Die Frau vom Mann vom Film

Thalheim

Lyrik

Komp. Jürgen Ecke / Barbara Thalheim

Text: Fritz-Jochen Kopka

 

  Der Mann vom Film ist unsichtbar,

er lebt jedoch in seinen Szenen,
man denk ihn sich als einen Gott,
nicht greifbar, aber ständig wirkend
an einer neuen schönen Welt im Film
und für den Mann wirkt seine Frau.
 

Den großen Glanz und Bildertanz

des Films des Manns sieht man
der Frau des Manns vom Film nicht an.
Emainzipationell tritt sie bedeutsam
auf der Stell,
die Frau des Manns vom Film.
Moskau und Cannes sah sie noch nicht
trotz aller Treue im Gesicht
zu jedem Film von ihrem Mann,
weil sie sich nicht vom Haushalt lösen kann.
 

Der Frau vom Mann vom Film sieht man

den Film nicht an und nicht dem Mann
die Häuslichkeit von seiner Frau,
sie sind von ganz verschiednem Bau.
 

Die Locken trägt sie ziemlich nett,

was ist sie dem Genie im Bett
die Frau vom Mann vom Film,
wie frisch ist sie am Frühstückstisch.
Und vor dem Fernsehapparat,
wie lebt der Mann vom Film privat
mit seiner Frau vom Mann vom Film.
Wie regt sie an vom Film den Mann,
so das er Streifen drehen kann,
auf die nicht jeder Bürger scheißt,
vielmehr die ganze Welt sich reißt.
 

Der Frau vom Mann vom Film sieht man

den Film nicht an und nicht dem Mann,
das seine Frau den Staub besiegt,
und für den Mann die Kinder kriegt.
 

Er geht den Weg des Ruhms entlang,

was, DFD, ist denn ihr Dank ?
Sie wäscht die Windeln sauber aus,
putzt sich, sowie das ganze Haus.
Sie bringt den Kindern Lieder bei,
doch was ist mit dem Trauerschrei ?
Den räuspert sie sich stündlich weg,
ihm gleich zu sein, hat keinen Zweck.
Der Mann ist schön, die Frau ist treu,
er erntet Ruhm, sie küßt ihn scheu.
Sie weiß nicht ob er ihre Küsse braucht,
nur, das er mag, wie Humphrey Bogert raucht.
 

Der Frau vom Mann vom Film sieht man

den Film nicht an, und nicht dem Mann
das seiner Frau gekörntes Spee
viel wichtiger ist al Nicholas Ray.
 

Doch einmal will sie auch so sein,

da lädt man sie zur Party ein.
Den Mann vom Film, die Frau dazu,
schon schleudert sie davon die Schuh.
Schon springt sie auf den Tisch und tanzt,
so, wie ihr Mann in Filmen pranzt.
Da sieht man mehr als ihr weißes Knie,
die Party johlt und klatscht wie nie.
Sie nestelt geil an ihrem Kleid,
doch dem Genie tut sie nicht leid.
Er geht davon, die Nacht ist sein,
la notte ja, doch solche Brunst
passt einfach nicht in seine Kunst.
 

Die Frau betrinkt sich hemmungslos,

sie sucht und findet keinen Trost.
In keinem Film, in keinem Mann,
und erst bei hellen Tageslicht
sieht sie das schmerzliche Gesicht
zu Haus von ihrem Mann.
Da weiß die Frau,
zu leiden hat ja gar nicht sie,
zu leiden hat stets das Genie.
So steigt sie aus der Asche auf
und regelt ihren Lebenslauf
indem sie Opfer bringt,
und dabei glücklich ist und singt.
Nur nicht zu laut, das liebt er nicht
mit seinem schmerzlichen Gesicht.
 

Der Mann vom Film, das weiß nur sie,

spielt unter der Geheimregie
von seiner Frau zu Hause das Genie.
 

Der Film, das es die DEFA weiß !

Bekäm bestimmt den Oscar Preis !

Hinweis: Der hier aufgeführte Text entstammt keiner gedruckten Publikation, sondern wurden von den Originalaufnahmen abgehört. Für ihre hundertprozentige Richtigkeit kann deshalb keine Garantie übernommen werden.