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Text: Wolfram Bodag |
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Ich sitz auf
dem Pflasterstein, |
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warte auf
den grauen Bus, |
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der Wind
weht mir von vorne rein, |
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und kühlt
mich ab von Kopf bis Fuß. |
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Regenwasser
in meinem Schuh, |
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macht die
Warterei erst richtig nett, |
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und am
anderen Morgen schon, |
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lieg ich mit
Fieber im Bett. |
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Hier lieg
ich, starr die Decke an, |
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warte auf
nen guten Zeitvertreib, |
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die Wände
sie sind so kalt, |
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fast so kalt
wie mein Leib, |
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hätte ich
ein schönes Fell, |
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dick und
warm wie das von Grizzlybärn. |
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Millimeterdünne Haut zu brechen |
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fällt doch
keinem Nordwind schwer |
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ich glaub,
die Haut sie ist zu dünn, |
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für diese
Welt ist sie zu dünn, |
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nun ja wir
schützen sie doch hier |
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und da hat
das auch keinen Sinn. |
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Ich glaub,
die Haut sie ist zu dünn. |
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Ein Freund
nun, er nennt sich so, |
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tritt
grinsend in mein Zimmer ein, |
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frißt mir
die Vitamine weg, |
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ich sag kein
Wort, |
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man muss
doch gastfreundlich sein, |
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er redet
furchtbar viel und schnell |
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es ist nur
Tratsch, hat keinen Sinn. |
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Oh Gott,
schenk mir ein dickes Fell, |
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dann hör ich
dort nicht mehr hin, |
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ich glaub,
die Haut die ist zu dünn. |
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für diese
Welt ist sie zu dünn, |
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nun ja wir
schützen sie doch hier, |
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und da hat
das auch keinen Sinn. |
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Ich glaub,
die Haut sie ist zu dünn. |
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Der Kerl, er
schwatzt und klatscht, die Luft wird dick, |
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das Zeug,
das saugt sich immer schwerer ein, |
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wenn der
nicht aufhört, nehm ich mir nen Strick, |
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und peitsch
ihn raus auf den Pflasterstein, |
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aus
Sandstein, hört ihr, gepaart mit Wut, |
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lass ich das
Seil, ich pack den Fiebermesser, |
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aus meinen
Fäusten rinnt mein Blut |
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die
Thermometer waren auch mal besser, |
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ich glaub,
die Haut sie ist zu dünn, |
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für dieses
Glas ist sie zu dünn, |
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für dies
Geschwätz ist sie zu dünn, |
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für diesen
Raum ist sie zu dünn, |
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für diesen
Herbst ist sie zu dünn, |
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nun ja, wir
schützen sie doch hier, |
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und da hat
das auch keinen Sinn. |
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Ich glaub,
die Haut sie ist zu dünn. |