Interview  Frank Schöbel

 
 

Thomas Behlert

 
 

 

 
 

Januar 2010

 
     

„Wenn ich Lust habe, mache ich ein Album“ 

Ihr populärstes und meist verkauftes Album ist „Weihnachten in Familie“. Auch heute noch kaufen junge Eltern zum Weihnachtsfest diese Platte, weil sie diese schon aus ihrer Kindheit kennen. Ist es in Ordnung, dass gerade dieses Werk ihr erfolgreichstes ist, oder liegt dieser Erfolg wie ein Fluch auf ihnen?

Frank: Die gleiche Frage hat man mir auch schon zur Platte „Wie ein Stern“ und „ Komm wir malen eine Sonne“ gestellt. Wenn man solche Treffer „landet“ freut man sich einfach nur.  

Verdienen Sie wenigstens noch etwas an diesem Album? Oder bekommt alles die Plattenfirma, wie es bei so vielen Veröffentlichungen von DDR-Musik ist?

Frank: Vor allem bei den Filmen, da „sacken“ die „Rechtsnachfolger“ alles ein, ` ne  Frechheit wie man mit den Schauspielern umgeht. Als Komponist und Sänger ist man heute an der CD beteiligt, aber die „Ausschüttung“ wird immer weniger, weil die GEMA das `wer weiß wie…´ abrechnet. Ich muss als Komponist zum Glück nicht davon Leben. 

Ein neues, offizielles Album haben Sie länger nicht mehr gemacht. Andere Schlagersänger gönnen ihren Fans keine Pause, sie beglücken diese jedes Jahr mit einem neuen Album. Ist bei Ihnen etwas Neues geplant? Und wieso lassen Sie sich so lange Zeit?

Frank: Ein Album „kennst du ein Lied, kennst du sie alle“ will ich nicht. Es muss schon was an Themen zusammen kommen. Wenn ich dazu Lust habe und die Zeit reif ist, mache ich wieder eins. 

Darf man Sie überhaupt als Schlagersänger bezeichnen? Würden Sie lieber einen anderen Begriff wählen?

Frank: Ja, bitte. In meinen Berufsausweis steht Sänger. Es kann auch jeder andere zutreffende moderne Begriff sein. 

Auf ihrer jetzigen Tour ist ihre Tochter dabei. Was wird sie den Zuschauern präsentieren?

Frank: Meine Tochter war viel in der Welt unterwegs und hat schöne Eindrücke gesammelt. Daraus sind neue Lieder entstanden. Die wird sie vorstellen. Außerdem singen wir unser bekanntes Duett „Spiegelbild“ von der letzten CD.  

Sollten die Besucher textsicher sein? Kommen auch die ewigen Hits zu neuen Ehren?

Frank: Na klar. Es wird eine musikalische Zeitreise geben, meine Hits aus den 60er Jahren bis heute, dazwischen Geschichten. Z.B. flötet mein Musiker Ali Kirfe die 1. Invention von Bach, während ich die 2. Stimme pfeife und das alles - hautnah. Was haben wir schon gelacht… 

Sie haben viel erlebt, haben mit berühmten Kollegen gesungen und mit diesen auf der Bühne gestanden. Gibt es trotzdem noch einen Musiker, mit dem Sie unbedingt noch singen wollen? Welcher Wunsch soll bei ihnen noch in Erfüllung gehen?

Frank: Nein, da habe ich keine Wünsche. Eher würde ich mich über einen neuen Film freuen. Da ist auch was im Busch, aber ich habe gelernt vorher nicht darüber zu reden. 

Wie halten Sie sich zwischen den Konzerten fit? Spielen Sie noch Fußball?

Frank: Ja zweimal in der Woche ist Training, danach geht’s ins Fitness Studio. Im Winter mache ich Langlauf, gerne auch 20 – 30 km. 

In Gotha waren Sie schon lange nicht mehr. Werden Sie überhaupt Zeit haben, sich das Städtchen näher anzusehen?

Frank: Ehrlich gesagt: nein. Ich fahre ja auch noch einen Teil der Musiker, komme an, probe, schreibe Autogramme vor, dann ist die Show und anschließend Autogrammstunde. Danach geht’s mit dem Auto weiter.   

Gibt es in ihrem Leben etwas, was Sie bereuen?

Frank: Nein, ich habe großes Glück gehabt.