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Auf die ihm so beliebte Abwechslung im Lieben |
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Horch |
Lyrik |
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Musik : Andreas Fabian |
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Text : Johann Christian Günther (1695-1723 |
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| Verflucht nicht, ihr Mädchen, mein flüchtiges Lieben! | ||
| Die Jugend, ihr wißt's wohl, hat Feuer und Mut; | ||
| Es kauft ja ein jeder am liebsten frisch Gut, | ||
| Drum laß ich mich niemals den Vorwurf betrüben, | ||
| Ich wäre von Flandern und striche herum; | ||
| Das tu ich und denke; Wer schiert sich was drum! | ||
| Wir sind doch nicht alle für eine geboren | ||
| Und haben nicht alle solch Fleisch und solch Bein, | ||
| Der ersten, der besten beständig zu sein. | ||
| Der Lobspruch der Treue verführt nur die Toren; | ||
| Was schadet's der Liebsten, die unser begehrt, | ||
| Wenn man gleich zuweilen den Nebenweg fährt? | ||
| Der Wechsel vergnüget die menschlichen Sinnen, | ||
| Dies lehrt uns der Umgang und auch die Natur; | ||
| Das Weltlicht verändert fast stündlich die Spur, | ||
| Und einerlei Farbe wird selten gewinnen; | ||
| Auch Zucker bringt Ekel durch steten Genuß, | ||
| Und Fleisch alle Tage nährt bloß den Verdruß. | ||
| Im Geigen entzückt uns ein künstliches Greifen, | ||
| Das vielerlei Stimmen und Takte vermengt; | ||
| Denn daß oft der Bogen die Quinte zersprengt, | ||
| Macht, weil die Finger so lange drauf schleifen; | ||
| Und daß auch der Ehstand die Liebe vergällt, | ||
| Macht, weil er die Freiheit im Kerker behält. | ||
| Bedenkt euch, ihr Mädchen, was wollt ihr viel sagen? | ||
| Ihr ändert ja jährlich Schmuck, Spitzen und Kleid; | ||
| Und wen ihr jetzt selber durch Kuppler gefreit, | ||
| Dem gebt ihr das Jawort im Korbe zu tragen; | ||
| Daß mancher den Proteus nur Fabelwerk nennt, | ||
| Macht, weil er die Farben der Schönheit nicht kennt. | ||
| Die Eifersucht haß ich noch ärger als Schlangen; | ||
| Und hätt' ich ein Mädchen von englischer Pracht, | ||
| Und würd' ich auch stündlich zum Schwager | ||
| Ich wollte sie wohl nicht gerichtlich belangen; | ||
| Ich spräche : Mein Engel, ach zürne nur nicht! | ||
| Dies sind ja die besten, wo jedermann bricht. | ||
| Nur kommt mir nicht etwa mit albernen Possen | ||
| Und rückt mir die starken Versprechungen vor! | ||
| Im Lieben hat wahrlich die Rache kein Ohr. | ||
| Ich schwöre verbindlich, bis daß ich's genossen; | ||
| Und bin ich dann fertig, so schwenk ich den Hut | ||
| Und gehe zur andern, die eben das tut. | ||
| Ich habe, das glaubt nur, ein ziemlich Gewissen, | ||
| Worein schon mein Scherzen manch Dutzend begräbt, | ||
| Die, wo ich auf Erden gewohnt und gelebt, | ||
| Mein zärtliches Leiden befriedigen müssen. | ||
| Kommt, artige Kinder, kommt häufig heran, | ||
| Dieweil ich noch manche beherbergen kann. | ||
| Mein Eigensinn legt sich auch hier auf das Wählen; | ||
| Versteht sich ein Mädchen auf Küssen und Scherz | ||
| Und hat sie kein geizig' noch mürrisches Herz, | ||
| So wird sie mein Abschlag wahrhaftig nicht quälen; | ||
| Ja, will sie es anfangs auch gleich nicht verstehn, | ||
| So tröst ich mich immer : Es wird schon noch gehn. | ||
| Bald locken mich schwarze, bald feurige Kohlen, | ||
| Bald ziehn mich die Blonden, bald reizt mich die Brust. | ||
| Die Tänzerin scheint mir geschickter zur Lust, | ||
| Ich weiß auch bei Lahmen mein Glücke zu holen. | ||
| Klug, töricht, frei, furchtsam, stark, lang oder klein, | ||
| Sie sein, wie sie wollen, ich finde mich drein. | ||
| Ich gönne ja jedem sein eigen Ergötzen, | ||
| Drum laßt mich zufrieden und gönnt es auch mir. | ||
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Denkt jemand zu lieben, der tu es noch hier, |
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| Eh Zeit und Verhängnis den Scheidebrief setzen. | ||
| Die Welt hat nichts Süßers als dies, was man liebt, | ||
| Drum leb ich und liebe, solang es was gibt. | ||
Hinweis: Der hier aufgeführte Text entstammt keiner gedruckten Publikation, sondern wurden von den Originalaufnahmen abgehört. Für ihre hundertprozentige Richtigkeit kann deshalb keine Garantie übernommen werden.