Flexibel

Thalheim

Lyrik

Komp. Barbara Thalheim / Jean Pacalet

Text: Leo Kettler (= Lothar Klünner)

New Labor und new Schröder
servier'n uns jetzt als Köder
in ihrer neuen Bibel
NUN SEID MAL SCHÖN FLEXIBEL
Da hilft weder Jammern noch Fluchen
das müssen wir mal untersuchen

Habe nun ach Philosophie
Kunstgeschichte und Soziologie
und noch manch andere köstliche Kunst
mit Eifer studiert alles umsunst
Das Ende war ein einziger Flop
Ich fand keinen Job.

Sagt mir im Arbeitsamt der Typ:
Nanu wat kiecken Se denn so trüb
Hier hilft weder Fluchen noch Wimmern
Sie müssen sich selber kümmern
Immer ran und nicht so penibel
nu sei'n Sie mal'n bisschen flexibel

Na hör'n Se mal sag ich ich geh mit der Zeit
bin fast zu jeder Arbeit bereit
was ich kann ist schließlich kein Dreck
und was ich gelernt hab schmeiß ich nicht weg
Ich bin nicht der Mensch für alle Zwecke
da bleibt der Charakter ja auf der Strecke.

In manchen Politikerhirnen
sind Pflaumen und Äpfel gleich Birnen
Jedoch ein flexibler Kassierer
ersetzt keinen Programmierer
auch sind nur die wenigsten Lehrer
geeignet als Straßenkehrer

Irgendwo hat die Anpassung auch eine Grenze
ich mach für'n Job keine Affentänze
Unsre Wirtschaft wird erst für geklonte Affen
den wirklich sicheren Arbeitsplatz schaffen
Da will ich doch lieber menschlich bleiben
mit allen die heute noch lesen und schreiben

Phantasiebegabt und sensibel
ist der Mensch und von sich aus flexibel
Doch nie wer ich davon lassen
Unsere Arbeit muss zu uns passen
Ich steh zu der Utopie
einer menschlichen Ökonomie

Hinweis: Der hier aufgeführte Text entstammt keiner gedruckten Publikation, sondern wurden von den Originalaufnahmen abgehört. Für ihre hundertprozentige Richtigkeit kann deshalb keine Garantie übernommen werden.