kein Liebesnest
kein Land in dem gebratne Küsse fliegen,
nicht Wolke Neun, nicht himmlisch Manifest.
Nicht du bist mein, nicht ich will dir erliegen.
 
Ach Töchter, wollt ihr mich noch immer fragen
Die Liebe ist das einzige was zählt
in diesen unsren lieblos schnellen Tagen
Es gibt sie viertel oder halb zerquält
Nur selten ist sie ganz und ungeschoren
Ich wünsche sie euch groß und ungezählt.

Hinweis: Der hier aufgeführte Text entstammt keiner gedruckten Publikation, sondern wurden von den Originalaufnahmen abgehört. Für ihre hundertprozentige Richtigkeit kann deshalb keine Garantie übernommen werden.