|
Fermata |
|
Ein Beitrag von Kossi - vielen Dank |
|
|
Wenn es um hervorragenden Jazz-Rock aus Tschechien geht, dann ist Fermata garantiert die erste Adresse! 1973 gründeten der Gitarrist Frantisek Griglak und der Keyboarder Tomas Berka diese Band, die neben dem vordergründig instrumentalen Jazz-Rock auch Stil übergreifend Elemente des Progressiven Rocks, des Folks, ja - sogar klassische Musik und Pop, mit einbanden. |
|
|
|
| Gerade in den Anfängen der 70er Jahre fühlen sich die Musiker sehr zu den sinfonischen Elementen hingezogen (und erinnern beispielsweise an das Mahavishnu Orchestra), die sie dann in den 80ern ein wenig vernachlässigten, da sie mit verschiedenen Vokal-Titeln und besonders dem Album „Ad Libitum“ sich etwas mehr der poppigen Rock-Musik öffnen. Zu diesem Zeitpunkt stellen die Musiker selber fest, dass sie mit „Ad Libitum“ versuchen, neue musikalische Wege zu gehen – die dann aber zurecht nur in eine musikalische Sackgasse führen. |
|
Glücklicherweise erkennt die Band nach „Ad Libitum“, dass diese Musik wohl nicht die Erwartungen ihrer Fans erfüllt und widmet sich ab dem Album „Simile…“ wieder der gewohnten Fusions-Musik aus instrumentalem Jazz-, Hard- und Prog-Rock.
Beachtenswert ist wohl auch, dass fast jedes Album von Fermata einem Konzept folgt, welches sich geschlossen über beide LP-Seiten erstreckt. Welchen Sinn hat das bei Instrumental - Alben wird der Eine oder Andere da fragen. Ganz einfach, die Antwort lautet: „Die Musiker improvisieren ihre Musik nicht, sie legen dieser statt dessen eine eindeutige Basis zugrunde, der sie gezielt folgen. Denn jeder beteiligte Fermata - Musiker kann ein abgeschlossenes Musik-Studium ausweisen und ist an seinem Instrument ein absoluter Perfektionist. Man hört das bei jedem Ton, in jeder Note. Faszinierende Musik aus einem Land, das ähnlich wenig Beachtung bei uns findet wie die Band selbst. Eigentlich schade, oder!?!?
Besetzung
| Tomás Berka | p , synth | |
| Frantisek Griglák | g, p, synth | |
| Martin Hanzel | keyb | 1994 - 1998 |
| Anton Jaro | bg, perc | 1975 - 1977 |
| Ladislav Lucenic | bg | 1977 - 1979 |
| Fedor Freso | bg, voc | 1979 - 1983 |
| Anton Jaro | bg | 1983 - 1990 / 1999 |
| Marius Barton | bg | 1990 |
| Peter Szapu | dr, perc | 1975 / 1999 |
| Cyril Zelenák | dr, perc | 1976 - 1977 / 1983 - 1990 |
| Jindrich G. Planka | dr | 1990 - 1998 |
| Karol Oláh | dr, perc | 1977 - 1983 |
| Milan Tedla | viol , jews harp | 1976 - 1977, ab 1983 |
| Dezider Pito | viol | 1977 - 1979 |
| Peter Oláh | voc | 1977 - 1979 / 1990 |
| Jozef Krajcovic | ten-sax | 1981 - 1983 |
| Jozef Hanák | harm | 1981 - 1983 |
Veröffentlichungen
|
|
1975
Fermeta Rumunská rapsódia / Perpetuum II / Postavím si vodu na caj / Valcík pre krstnú mamu / Perpetuum III |
|
|
1976
Piesen z hol Piesen z hàl' / Svadba na medvedej lúke / Posledný jarmok v radvani / Priadky / Dolu váhom / Vo zvolene zvony zvonia |
|
|
1977
Huascaran Huascaran I / 80 000 / Solidarity / Huascaran II / Bonus: "15" / Valparaiso / Perpetuum |
|
Das dritte Album der Slowaken gilt bereits als ihr absoluter Höhepunkt, das Non-plus-Ultra von Fermata. Ja, kann man da nur sagen, das stimmt voll und ganz! Ein Grund dafür ist wohl schon das gewählte Thema: die Musik beschäftigt sich konzeptionell mit der dramatischen Expedition einer czechoslowakischen Bergsteigergruppe, zum höchsten Vulkan-Kegel Perus, nach dem das Album benannt ist. Während dieser Erlebnis-Reise kommt es zu einem Erdbeben (Ich glaube, das war 1970.), bei dem zwei Städte mit insgesamt 80.000 Einwohnern und die Landsleute der Musiker vernichtet werden. Die ganze Dramatik dieser Expedition, beginnend mit der Vorbereitung und Vorfreude bis hin zum Unglück und die Reaktionen darauf, kann man auf „Huascaran“ Ton für Ton nachvollziehen, man erlebt die musikalisch mit. Eine wahre Meisterleistung der Slowaken! |
|
|
|
1980
Dunajská
Legenda Wlkina / Chotemir / Witemir / Unzat / Trebiz / Zilic / Zuemin / Kocel |
