Der schönste Platz ist an der Apotheke

MTS

Lyrik

Komp. Herbert Treichel

Text: Thomas Schmitt

Der erste Griff, eh ich morgens aufsteh,
ist unter das Kissen, da liegt ein Dragee.
Langsam gelutscht erlaubt es mir dann,
dass ich massenhaft Pillen schlucken kann.
Ich kaue erst eine gegen Heiserkeit,
dann nehme ich noch drei für mehr Selbstsicherheit,
zu einer Tasse Tee aus Kamille
geniesse ich noch eine Kreislaufpille.
 
Darum steht auf meinem Briefpapier,
der Pillendreher als Wappentier.
Darum steht auf meinem Briefpapier,
der Pillendreher als Wappentier.
 
Dann pack ich in meine Taschen ein,
was man so bracht für den Tag an Arzeneien.
Zwäng ich mich in den Omnibus
und schluck eine Kapsel, denn deren Genuss
schützt mich im Städtischen Nahverkehr
vor Übelkeit, Schwangerschaft und anderem mehr.
 
Mit Traubenzucker und letzter Kraft,
hab ich es bis zum Betriebstor geschafft.
Und bin ich mal im Büro ganz allein,
dann schieb ich mir schnell noch ein Zäpfchen ein,
lalalalalalalalala...
 
Witz zwischendurch

Zwei Kellner war' n recht lahm zu Fuss,

doch konnten sie sich helfen,
nach schon einem Löffel Rizinuss,
sprangen sie wie Elfen.
 
Auf  Sitzungen bin ich nicht sehr besessen,
mein Drogenvorrat ist genau bemessen.
Gerade bei der letzten Pille schlägt's vier,
mit leeren Gepäck stürz ich raus aus der Tür.
An meine Stamm-Aptothekentresen
sieht man mich langsam wieder genesen.
Von dort hab ich's nicht weit bis nach Haus,
da komme ich mit einem Malzbonbon aus.
 
Dann steige ich zu meiner Frau ins Bette,
und nehme zuvor noch 'ne Schlaftablette.
Ich leb so gesund, versteh'n 'se mich recht,
doch ist mir in einem Fort so schlecht

Hinweis: Der hier aufgeführte Text entstammt keiner gedruckten Publikation, sondern wurden von den Originalaufnahmen abgehört. Für ihre hundertprozentige Richtigkeit kann deshalb keine Garantie übernommen werden.