Blues über ein Kind

Team 4

Lyrik

Komp. Thomas Natschinski

Text: Hartmut König

  Straße im Herbst.

Sonntägliche Ruhe.
Wir Liebenden gehn auf abgefallnen Blättern.
Ausstaffierte Sonntagsbummler bestaunen
die bunte Landschaft, als stünd ` sie im Museum.
Es frieren uns die Hände schon,
ersehnen etwas Sonnenwärme.
Hoch oben zieh`n die letzten Vogelschwärme.
 

Vor uns:

Ein Papa kutschiert den Kinderwagen,
Mama, selbst fast ein Kind noch,
sammelt Kastanien.
Eine Parkbank wird für Sekunden Insel.
Sie nimmt ein Buch der Psychologie.
Er fragt sie ab - sie antwortet ängstlich,
als säße sie schon in der Prüfung,
und schaut ab und zu nach dem Kind.
Und sie schaut ab und zu nach dem Kind.
 

Auch wir woll` n  ein Kind.

Aber wir denken, das Studium lässt uns
nicht Zeit genug für unser Kind.
Schnell mal gefüttert, schnell mal gewindelt
ist doch kein Zustand, glaubten wir.
Aber lehr` n nicht die beiden:
Irgendwo scheint ein Weg zu sein,
irgendwie scheint es doch zu gehn`,
Man muss nur danach zu leben verstehn.

Hinweis: Der hier aufgeführte Text entstammt keiner gedruckten Publikation, sondern wurden von den Originalaufnahmen abgehört. Für ihre hundertprozentige Richtigkeit kann deshalb keine Garantie übernommen werden.