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Feeling B - grün & blau Motor Music |
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Thomas Behlert |
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Im vergangenen Jahr wurde die Punkmusik wieder belebt, man feierte ihren Jahrestag. Obwohl Punks nicht viel lesen, beging man diese Auferstehung vorwiegend mit Druckerzeugnissen. Bekannte Musiker oder irgendwelche Bumsjournalisten beschrieben die Zeit, in der sie angeblich mit gefärbten Haaren und Nadeln an der Wange Elternteile oder den Kunsterzieher schocken konnten. All die Punkbands aus Westdeutschland oder England wurden belobigt und der Nachwelt empfohlen. Sie vergaßen aber die Bands aus dem verdammt kleinen Land DDR. Lag es daran, daß sie dort „die anderen Bands“ hießen? Trotzdem fanden sich einige wichtige Vertreter erneut zusammen, um ihre Musik zumindest im Osten neu zu beleben. Die Skeptiker touren wieder, Sandow überraschten mit verdammt lautem Krach und Freygang gibt es schon immer, irgendwie. An Aljoscha Rompes Band Feeling B wollte allerdings keiner mehr glauben, denn Aljoscha verstarb im Jahr 2000. Zu Feeling B gehörten ab 1983 Paul Landers und Christian „Flake“ Lorenz, die mittlerweile bei der Militärkapelle Rammstein die Instrumente bedienen. Da R. gerade keine neuen Klänge in den Boden rammen, vielmehr ihr Mitspieler Richard Z. Kruspe mit „Emigrate“ das schlechteste Heavy-Metal-Album aller Zeiten unter die Leute brachte, besann sich Flake auf seine Anfangszeit mit Aljoscha & Co. Als junger Bub (16 Jahre) nahm ihn Rompe in die Band auf, damit er mit seiner Schweineorgel den Punkklängen einen Baß verpassen konnte. Man tourte durch Kirchen und Hinterhöfe und zelebrierte Punk „Made in GDR“. Bald meldeten sich die Musiker für eine reguläre Einstufung an, ein polizeiliches Führungszeugnis war von Nöten und die Erlaubnis vom Arbeitgeber. Wer in der DDR keine Arbeit hatte, galt als asozial, und Asoziale durften keine Einstufung haben. Von Feeling B sind ein Album vor und zwei Alben nach der Wende geblieben und der Dokumentarfilm „Flüstern und schreien“. Christian Lorenz wollte mit einer „Best Of“ an eine verrückte Zeit erinnern, fand aber im Keller unveröffentlichtes Material, das nun auf „Grün & blau“ zu hören ist. Ein fröhliches hauen und stechen erwartet den Hörer. Die Gitarren jaulen, Aljoscha schreit bis sich die Mütze hebt und manch Text wäre im Entstehungsjahr verdammt gefährlich gewesen. Zwei Songs („Wieder keine Zeit“, „Schlendrian“) sind allerdings kaum anhörbar. Punk eben. Dem Album beigefügt ist ein 160 Seiten starkes Buch mit seltenen Fotos, Ausschnitten von Stasi-Akten und Texten zur Geschichte der Band. „Grün & blau“ merkt man Flakes intensive Arbeit an, die sich über ein Jahr hinzog. Gut, daß es erschienen ist, es gehört zur Musikgeschichte, auch wenn Paul Landers damit nichts mehr zu tun haben möchte. Thomas Behlert |