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Es gibt Platten, die bis heute auf keiner offiziellen CD zu finden
sind, Platten die von „Amiga“ bzw. der BMG wie auch von vielen
Ostrockern vergessen wurden, Platten wo es wohl offiziell wenig
Nachfrage gibt, die völlig unterbewertet sind und eine davon ist eben
NO55 – Träume von gestern.
Man mag zu NO55 stehen wie man will, man kann den Split mit City
heranziehen und Partei für die ein oder die andere Band ergreifen, man
kann sich erinnern, dass NO55 ausgebuht wurden, damals als sie vor Joe
Cocker spielten oder einfach nur die (zumindest auf der Bühne leicht
exzentrischen?) Musiker nicht mögen, womit wir beim Thema wären.
Allesamt Musiker mit einem guten Namen; da wäre G. Gogow (gb, viol und
heute wieder bei City und ohne Frage ein Ass an den Saiten), Gisbert
Piatowski (g), der charismatische Frank Gahler (voc, m-harm) und Bernd
Haucke (dr) die 2 Platten unter den Namen NO55 einspielten. Die Band
tourte erfolgreich auch durch Nachbarländer wie die BRD und Dänemark,
aber das lesen Sie besser unter der entspr. Rubrik auf Ostmusik.de
Zurück zu den Träumen von gestern.
Die Hits waren Kurzschluss, Schlüsselkind, lass sie warten und der
Titelsong Träume von gestern. Hier wird bodenständiger Rock mit guten
Melodien gespielt incl. Texten die Nahe gehen können. Gesellschaftlich
(Schlüsselkind, der alte Dorn), ein wenig politisch (Stein im Flug)
und „irgendwie typisch“ zwischenmenschlich (rückblickend) wie die
Träume von gestern reicht das Spektrum dieser hörenswerten LP. Warum
kommt so was nicht auf den Ladentresen, zumal auch nach Öfteren hören
immer noch kleine Feinheiten zu hören sind, die dieses Werk nicht
langweilig werden lassen. Es kommen Geigen, Saxophon, Gitarren neben
den klassischen Rockerinstrumenten hervorragend zur Geltung, trotz der
„Rundfunk der DDR“ Aufnahmetechnik.
Die Gestaltung war für damalige Verhältnisse ein wenig suspekt, wenn
gar ein wenig provokant, liegt wo an der Blickrichtung des
Betrachters. Es symbolisiert einwandfrei die Thematik der Platte und
ich behaupte, mit Fug und Recht, diese gehört in den Schrank eines
Fans und Sammlers des Ostrocks. |