Es muss was Schönes sein

J.Walter

Lyrik

Komp. Thomas Natschinski

Text: Gisela Steineckert

Die ganze Erde scheint nach Wärme zu verlangen,

am Abend steht noch jede Parkbank leer.
Die kleinen Lieben sind im Frost vergangen,
die großen haben`s ohne Bleibe schwer.
 

Ich geh vorbei an leeren Sommerbänken,

mich lässt die Liebe nicht erst heut` allein.
Ich möchte auch mal alles mögliche verschenken -
es muss was Schönes sein, ein bisschen schön zu sein.
 

Ich hatte in der Schule meistens Lobe,

 naja, der eine hat`s der andre nicht.
Doch sah ich selbst in Sonntagsgarderobe nicht wie die Kür aus,
höchstens wie die Pflicht.
 

Ich stand im Ruf, hervorragend zu denken,

und legte manchmal selbst den Lehrer rein.
Doch konnte ich mir das genauso gut auch schenken.
Es muss was Schönes sein, ein bisschen schön zu sein.
 

Man sagt ein Junge lebt von Sehnsucht und Verlangen,

mag sein, doch welcher Kerl ist so allein.
Mir streichelt Thomas Mann im Traum die Haare,
da kann doch etwas nicht in Ordnung sein.
 

Doch steigt mir eine nach, hab ich Bedenken,

ich lenke standhaft in die Freundschaft ein.
So komm ich nie dazu, mich zu verschenken,
es muss was Schönes sein, ein bisschen schön zu sein.
 

Ich möchte manchmal so wie andre Kerle lachen,

doch sicher bin ich dazu schon zu klug.
 Und sagt bei Partys irgend jemand dumme Sachen,
verblüffe ich durch meinen Geistesflug.
Ich sollte lieber schneidig meine Wimpern senken und flüstern:
 Jedes Menschen Herz ist so allein.
 

Sonst komm ich nie dazu, das Beste zu verschenken -

Es muss was Schönes sein, ein bisschen schön zu sein.

Hinweis: Der hier aufgeführte Text entstammt keiner gedruckten Publikation, sondern wurden von den Originalaufnahmen abgehört. Für ihre hundertprozentige Richtigkeit kann deshalb keine Garantie übernommen werden.