|
Ein weiteres Konzept-Album der slowakischen Jazz-Rocker. Die Scheibe versteht sich als eine Art Vertonung von Geschichten, die der wundervolle Fluss Donau schrieb. Und der Musik gelingt es tatsächlich, nicht eintönig dahin zu fließen, sondern sie ist mal stürmisch, mal düster, mal ruhig und immer bewegend, wie dieser Fluss eben. Eine musikalische Flusslandschaft eingebettet im Jazz-Rock und symphonischen Prog. Wer offen ist für solche Musik, der wird in diesem Album ertrinken |
|
|
|
1980
Biela Planéta Cook / Magellan / Amundsen / Polo / Da Gama / Humboldt / Kolumbus / Livingstone |
|
Schon der Titel des Konzept-Albums „Weißer Planet“ ist etwas besonderes, denn er weist darauf hin, dass jeder einzelne Titel sich mit Persönlichkeiten auseinander setzt, die mit ihrem Einsatz den weißen Flecken auf der Landkarte Farbe verliehen haben. Das Gleiche gilt auch für die Musik auf diesem Album in Bezug auf die musikalische Landkarte! Hier gibt’s Jazz-Rock mit progressiven Anleihen zu hören, der auch vor weltmusikalischen Klängen keine Berührungsängste hat. Leider begannen nach diesem Album die schrecklichen 80er Jahre: zumindest aus musikalischer Sicht für Fermata. |
|
|
|
1981
Generation Tie-Break / Vina Del Mar / Calamity / Gastronomic Pleasures / Boleti / Reserve / K.O. |
|
Werden die Jungs aus der Slowakei alt oder fällt ihnen nichts mehr ein – sind die musikalischen Ideen ausgegangen? Dieses Album plätschert ein wenig vor sich hin, hat einfach zu wenige musikalische Ecken und Kanten. Das enttäuscht gerade darum, weil die unmittelbaren drei Vorgänger-Scheiben ja regelrecht ihren Musik-Fundus wie aus einer stilistisch bezaubernden Wundertüte hervorzogen. Oder ist der letzte Titel auf diesem Album jetzt Fermatas Programm? |
|
|
|
1984
Ad Libitum World On The Boards / How Do You Do / S.O.S. / Forget Me / Get In The Right Train / First Downfall / I Don’t Know Why / Post Scriptum / Don’t Turn Around / Ad Libitum |
|
Musste dieses Album wirklich sein? Zwar kündigte sich mit „Generation“ schon der Hang von Fermata in Richtung Easy-Listening-Musik an, aber da blieb man wenigstens noch auf dem instrumentalen Teppich. Nun wird sogar noch nervender, nicht gerade gut artikulierter, englischer Gesang eingesetzt. Na ja, der passt sich einfach dieser musikalischen Mixtur aus ungenießbarem Rock und Pop mit ein paar instrumentalen Ausbrüchen an. Wer Fermata kennen lernen möchte, sollte von diesem Album unbedingt die Finger lassen, denn es hat eigentlich mit ihrer musikalischen Ausrichtung so viel zu tun, wie der Weihnachtsmann mit Ostereiern. |
|
|
|
1991
Smile Dr.Gamow / Psie Boogie / Pod tichou riekou / Stretnutie / Spomienka na Amsterdam / Mardi Gras / Hriesnik / Hrdzovlasá |
|
Nach dem schwächsten Album „Ad Libitum“, das Fermata leider als so eine Art Leiche im musikalischen Keller liegen hat, entschädigt diese Scheibe für das zuvor erlittene Grauen. Hauptsächlich gibt es hier instrumentalen Prog- und Hard-Rock zu hören, der sich gewaschen, aber nie weichgespült hat. Jedes Instrument erhält seine Freiräume und alle zusammen entwickeln mitunter sogar einen gehörigen Bombast. Ein Album voller Überraschungen von der ersten bis zur letzten Minute. |
|
|
|
1994
Real - Time Long way / Return / Somedays / Blue Monday / Tequila sunrise / Impresion / Subway / Living your lives / Love time / Hot stuff / Digestive |
|
Zum Glück gibt’s auf diesem Album nur zwei Titel mit Gesang und es ist die deutliche Besinnung der Band auf ihre frühen Stärken erkennbar: anspruchsvoller Instrumental-Rock mit Jazz-Elementen verfeinert. Die Band biedert sich auch nicht im Progressiven Rock an, sondern holt weiterhin alles aus ihren Instrumenten, was das Zeug hergibt. Da stehen eben perfekte Musiker im Studio – und jeder aufgeschlossene Hörer wird das auch bemerken. |
|
|
|
1999
X Full Power / Part I / Rendez-vous / Genuine / Letna / Pop Art / Perpetum III / Guitar Dreamin’ / Part II / Fade Out |