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Cäsar im Interview - 28.10.2007 |
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Cäsar |
Live-Telefon-Interview mit Peter CÄSAR Gläser für Peters Musik-Oase auf rockradio.de |
Interviews |
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Bearbeitung Thomas ... vielen Dank |
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Wie geht´s Dir, was gibt es Neues?
Im Moment ganz gut. Am letzten Freitag sind einige Bands in der Leipziger Arena aufgetreten, um einem Leipziger Fußball-Club etwas auf die Sprünge zu helfen. War das Konzert gut besucht? Genaue Zahlen liegen mir da natürlich nicht vor, das lässt sich auch schlecht schätzen, ist doch die Arena ziemlich groß. Es war nicht ganz voll, aber um die 1.500 Leute werden es schon gewesen sein. Es gab ja die Möglichkeit, hier im Interview-Forum Fragen an Dich zu hinterlassen und so fragt Jörg aus Berln: Wer sind denn eigentlich ´´Die Spieler´´? Kannst Du sie kurz vorstellen; wie hast Du sie kennen gelernt? ´´Cäsar & Die Spieler´´ gibt es seit ungefähr zwanzig Jahren. Ich hatte 1986 einen Ausreiseantrag gestellt und ein paar Jahre nicht gespielt - mein Sohn aber hatte in dieser Zeit eine Band namens ´´Die Spieler´´, die einen Gitarristen brauchten und ich solle doch - so mein Sohn - statt zu Hause ´rum zu sitzen lieber bei ihnen mitmachen. Das fand ich eigentlich nicht so eine gute Idee, habe es mir aber mal angehört und hielt es dann durchaus für möglich. Obwohl sie ja wesentlich jünger und ´ne Amateurband waren - aber besser als zu Hause sitzen war es allemal. Das war die eigentliche Geburtsstunde von ´´Cäsar & Die Spieler´´. Dann bin ich in West-Berlin gelandet, die Mauer fiel und ich begann nach und nach wieder Musik zu machen, zunächst mit dem Trio, welches über kurz oder lang zum Sextett aufgestockt wurde, wofür wir einen Namen brauchten. Da kamen wir wieder auf ´´Cäsar & Die Spieler´´ u.a. deshalb, weil es für eine Band in dieser personellen Größenordnung doch sehr wahrscheinlich ist, dass sich die Besetzung im Laufe der Zeit immer mal wieder ändert. So hatte die erste Besetzung zunächst eher experimentellen Charakter, aus der sich dann die erste ´´richtige´´ Nachwende-Spieler-Band formierte. Das waren Jürgen Schötz am Schlagzeug und Volkmar Große am Bass - meine Kollegen von der erwähnten Trio-Besetzung - dazu kamen Conny Plänitz, eine in der Leipziger Folk-Szene recht bekannte Geigerin, die dazu auch noch Saxophon, Mandoline und Schalmei spielte, Henning Plankl am Saxophon. Ein ebenso vielseitiger Musiker, spielte er bei uns doch auch Querflöte und Keyboards. Dadurch waren wir erst einmal recht variabel in der Instrumentierung und wurden noch verstärkt durch Mario Ferraro, der lange Zeit bei Gundermann & Seilschaft spielte und mir nun als weiterer Gitarrist zur Seite stand. Es entstanden die CDs ´´Wandersmann´´, eine Studioproduktion, und 2001 die CD „ZeitSprünge live´´. Wegen der großen Nachfrage haben wir diesen Konzertmitschnitt von 2001 in diesem Jahr auch noch als DVD heraus gebracht. Warum kam diese DVD eigentlich so spät heraus? Wir hatten damals noch nicht an eine DVD- Veröffentlichung gedacht, zumal so was auch mit einem beträchtlichen finanziellen Aufwand verbunden ist, damals noch mehr als heute. 2003 verabschiedete sich diese Spieler-Formation, die Nachfrage nach der längst ausverkauften Live- CD war noch immer riesig und somit haben wir jetzt mit dieser DVD noch einen Schmeckerchen und im Nachhinein auch ein schönes Dokument dieses Kapitels der Bandgeschichte geboten. Die heutigen Spieler sind: Jogy Franke am Schlagzeug - ein Haudegen, mit dem ich auch früher schon einmal zusammen gespielt habe. An den Rock-Geigen Jana Mende, eine Sport- und Musikstudentin und Till Uhlmann, der auch erfolgreich mit seiner Ulman - Band unterwegs ist. Am Bass Matti Rabold, der ursprünglich bei den Spielern als Ton - Techniker mit von der Partie war und ursprünglich ausgebildeter Opernsänger ist. Matti aus Görlitz möchte wissen, ob es eventuell noch einmal eine Zusammenarbeit von Dir und Karussell geben könnte? Dazu muss ich etwas weiter ausholen. Wir machen jedes Jahr im Leipziger ´´Anker´´ unser