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Text: Gerhard
Schöne |
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| Sie streunen durch die Straßen |
| wie nasse Katzen. |
| Sie haben weiche Lippen |
| und können kratzen. |
| Die Eltern sind die "Alten" |
| und sind geschieden. |
| Sie schreiben an die Wände |
| "Zorro" und "Frieden". |
| Sie haben Blues im Blut, |
| die kleinen Jungs aus den großen
Städten, |
| sie haben Blues im Blut, |
| obwohl sie lieber eine Freundin
hätten. |
| Wenn ihre Alten schreien |
| gehen sie und schweigen. |
| Sie hängen so an ihnen |
| und könn` s nicht zeigen. |
| Sie flennen manchmal heimlich in
ihre Kissen, |
| wenn sie ein Mädchen lieben, |
| brauch die`s nicht wissen. |
| Sie haben Blues im Blut, |
| die kleinen Jungs aus den großen
Städten, |
| sie haben Blues im Blut, |
| obwohl sie lieber eine Freundin
hätten. |
| Wenn sie zusammen hocken, |
| spiel` n sie die Helden, |
| gemischt aus Fernsehkrimis |
| und Märchenwelten. |
| Bei ihrer Oma sind sie |
| "der gute Junge", |
| und auf der Schultoilette |
| rauchen sie Lunge. |
| Sie haben Blues im Blut, |
| die kleinen Jungs aus den großen
Städten, |
| sie haben Blues im Blut, |
| obwohl sie lieber eine Freundin
hätten. |
| Sie traun sich in der
Schule |
| Karl May zu schmökern. |
| Sie wagen sich auf Glatteis, |
| wo andre zögern. |
| Das die Recorder dröhnen |
| ist unentbehrlich. |
| Und wenn die Leute meckern, |
| sie finden`s herrlich. |
| Sie haben Blues im Blut, |
| die kleinen Jungs aus den großen
Städten, |
| sie haben Blues im Blut, |
| obwohl sie lieber eine Freundin
hätten. |
| Und gehn sie Jahre später |
| sonntags spazieren, |
| dann lümmeln kleine Jungs |
| vor ihren Türen. |
| Dann kriecht die Wehmut bis in ihre
Ohren. |
| Die Jungs, die haben da etwas, |
| was sie verloren. |
| Sie haben Blues im Blut, |
| die kleinen Jungs aus den großen
Städten, |
| sie haben Blues im Blut, |
| obwohl sie lieber eine Freundin
hätten. |