|
Dünne Luft |
||
|
City |
Lyrik |
|
|
Komp. Fritz Puppel / Toni Krahl |
||
|
Text: Alfred Roesler-Kleint / Scarlett Kleint |
||
|
In ihrem Bücherregal steht ein lächelndes Bild, |
| nur ein Passfoto groß und heißt Reiner. |
| Der kommt nicht mehr her, den ist sie endgültig los. |
| Ihr weiter Pullover ist seiner. |
|
Das Zimmerquadrat hat ein Fenster nach Süd. |
| Der Sonnenbrand kreist vor der Scheibe. |
| Sie hat `n Laken gespannt und die Wände geweißt. |
| Da hat sie `ne schattige Bleibe. |
|
Das blonde blasse Mädchen mit dem dicken blassen Kind |
| im elften Stock des Hochhaus, |
| wo die dünne Luft beginnt. |
|
So auf Kasse und Schein auch mal Aussteiger sein, |
| das ist das einzig Gescheite. |
| Allein mit `m Kind zwischen Spiegel und Spind. |
| Die Firma ist sowieso pleite. |
|
Sie verdient was mit Nähn und Stricken dazu. |
| Für zwei muß das allemal reichen. |
| Das bringt sie nicht um, doch `n Jahr ist schnell rum |
| und von Reiner noch immer kein Zeichen. |
|
Das blonde blasse Mädchen mit dem dicken blassen Kind |
| im elften Stock des Hochhaus, |
| wo die dünne Luft beginnt. |
|
Mit dem Fahrstuhl geht `s runter ins Fertigteilland, |
| ins Parkstreifental und so weiter. |
| Die Straßen sind schmal, die Aussicht normal. |
| Der Fernseher meint, sie wär heiter. |
|
Das blonde blasse Mädchen mit dem dicken blassen Kind |
| im elften Stock des Hochhaus, |
| wo die dünne Luft beginnt. |
Hinweis: Der hier aufgeführte Text entstammt keiner gedruckten Publikation, sondern wurden von den Originalaufnahmen abgehört. Für ihre hundertprozentige Richtigkeit kann deshalb keine Garantie übernommen werden.