Weihnachtskonzert und in diesem Jahr habe ich erstmals als Gast den Oschek aus jener immerhin achtjährigen gemeinsamen Zeit bei Karussell. Als dies bekannt wurde, häuften sich natürlich im Gästebuch die Vorschläge, mal wieder zusammen mit Karussell aufzutreten. Bei besagtem Konzert werden wir natürlich einige Songs aus unserer gemeinsamen Zeit - einige habe ich ja eh im Repertoire - dann auch gemeinsam vortragen. Nun habe ich aus dem Karussell-Umfeld läuten hören, dass sich da etwas in Richtung Reunion bewegen soll, dass der Herr Raschke eine Band zusammenstellen will. Weiter kann ich aber dazu nix sagen. Hättest Du Lust, da mitzumachen? Vielleicht ab und an mal als Gast, nicht aber als festes Bandmitglied. Da ist mir schon mein eigenes ´´Kind´´ lieber, zumal ich keine Rockband kenne, die mit zwei Geigen aufspielt und dabei auf das Keyboard verzichtet. Also wie gesagt erstmal Oschek als Gast im ´´Anker´´ - der sich übrigens in Leipzigs kürzester, inzwischen nach Renft benannter, Straße befindet. Matti fragt noch weiter und möchte gern wissen - da selbst Gitarrist - wie er an Texte und Grifftabellen Deiner Lieder kommt? Zumindest die Texte, die ich selber singe bzw. gesungen habe, kann er von mir bekommen. Es gibt aber auch noch ein von mir herausgegebenes Liederbuch, da finden sich noch einige andere Sachen, da müsste er dann mal via Homepage mit mir Kontakt aufnehmen. Von wem ging die Initiative für das ´´väter & söhne´´ Projekt aus? Wird es da eventuell eine Neuauflage geben? Da kam die Idee von Boddis Sohn, Hannes
Schulze, nach einem gemeinsamen Konzert von
Engerling,
Blue Stift und Cäsar & Die Spieler. Bei Blue Stift spielte mein Sohn
Moritz aushilfsweise den Bass und bei Engerling saß - ebenfalls
aushelfender weise - der Hannes am Schlagzeug. Da war dann ziemlich
schnell der Einfall, dass das ja das komplette Line Up einer klassischen
Rockband sei: Conny möchte wissen, wie Du die Rolle der Medien hinsichtlich der Präsenz ostdeutscher Musik im Allgemeinen und zu Cäsar im Speziellen beurteilst? Da gab es z.B. im letzten Jahr eine vom ZDF initiierte Umfrage nach den besten Liedern, bei deren Ergebnis auch ´´wer die rose ehrt´´ Berücksichtung fand, nur: der Titel landete auf Platz 88 - wobei sehr treffend für eine Renft-Nummer: eine Schnapszahl - und wurde, auf Grund der erwiesenen Sachkenntnis der Redakteure, den Puhdys zugeschrieben. Das mag ´ne Bagatelle sein, für mich allerdings eher ein Indiz dafür, dass von westlicher Seite aus nicht das geringste Interesse vorhanden ist. Aber auch unsere regionalen Medien lassen uns allein kämpfen. Aber darüber zu klagen ist Quatsch, wir kämpfen uns weiterhin mit eigener Kraft durch. Dazu fällt mir nun wieder eine MDR-Sendung namens ´´Riverboat´´ ein, die sich in einer Ausgabe des Ostrocks annehmen wollten, Du aber eine entsprechende Einladung dafür nicht angenommen hättest... Ja, da gab es eine entsprechende Anfrage, doch habe ich im Vorfeld, auf Grund meiner Krankheit, davon Abstand genommen. Vor acht Jahren waren wir, also Klaus, Kuno und ich dort mal zu Gast und spielten den ´´Apfeltraum´´, das ´´Gespräch´´ innerhalb der Sendung konnte man aber unter ´´Verlorene Zeit´´ abbuchen, weil die zuständigen Moderatoren sich kaum bis gar nicht auf uns vorbereitet und somit schlichtweg keinen Dunst hatten... Einspiel: Cäsar - Im Bauch des Riesen Ich glaube, dieser Titel wird auch in zehn Jahren nichts von seiner zeitlosen Aktualität eingebüßt haben, was glaubst Du? Glaube ich auch, denn daran, das die Großen immer die Kleinen fressen, wird sich ja nichts ändern, das zieht sich durch die gesamte Geschichte der Menschheit. Was kann das Publikum von den anstehenden großen Konzerten mit der Spieler Bigband erwarten? Man assoziiert bei ´´Bigband´´ ja immer großes Gebläse, welches da auf der Bühne steht. In unserem Falle heißt das aber, dass sich die alte und die neue Spieler-Besetzung mischen - Bigband heißt ja nichts anderes als große Band und da sind wir in der privilegierten Lage, mittels vieler Leute viele verschiedene Instrumente erklingen zu lassen, eine reizvolle Option, gepaart mit vitaler Spielfreude. Bislang haben wir das erst zweimal gemacht im Abstand von ca. einem