Die Ratten

A.Schmidt

Lyrik

Komp. Arno Schmidt

Text: Ed Stuhler

     

Die Ratten verlassen das sinkende Schiff,

sie ahnen die Panik, sie riechen das Riff,
sie kriegen beizeiten das rettende Laufen,
sie sind viel zu clever, um mit zu ersaufen.
 

Das Schiff ist leck!

Jetzt nichts wie weg!
Kein falscher Tritt,
sonst reißt es uns mit
 in die Tiefe, in die Tiefe, in die Tiefe....
 

Solange das Schiff auf den Schaumkronen ritt,

solange man unter den Stürmen nicht litt,
solange man reichlich zu beißen hatte,
verlebte man herrliche Tage als Ratte.
Doch plötzlich erweist sich der Kurs, der bewährte,
als gar nicht mehr sicher, da ist man Experte.
Die Ratten erkennen die Lage genau,
sie sind eben fast wie die Menschen so schlau.
 

Das Schiff ist leck!

Jetzt nichts wie weg!
Kein falscher Tritt,
sonst reißt es uns mit
 in die Tiefe, in die Tiefe, in die Tiefe....
 

Sie schwimmen ins Trockne, dort warten sie still,

bis sich die Lage beruhigen will
und leben solange vom Eingemachten,
zufrieden, daß sie sich in Sicherheit brachten.
Doch kaum sind verklungen die Turbulenzen,
da ziehen sie schnell ihre Konsequenzen
und tummeln sich quietschfidel wieder an Bord,
so rotzfrech als waren sie niemals nicht fort.
 

Und wenn der Kahn untergegangen sein sollte,

das kann ja passieren, auch wenn mans nicht wollte,
dann leiden die Ratten auch keine Not
und mästen sich auf einem anderen Boot.
 

Man ist ja Ratte und kein Idiot

Man ist ja Ratte und kein Idiot
Man ist ja Ratte und kein Idiot

Hinweis: Der hier aufgeführte Text entstammt keiner gedruckten Publikation, sondern wurden von den Originalaufnahmen abgehört. Für ihre hundertprozentige Richtigkeit kann deshalb keine Garantie übernommen werden.