Trepte im Überblick  ( 2005 )

Thomas Behlert

 

Mit Recht wird Stephan Trepte im „Rocklexikon der DDR“ (Schwarzkopf & Schwarzkopf) als bester Rocksänger der DDR bezeichnet. Der 1950 geborene Musiker hat eine Stimme, wie es in Deutschland nur wenige gibt. Sie ist laut, voller Melodie, kräftig und sehr eindringlich. Dies bemerkte 1972 Bernd Aust von Electra. Nach einem gemeinsamen Auftritt bot er Trepte an, als Sänger einzusteigen. „Tritt ein in den Dom“ entstand,  jeder gelernte DDR-Bürger kann es bis heute mitsingen. Man ist immer noch von Melodie und Gesang begeistert.

Bereits 1974 schloss sich Stephan Trepte Lift an, wo er die unvergesslichen Werke „Mein Herz soll ein Wasser sein“, „Tochter Courage“ und „Soldat vom Don“ sang. Nur zwei Jahre später gründete er zusammen mit dem Klosterbruder-Gitarristen Jörg „Matze“ Blankenburg die Magdeburger Band Reform. Hier konnte sich Trepte mit Stimme und Keyboard vollkommen ausleben. Voller Begeisterung sang er über „Dicke Bohnen“, von „Uhren ohne Zeiger“ und natürlich über die Schwester, die ihn endlich küssen sollte. Die Konzerte von Reform waren immer voller Power, man erlebte ständig neue Gefühlsausbrüche. Eben einfach: Wahnsinn.

1986 löste sich Reform leider auf und Stefan Trepte erlebte mit T + W Music sein Waterloo. Nach der Wende 1989 nahm Electra ihn in ihren Reihen wieder auf, denn der „Dom“ sollte in Urfassung erklingen und außerdem entpuppte sich Manuel van Senden als verräterisches Würstchen. Seit einiger Zeit touren Electra zusammen mit Lift und Stern Combo Meißen als Sachsendreier sehr erfolgreich durch die Lande. Bei diesem Unternehmen konnte und kann sich Trepte ausleben, denn er singt seine Hits mit den jeweiligen Bands zusammen.

Seit kurzem liegt eine Werkschau für die Fans von Trepte bereit. Das kleine aber feine Label Choice of Music, das bereits seltene Aufnahmen von Transit veröffentlichte, vereinigt auf „Mein Herz soll ein Wasser sein“ all die guten Aufnahmen des Sängers Trepte. Zu hören sind neben den bereits genannten kaum gehörte und bereits verschollen geglaubte Rundfunkaufnahmen. So gibt es Trepte und Lenz mit „Seh` ich die Kerzen“ (1977), T&W Music mit „Dummer August“ und „Deinetwegen“ (1987), Trepte 1990 Solo und schließlich neue Aufnahmen zusammen mit Electra. Hier sticht das live eingespielte „Tritt ein in den Dom“ hervor. Wer die Stimme von Trepte mag (Wer nicht?), der sollte sich dieses Album unbedingt zulegen, auch wenn man bereits alle Reform-LPs besitzt.

Jetzt müsste noch jemand Klaus Nowodworski auf CD bannen und sich den DDR-Jazz vornehmen.