Der Mann der vor mir lebte

J.Walter

Lyrik

Komp. Arndt Bause

Text: Gisela Steineckert

 

  Der Mann der vor mir lebte hier in diesem alten Haus

hier kam er zur Welt, ins Leben, hauchte es hier aus

 

  Geborn im Jahre 7 als nicht erwünschtes achtes Kind

drei sind nur geblieben war kaum Milch und Brot im Spind

 

  Der Mann der vor mir lebte hier in diesem alten Bau

hatte zuviel Pech, sagt man und dann die böse Frau

 

  Sie stritten dreißig Jahre er war acht davon im Krieg

als er heimkam, ging’s so weiter immer ohne Sieg

 

  Der Mann der vor mir lebte in den alten Mauern hier

konnte niemand was erklären höchstens mal beim Bier

 

  Sie hatten keine Kinder die Verwandtschaft rausgegrault

so war das einzige was lebte, ihr Hund der hat  gejault

 

  Der Mann der vor mir lebte hier in diesem alten Haus

hier kam er zur Welt, ins Leben, hauchte es hier aus

 

  Was immer ich da tue und so viel ich renovier

eine Art von kalter Ruhe bleibt den Räumen hier

 

  Die alten Fotos zeigen seine Augen warn als Kind

wie heut zu Tag die Augen der ganz Alten nicht sind

Der Mann der vor mir lebte passte ganz zur alten Zeit

ich mag ihn nicht und merke doch er tut mir bitter leid

 
  Mir scheint, für ihn war Liebe alles andre als ein Brand
kann sein, dass ich mich irre, ich hab ihn nicht gekannt
 

  Und kann nichts von ihm sagen er war tot, bevor ich kam

und erst mal seine Fotos von meinen Wänden nahm

Hinweis: Der hier aufgeführte Text entstammt keiner gedruckten Publikation, sondern wurden von den Originalaufnahmen abgehört. Für ihre hundertprozentige Richtigkeit kann deshalb keine Garantie übernommen werden.