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Seitdem
Dieter Wiesjahn vor nunmehr schon acht Jahren die Berliner Rockband
BABYLON gründete, hat er mit ihr so manches Auf und Ab erlebt. Vier
Jahre Amateurstatus, was ja stets Doppelbelastung durch normalen Beruf
und Hobby bedeutet, ab 1979 dann Aufnahme in die Gilde der
Berufsbands, eingehend mit dem nun ungleich stärkeren Zwang,
erfolgreich zu sein, Unverwechselbares zu leisten, sich zu
profilieren.
Daraus
erwuchs 1981 die Notwendigkeit eines Musikerwechsels bei BABYLON, und
mit dem sicheren Gespür für die richtigen Leute holte sich
Bassgitarrist und Komponist Dieter Wiesjahn, Michael Hein (g),
Christian Weise (keyb), Detlef Volquardsen (voc) und Rainer Butschke (dr)
zusammen. Michael spielte z.B. bei „Metropol“, BABYLONS
Stimmungskanone Christian „Krille“ drückte einst bei „Regenbogen“ die
Tasten, Rainer trommelte bei „Jahrgang 49“, und der talentierte Sänger
Detlef wurde in Potsdam bei einer Kapelle namens „Erna Schmidt“
entdeckt. Das Team wird ergänzt durch den Organisator Lothar Heinrich
sowie die unentbehrlichen Techniker Gerald Hinneburg (Ton) und Lutz
Ewert (Licht).
BABYLON
durchlebt, so fühlt Dieter, gerade so was wie den zweiten Frühling,
wenn Titel wie „Dsigitische Legende“, „Gib Gas und komm“ oder „In der
S-Bahn“ die Hitparadenleitern erklettern. Dieter Wiesjahn ist durch
und durch ein Gefühlsmensch. Denn schenkt man ihm Glauben, lenkt ihn
bei allem, was er mit und für BABYLON tut, das Gefühl. Und tatsächlich
hat man bei Musik und Texten, bei Konzerten mit BABYLON den Eindruck,
hier kleiden Leute vor allem Gefühle in Noten und Worte, wollen
ausdrücken, ausleben, vermitteln, Widerhall spüren.
Dieters
Kompositionen sind melodische Rocktitel, zum heavy metal tendierend,
einprägsam, fast freundlich zu nennen. Wie schnell sie dadurch Zugang
finden beim Publikum, erlebte ich nachhaltig während der BABYLON
Konzerte in Ungarn anlässlich des diesjährigen „Kultursommers der
FDJ“. Durch den kommunikativen Gestus ihrer Musik kam eine
Verständigungsbarriere durch die fremde Sprache erst gar nicht auf,
zumal sich Sänger Detlef mitunter eifrig im Ungarischen übte.
Detlef
und Dieter schreiben gemeinsam die Texte. Aus der Not eines geeigneten
Autoren wurde die Tugend geboren, und die Texte stimmen einfach zur
Musik, zu den Musikern. In schlichten Worten wird Alltägliches
erzählt, vom unvermeidlichen Gedränge „In der S-Bahn“, vom
Miteinanderfeiern „Gib Gas und komm“ von „Evi“, einem Mädchen
zwischen Kind und Erwachsensein. Geht es um Probleme, wie das der
alten Frau Schrullig von nebenan, der die Musik ihres Nachbarn stets
zu laut ist, dann wird’s auf BABYLON – Weise behutsam,
freundlich-ironisch angefasst. BABYLON ist darauf aus, dass die
Zuhörer Spaß haben, Freude an der Musik, Lust am Nachsinnen.
Wann
BABYLONS Geheimwaffe – die Bassgitarre mit Strahlern – in der Show
eingesetzt wird, wann nicht, Dieter hat das ebenso im Gefühl wie die
richtige Lautstärke, sie ist ihnen wichtig, damit der Gesang stets gut
zu verstehen ist. Auch wie das Programm geschickt gebaut wird aus
internationalem und eigenem Repertoire gibt ihm sein Gefühl ein – so
wie vieles andere mehr. Sagt Dieter.
Ich
denke, da spielt bei allem eine gehörige Portion seiner Erfahrungen,
menschlicher wie musikalischer mit hinein, spielen auch Souveränität
und reichlich Verstand und Verständnis eine Rolle, summieren sich
Überzeugungen, Wissen, Wollen und viel Können des ganzen gut
funktionierenden und harmonisierenden Kollektivs BABYLON. |