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Rezension von Thomas Behlert 2006 |
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Peter „Cäsar“ Gläser Geht es dir gut? / RUM/Löwenzahn Da feiert ein Mann an der Klampfe doch tatsächlich in diesem Jahr sein 40 jähriges Bühnenjubiläum und jeder, der irgendwann einmal im Osten Deutschlands aufgeschlagen ist, kann mit dem Namen Peter Cäsar Gläser etwas anfangen. Zunächst kam er am 7.1.1949 in Leipzig zur Welt, um sich gleich schreiend auf seinen späteren Beruf einzustellen. Bereits 1966 stieg er bei der Leipziger Band Ulf Willi als Gitarrist ein. Chef dieser Combo war Klaus Jentzsch, der seit den 50er Jahren eine Persönlichkeit in der Leipziger Beatszene war. Nach der Armeezeit ging er zurück zur Band, die nun Klaus-Renft-Combo hieß. Damit war der steile Aufstieg mit anschließendem Fall besiegelt. Zusammen mit Herrn Renft, Jochen Hohl, Pjotr Kschentz, Thomas Schoppe, Christian Kunert und Gerulf Pannach schuf man Songs für die Ewigkeit. sang in jedem Club und bei vielen Open Air Veranstaltungen. Nach dem Verbot von Renft schloss sich Cäsar Karussell an, die er 1983 wieder verließ. Bis zum heutigen Tag tragen seine Bands auch seinen Namen: zuerst Cäsars Rockband, dann Cäsar & die Spieler. Nach der Wende bereitete Cäsar seinen vielen Fans immer wieder große Freuden, denn er ging weiter auf Tournee und nahm vier Alben auf, wo er zu seiner langjährigen Mischung aus Blues und Rock noch Folkrock mixte. Hier und da eine verzerrte Gitarre und ein grummelnder Bass ließen die Presse aufhorchen. Er tat sich als Komponist von Werbespots hervor, komponierte und produzierte Hörspiel- und Dokumentarmusik und vertonte Theodor Fontanes „Wanderung durch die Mark Brandenburg“. Dass er auch Kai Niemann produzierte, wollen wir ganz schnell vergessen. 40 Jahre auf der Bühne berechtigt natürlich zu einer „Best of“. Cäsars Plattenfirma griff dabei auf die Alben zurück, die nach der Wende erschienen, wobei die Fans in einem Internet-Voting ihre Lieblingslieder wählen durften. Neben dem neu interpretierten „Apfeltraum“ und dem obligatorischen „Wer die Rose ehrt“ sind die kleineren Hits „Wandersmann“, „Mitternachtsblues“, „Steig ein“ und das herrliche „Im Bauch des Riesen“ zu hören. Oft gibt es einen warmen, das Herz zum rasen bringenden, Gitarrensound und immer die raue, unverwechselbare Stimme. Wer sich fragt, warum Cäsar sich von Renft gelöst hat, findet auf diesem Album die Antwort: Er schuf für sich und seine Band einen erwachsenen, durchdachten und neuen Sound, der in der heutigen Zeit seine Berechtigung findet und die Vergangenheit am Rande erwähnt. Halleluja und herzlichen Glückwunsch, Mister Cäsar. |