| Früh
um fünf sind die Bürgersteige bürgerleer |
| nur
Hundehaufen neben gelbem Löwenzahn |
| In
Moabit, Neukölln, Kreuzberg und Marzahn |
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patrouilliert rudelweise das Rattenheer. |
| LKW`s
kopulieren mit Pflastersteinköpfen |
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Politessen schwärmen aus, die Bürger zu schröpfen. |
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| Ein
Notarzt wartet in der Mommsenstrasse |
| auf
die Droschke vom Bestattungshaus |
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Zehnmal umsonst holte ihn heut Nacht der Notruf raus |
| Die
Berliner stecken in einer Sterbephase |
| Ein
Hund bepinkelt die bahre , Welch ein Malheur |
| Es
ist 6 Uhr - il est 6 heures. |
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Berlin, Berlin du bist nicht Wien |
| bist
nicht Paris nicht Lissabon |
| Dann
wieder bist du allen gleich |
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spielst Großstadt als Chamäleon |
| mal
schwarz-rot-gold verschmiert |
| dann
wieder alliiert |
| mit
jedem Menschennest |
| egal
in welchem Weltenrest. |
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Friedlich rauschen Platanen im Blätterfrack |
| den
Weckruf zirpt ein Kastratenchor |
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Kameraspione überwachen den Komfort |
| auch
den Zobel vor der Tür im Humana-Kleidersack |
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Wildschweinwaschbären ziehen sich zurück |
| aus
Vorgärten in Wannsee, Zehlendorf und Köpenick. |
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| Der
Vertreter von der Kleeblatt-Glücks-Versicherung |
| fragt
seine Nachbarin Frau Milosewskaja: |
| "Geht
`s bald zurück nach Bosnien-Herzegowina? |
| Dafür
biet` ich ne Police zur Reiserückführung |
| und
sichren Schutz beim Abschiebeverhör." |
| Es
ist um 10 - il est 10 heures |
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Berlin, Berlin bist nicht Turin |
| Auch
nicht New York, nicht Helsinki |
| Dann
wieder bist du allen gleich |
| ein
Labyrinth in Agonie |
| dann
wieder alliiert |
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treibst du es schonungslos |
| mit
jedem Möchtegernegroß |
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Beamte tafelspitzen sich im Einstein rund |
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Präsidenten präsidieren im Brandenburger Tor |
| Ein
C4-Professor stürmt das Exelsior |
| Die
Parisbar bietet Steaks vom Schweinehund |
| Am
Cotti gibt` s um 12 zum Frühstück Methadon |
| Am
Kollwitzplatz gibt `s Bocki mit Schrippensilikon |
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| Im
Tunnelklo am Alex packt die Klofrau |
| mit
Appetit die dicken Blutwurststullen aus |
| Nur
in ihrem Radio geht noch die Sonne auf |
| Der
Koch im Kanzleramt blaut heute Kabeljau |
| die
Gräten sind fürs Heim, das ist Diplomatie |
| Es
ist 12 Uhr - it est midi |
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Berlin, Berlin du bist nicht Wien |
| nicht
Glücksburg und nicht GottesGrün |
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Berlin, Berlin bist nicht Turin |
| nicht
HimmelsSchloß nicht FriedensKühn |
| mal
bist du unerreicht |
| dann
wieder allen gleich |
| wie
jedes Menschennest |
| egal
in welchem Weltenrest. |
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| In
Mitte Arbeitsamt macht Arbeit auch nicht frei |
| Die
Vermittler sind gerade mal bei Kaffeepause zwei |
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Heimlich trät ein Arbeitgeber Arbeit vorbei |
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Tchibofahnen wabern durch die Gänge wie Brei |
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benebeln das Langzeit-Arbeitslosenheer |
| Der
Jobtopf lacht sich eins und bleibt für immer leer. |
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Lauthals gähnt eine Sekretärin im Senat |
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drapiert auf Porzellan Wurzner-Extra-Biskuits |
| Doch
die Liebesmüh ist für den alten Fritz |
| die
Herrenrund will nichts Süßes, plant ein Attentat: |
| Wie
streichen wir gerecht Subventionen für "culture"? |
| Es
ist um 3 - il est 15 heures |
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| In
den Bars verlöschen die ersten Gesichter |
| und
Trickbetrüger proben ihre neuesten Trick |
| Die
Schönen gehen mit jedem Fremdgeher mit |
| In
der Spree treibt ein verkannter Dichter, |
| die
Liebespaare leiben sich rettungslos |
| Bald
gibt die Nacht ihnen den Gnadenstoß. |
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| Ein
russischer Arzt lernt seine Deutsch-Lektion |
| neben
ihm schläft friedlich sein deutscher Enkelsohn |
| Die
Ratten verlassen die Kanalisation |
| "Gold-Else"
fliegt vampirgleich auf und davon |
| Der
Himmel von Berlin kennt keine Utopie |
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Mitternacht - il est miniut |
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Berlin, Berlin bist nicht die Queen |
| auch
nicht die gute Herzogin |
| Viel
eher bist du allen gleich |
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spielst bieder brave Bürgerin |
| Mal
schwarz-rot-gold-verschmiert |
| dann
wieder alliiert |
| Komm
hoch aus deinem Nest |
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besteh den Alltags - Härtetest. |
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Berlin, Berlin verarmt verrücktes Ding |
| gib
deinem Leben einen neuen Sinn |
| Komm
hoch aus deinem Sarkophag |
| ich
will dich schön und bärenstark |