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Allein mit den
Titelzeilen der zehn Songs der Debüt – Scheibe des Berliner Hard Rock
Ensembles „Babylon“ könnte man eine kleine Geschichte schreiben, die
zugleich das thematische Spektrum auf den Punkt bringt.
Am „Freitagabend“
zünden wir „Dynamit“, um mit dem „Speed King“ bis zur „Geisterstunde“
das „Ha-Ja-Jo“ auf den Lippen, loszurocken.
Das ist sie also:
Die Sprache des Heavy Metal. Die Fans mussten lange auf diese Platte
warten. Und keiner wird sich mehr darüber freuen, als der langjährige
spirus rector des Unternehmens, der Gitarrist Dieter Wiesjahn.
Entgegen einer früheren Verlautbarung wurden mit Amiga offensichtlich
Kompromisse gemacht. Also keine Live – LP, sondern Studioaufnahmen und
wieder so eine Art „The Best of …“ .
Dennoch eine
zunächst für die Dramaturgie günstige Zusammenstellung: Auf der A –
Seite gibt es sämtlichst Titel von 1986, auf der B-Seite Produktionen,
die 1987 / 88 gemacht wurden.
Zwangsläufige
Soundbrüche werden so nicht extrem hörbar, wenngleich beide Seiten
einen recht unterschiedlichen Eindruck auf mich gemacht haben. In zwei
Jahren haben sich die stilistischen Auffassungen innerhalb der Band
gewandelt. Manch frühere Unentschlossenheit, die Babylon eher im Lager
der Hard Rocker denn Schwermetaller sah, scheint seit den 87er
Aufnahmen aufgehoben.
Heut spielt Babylon
konsequent Speed – und Heavy Metal, was die Dominanz der Gitarren und
die rasante Spieltechnik nur dick unterstreichen.
Diese Wandlung wird
natürlich beim Hören der Platte deutlich, bezogen auf die
unterschiedliche Klangqualität, die Abmischungen und auch das Niveau
der Texte, ihre Verständlichkeit.
Auf eine einfache
Formel gebracht heißt das für mich: Waren die Texte von 1986 (
vorwiegend von Detlef Volquardsen ) zwar akustisch verständlich, aber
in Sprache und Inhalt teilweise banal bis plakativ, so scheinen mir
die neueren Texte ( von Michael Sellin ) zwar inhaltsreicher und
anspruchsvoller, aber ich verstehe sie kaum. Das ist schade, weil ich
Probleme, die in einigen Titeln behandelt werden ( Tschernobyl /
Hinter Glas / Auf und ab ), wichtig auch für diesen Teil der Rockmusik
halte.
Es mag den
Abmischungen geschuldet zu sein, der allzu großen Verliebtheit in die
Gitarrensounds oder auch einer gewissen Geringschätzung der Funktion
und Wirkung von Texten !?
Vielleicht ist die nächste Babylon – LP dann doch eine Live – Platte,
denn bei allen hörbaren Bemühungen, bleibt mancher Song in der
unbefriedigenden 4 – Minuten – Zähmung stecken.
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