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Der grüne Esel |
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Electra |
Lyrik |
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Komp. Peter Ludewig / Rainer Uebel |
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Text: Christian Fürchtegott Gellert (1746) / Bearbeitung: Kurt Demmler |
Miran, ein kluger Narr |
| färbt einen Esel grün. |
| Am Leibe grün, rot an den Beinen. |
| Fängt an mit ihm die Gassen zu durchziehn `, |
| er zeiht und jung und alt erscheinen. |
| Welch Wunder ! |
| rief die ganze Stadt, |
| ein Esel zeigt sich grün der rote Füße hat. |
| Das muss die Chronik einst den Enkeln noch erzähl `n, |
| was es zu unsrer Zeit für Wunderdinge gab. |
| Die Gassen wimmelten von Millionen Seelen. |
| Man hebt die Fenster aus, man deckt die Dächer ab. |
| Denn alles will den grünen Esel sehen, |
| und alle konnten doch nicht mit dem Esel gehen. |
| Man lief die beiden ersten Tage |
| dem Esel mit Bewunderung nach. |
| Der Kranke selbst vergaß der Krankheitsplage |
| wenn man vom Esel sprach. |
| Die Kinder in Schlaf zu bringen |
| sang keine Mutter mehr vom schwarzen Schaf. |
| Vom grünen Esel hört man singen |
| und so gerät das Kind in Schlaf. |
| Drei Tage waren kaum vergangen, |
| so war es um den Wert des armen Tier`s geschehn. |
| Das Volk bezeigte kein Verlangen |
| den grünen Esel mehr zu sehen. |
| Und so bewundernswert es Anfangs allen schien, |
| so dacht ` doch kein Mensch mehr einen Klacks an ihn. |
Hinweis: Der hier aufgeführte Text entstammt keiner gedruckten Publikation, sondern wurden von den Originalaufnahmen abgehört. Für ihre hundertprozentige Richtigkeit kann deshalb keine Garantie übernommen werden.