Es gibt kein fremdes Leid

Ziegler

Lyrik

Komp. Wolfgang Ziegler

Text: Fred Gertz (= Fritz Räbiger)

 

Gestern abend, da fragte die Kleine:
Schlafen jetzt alle Kinder der Welt?
Nein, nur die , wo´s jetzt dunkel ist
auf unsrer Hälfte der Welt.
 
Hinterher, da fragte sie mich,
ob alle ein Bettchen haben
und ob die Eltern ihnen
genug zum Abendbrot gaben?
 
Und sie fragte: Papa,
nächstes Jahr, hab ich dann einen Zopf?
Warum tragen die Mammis in Afrika
das Wasser auf dem Kopf?
 
Dann fragte sie mich: Mamma, was ist Krieg?
Und es kam, daß ich plötzlich schwieg.
 
Und ich sagte ihr,
daß dies das größte Unglück für die Menschen sei.
Und wenn alle Menschen dagegen sind,
geht die Gefahr vorbei.
 
Noch zu klein – nicht zu klein!
 
Um zu wissen von den Dingen der Welt,
wenn sie schon danach fragt,
wie kann ich schweigen,
wenn sich mein Kind zurechtfinden will.
Wenn es um sein Leben geht,
schweigt eine Mutter nicht still.
 
Für jedes Kind
soll auf der Welt
immer Brot und Frieden sein, Frieden sein, Frieden sein...
 
Es gibt für mich kein fremdes Leid.
Wo es geschieht, ist es nicht weit.
Es gibt für mich kein fremdes Leid,
es traf mich gestern, trifft mich heut.
 
Im Fernsehen sah sie Bilder
aus dem Libanon,
ja sie kam in die Küche
und erzählte mir davon.
 
Mit großen Augen fragte sie plötzlich:
Was machen die Kinder im Krieg?
Vielleicht spielen sie im Keller noch,
wenn die Rakete schon fliegt.
 
Für jedes Kind
soll auf der Welt
immer Brot und Frieden sein, Frieden sein, Frieden sein...
 
Es gibt für mich kein fremdes Leid...

Hinweis: Der hier aufgeführte Text entstammt keiner gedruckten Publikation, sondern wurden von den Originalaufnahmen abgehört. Für ihre hundertprozentige Richtigkeit kann deshalb keine Garantie übernommen werden.