|
Die Schöne von hinten |
||
|
Horch |
|
Lyrik |
|
Musik : St. Wieczoreij |
||
|
Text : Gotthold Ephraim Lessing |
||
|
Sieh Freund! sieh da! was geht doch immer |
||
| Dort für ein reizend Frauenzimmer? | ||
| Der neuen Tracht Vollkommenheit, | ||
| Der engen Schritte Nettigkeit, | ||
| Die bei der kleinsten Hindrung stocken, | ||
| Der weiße Hals voll schwarzer Locken, | ||
| Der wohlgewachsne schlanke Leib, | ||
| Verrät ein junges artges Weib. | ||
| Komm Freund! komm, laß uns schneller gehen, | ||
| Damit wir sie von vorne sehen. | ||
| Es muß, triegt nicht der hintre Schein, | ||
| Die Venus oder Phyllis sein. | ||
| Komm, eile doch! — O welches Glücke! | ||
| Jetzt sieht sie ungefähr zurücke. | ||
| Was wars, das mich entzückt gemacht? | ||
| Ein altes Weib in junger Tracht. |
Hinweis: Der hier aufgeführte Text entstammt keiner gedruckten Publikation, sondern wurden von den Originalaufnahmen abgehört. Für ihre hundertprozentige Richtigkeit kann deshalb keine Garantie übernommen werden.