Fluss der toten Fische

MSB

 

Lyrik

Komp. Christian Höhle

 

Text: Ingeburg Branoner

 
     

Wer schüttet schon den Abfalleimer

in die gute Stube,
und wer von euch ihr Leute
spuckt sich selber in die Suppe?

 Wer baut sich schon `ne Jauchegrube

direkt vor die Tür,
etwa ihr ?
 

Es fließt der Fluss

kühl und gemessen
durch Wälder hin und saftig grüne Wiesen.
 

An seinen Ufern ziehen weidend Herden

und flinke Fische
zirkeln stete Kreise.
 

Es fließt der Fluss

die vorgezeigte Straße
ahnt seine klare Quelle noch
und macht sich nützlich.
 

Da öffnen Schleusen sich

und speien Gift und Tod aus.
 

Der Fluss erstarrt,

die Wellen werden träge
und trübe wird sein klarer Blick.
 

Der bunte Barsch,

die funkelnde Forelle,
der blinke Blei,
sie glotzen offenmäulig
und wälzen sich
erstickend sterbend
in des trägen Flusses Fluten
um endlich aufgedunsen
platzbäuchig stinkend
auf dem Fluss zu treiben.
 

Wer schüttet schon den Abfalleimer

in die gute Stube,
und wer von euch ihr Leute
spuckt sich selber in die Suppe?

 Wer baut sich schon `ne Jauchegrube

direkt vor die Tür,
etwa ihr ?

Hinweis: Der hier aufgeführte Text entstammt keiner gedruckten Publikation, sondern wurden von den Originalaufnahmen abgehört. Für ihre hundertprozentige Richtigkeit kann deshalb keine Garantie übernommen werden.