Jahr - und die Musiker freuen sich auch immer wieder darauf, sich zu treffen und miteinander zu spielen, das kommt dann auch bei den Konzerten rüber. Die Lieder gewinnen durch die unterschiedliche Instrumentierung, es gibt immer wieder Neues zu entdecken - die einzige Konstante ist meine Gesangsstimme. Zwei Konzerte stehen da an, einmal in Berlin am 16.November im Kesselhaus der Kulturbrauerei und einen Tag später in Gera im Comma. Warum lasst ihr diesmal Leipzig außen vor? Nun, wir sind ja fahrende Künstler, also müssen wir uns auch mal bissel nach außerhalb bewegen; für die Leipziger steht dann ja noch das erwähnte Weihnachtskonzert an. Nun gibt es ja den Cäsar- Fanclub, der sich sehr engagiert und sich auch jedes Jahr einmal in Torgau trifft: welchen Bezug hast Du dazu, was bedeuten Dir die Fans? Im Allgemeinen bin ich ja eher als Menschenfreund bekannt, d.h., die Leute, für die ich spiele, sind mir sehr nahe und auch wichtig. Je mehr Liebhaber zu den Konzerten kommen, desto besser. Auch wenn ich anschließend nicht mit jedem einzelnen reden kann, so bin ich doch nicht unnahbar. Das wissen die Leute und kommen deshalb auch gern auf mich zu. Das war eigentlich schon immer so, dass ich vor und/oder nach dem Konzert mit ihnen ins Gespräch komme - einfach meinen Auftritt runter zu reißen ist nicht mein Ding, egal ob damals bei Renft, Karussell oder jetzt mit den Spielern. Dass es somit zum Fanclub einen guten Kontakt gibt, liegt auf der Hand. Dieser Fanclub hat auch eine CD produziert im Jahre 2001, aufgenommen mit Deiner Unterstützung - diesen Song hören wir uns jetzt mal an... Einspiel: Cäsar Fanclub-Weggefährten Es gab auch in diesem Jahr, im August, wieder ein Fantreffen, bei dem auch der schon zitierte Matti dabei war, welcher u. a. ´´Fenster zu´´ zu Gehör brachte. Diesen Titel möchte ich Dir vorspielen und bin gespannt auf Deine Meinung... Einspiel : Matti- Fenster zu Ja, war ganz lustig, den Titel könnte ich wieder mal mit ins Programm nehmen... Kommen wir bissel ans ´´Eingemachte´´. Worüber kannst Du dich freuen - ganz allgemein und lassen wir jetzt die Musik mal beiseite? Das ist nicht so einfach zu beantworten.
Ich mag - wie fast alle Musiker - die Frauen, freue mich, wenn von ihnen
ganz viele zu den Konzerten kommen, aber natürlich habe ich eine Liebste,
die mein Herz am allerschnellsten schlagen lässt. Kommen wir zurück in die Gegenwart und zu einer Frage, die für Dich vielleicht etwas vermessen klingt. Vor kurzem erschien ja erst die CD ´´Zeitlos´´ - gibt es bereits neue Projekte, die Dir durch den Kopf schwirren? Irgendetwas schwirrt mir natürlich immer durch den Kopf, es ist auch etwas in Vorbereitung, aber ich sage nicht was & wann - das ist meine Standardantwort auf diesbezügliche Fragen. Seit kurzer Zeit ist bekannt, dass es eine neue Renft-CD geben wird. Hast du daran einen Anteil? Nur einen kleinen, ich muss aber vorausschicken, dass ich noch nicht weiß, was sich auf der Scheibe befinden wird. Ich habe an einem Medley älterer Renft-Songs gesanglich mitgewirkt, das ist alles, bin also selbst gespannt auf die CD. Was treibt Dich heute noch auf die Bühne? Ganz einfach - ich kann nüscht anderes, was soll ich sonst machen... (lacht) Aber so lange die Leute noch kommen ist das auch völlig in Ordnung. Man denke nur an Satchmo - mit dem ich mich nicht unbedingt vergleichen will - aber der ist mit Achtzig auch noch durch die Welt gereist, ist aufgetreten und alle Leute, einschließlich ihm selbst, hatten ihre Freude daran. Thema sechzig-vierzig - wie stehst Du dazu, sollte man diese Regelung wieder einführen? Davon halte ich überhaupt nichts, das haben wir damals schon zu DDR-Zeiten nicht gutheißen können. Man kann das nicht erzwingen, da sollten andere Lösungen gefunden werden. Zwang, Bevormundung, Regelung von Oben - das hatten wir damals alles schon, es brachte damals nix und heute auch nicht, das also muss nicht sein. Meine Abschlussfrage, die ich jedem Gast stelle: Stell´ Dir vor, wir beide gehen shoppen und ich verliere Dich dabei - in welcher Abteilung würde ich Dich wieder finden? In gar keiner, ich würde einfach dahin gehen wo wir rein gegangen sind, bin ich doch nicht der Shopping-Bummler. |