Frühprogramm

Engerling

Lyrik

Komp. Wolfram Bodag

Text: Wolfram Bodag

 
Froh gelaunt in den neuen Tag,
Mantel an, zur Türe raus und ab,
kriegst du schon im Hausflur `n Ding vor`n Kopf.
Die Alte aus`m Vorderhaus
brüllt laut zum Fenster raus.
Und lappt dich voll,
dir schwillt der Kamm -
ist das ein Frühprogramm.
 

Wir wünschen ihnen

einen guten Morgen,
und einen schönen Tag.
Sei`n sie nett zu
ihren lieben Nachbarn,
blenden sie rechtzeitig ab.
 

Du schiebst die Strasse lang,

schlendriger Morgengang,
und pfeifst gemütlich vor dir hin.
Die Leute sehn dich blöde an,
als hättest du sonst was getan.
Du hast doch nur dein Frühprogramm im Sinn.
 

Wir wünschen ihnen

einen guten Morgen,
und einen schönen Tag.
Sei`n sie nett zu
ihren lieben Nachbarn,
blenden sie rechtzeitig ab.
 

Die grauen Tauben ziehn vorbei,

Tauben graues Einerlei.
Du blickst ihnen treudoof ins Gesicht,
doch das mögen sie nicht.
 

Du sitzt in der Straßenbahn,

guckst dein gegenüber an.
Der beglotzt die Frau dort an der Tür,
die bohrt ihren starren Blick
prompt zurück in dein Genick,
nur auf einen Fleck,
wenn du dich umdrehst
sieht sie weg.
 

Alle singen sich das Lied vom Morgen,

und schließlich die Gesichter zu.
Haben ihre Kragen hochgeschlagen
und lassen sich in Ruh.
 

Werd nicht schwach,

du bist doch ganz gesund,
Morgenstund` hat Gold im Mund.
Irgendwann steht jedem mal der Kamm
bei seinem Frühprogramm.

Hinweis: Der hier aufgeführte Text entstammt keiner gedruckten Publikation, sondern wurden von den Originalaufnahmen abgehört. Für ihre hundertprozentige Richtigkeit kann deshalb keine Garantie übernommen werden.