Betrachtung von Lars  ( 2005 )

 
NO55 – Träume von gestern


Es gibt Platten, die bis heute auf keiner offiziellen CD zu finden sind, Platten die von „Amiga“ bzw. der BMG wie auch von vielen Ostrockern vergessen wurden, Platten wo es wohl offiziell wenig Nachfrage gibt, die völlig unterbewertet sind und eine davon ist eben NO55 – Träume von gestern.

Man mag zu NO55 stehen wie man will, man kann den Split mit City heranziehen und Partei für die ein oder die andere Band ergreifen, man kann sich erinnern, dass NO55 ausgebuht wurden, damals als sie vor Joe Cocker spielten oder einfach nur die (zumindest auf der Bühne leicht exzentrischen?) Musiker nicht mögen, womit wir beim Thema wären.

Allesamt Musiker mit einem guten Namen; da wäre G. Gogow (gb, viol und heute wieder bei City und ohne Frage ein Ass an den Saiten), Gisbert Piatowski (g), der charismatische Frank Gahler (voc, m-harm) und Bernd Haucke (dr) die 2 Platten unter den Namen NO55 einspielten. Die Band tourte erfolgreich auch durch Nachbarländer wie die BRD und Dänemark, aber das lesen Sie besser unter der entspr. Rubrik auf Ostmusik.de

Zurück zu den Träumen von gestern.

Die Hits waren Kurzschluss, Schlüsselkind, lass sie warten und der Titelsong Träume von gestern. Hier wird bodenständiger Rock mit guten Melodien gespielt incl. Texten die Nahe gehen können. Gesellschaftlich (Schlüsselkind, der alte Dorn), ein wenig politisch (Stein im Flug) und „irgendwie typisch“ zwischenmenschlich (rückblickend) wie die Träume von gestern reicht das Spektrum dieser hörenswerten LP. Warum kommt so was nicht auf den Ladentresen, zumal auch nach Öfteren hören immer noch kleine Feinheiten zu hören sind, die dieses Werk nicht langweilig werden lassen. Es kommen Geigen, Saxophon, Gitarren neben den klassischen Rockerinstrumenten hervorragend zur Geltung, trotz der „Rundfunk der DDR“ Aufnahmetechnik.

Die Gestaltung war für damalige Verhältnisse ein wenig suspekt, wenn gar ein wenig provokant, liegt wo an der Blickrichtung des Betrachters. Es symbolisiert einwandfrei die Thematik der Platte und ich behaupte, mit Fug und Recht, diese gehört in den Schrank eines Fans und Sammlers des Ostrocks.