Fuss aus Stolz  ( Foot Of Pride )

Renft

Lyrik

Komp. Bob Dylan

Text: Bob Dylan / deutsch: Gerulf Pannach

 
Wie ein Pfeil fährt der Blitz durch einen Mann
Und seine Frau kriegt’s mit der Angst
Sie hat auch zu top gelebt
Sie sagt: „Papilein!“ beim Begräbnis und ein Stoßgebet
Der Priester warnt davor das man Christus verrät
Da sieht man wieder was die Erde macht –
Wer zu hoch hinaus will, der kommt schnell wieder herab
Oh, weißt du, was man zu den netten Leuten
Die auf dem Weg nach oben sind, sagt?
„Früher oder später sehen wir uns alle wieder im Grab!“
 
Es gibt kein Zurück
Wenn der Fuß aus Stolz abstürzt
Gibt es kein Zurück!
 
Da war  ‚ne Dame namens Carmen
Nie vergess’ ich diesen Namen –
Blutorangenlippen und das Blut gemixt
Sie strahlte wie der Sonnenball
Und war kalt wie Eis
Und sie trank, und die Drinks war’n gefixt!
„Oh, sing mir noch’n Song von der Liebe bis zum Morgen, Fremder!
Und ich fall auf dich herein wie auf’n Film mit Erroll Flynn!“
Die Nacht war voller Verhängnis –
Ich sagte in der Bedrängnis:
„Komm, erzähl mir noch ’ne Dummheit
Denn das brauchst du mehr als Liebe!“
Und ich ging
 
Es gibt kein Zurück
Wenn der Fuß aus Stolz abstürzt
Gibt es kein Zurück!
 
Ein Geschäftsmann aus Berlin
Schmiss alle Siebensachen hin
Die Karriere und die Autoschlüssel
Und die Karten und den Kredit
Zog’n Blaumann an und verschwand –
Nur ein kleiner Junge hat ihn gesehn
Und hat ihn erst später auf ’nem Fahndungsfoto erkannt
So läuft manches anders als man denkt
Denn wer aussteigt, der stieg irgendwann mal ein
Nach dem Absturz kommt gleich der freie Fall
Keinem wird irgendwas geschenkt
Nur ein kleiner Junge hat auf einmal
Eine Menge Silbermetall!
 
Es gibt kein Zurück
Wenn der Fuß aus Stolz abstürzt
Gibt es kein Zurück!
 
Es gibt so wunderbare Leute die verdammt worden sind
Nur, weil sie sich was nahmen was ein anderer sich nahm
Mal war es eine Frau, mal zuviel Absinth
Manchmal auch das Leben, weil es darauf überhaupt nicht mehr ankam
So ging’s einem Freund, der Tag für Tag dieselbe Straße sah
Und dieselben Leute
Wo er ging und stand und saß
Was ihm übrig blieb, war nicht mal ’ne Sekunde voll Spaß
Von ihm blieben nur die Stiefel
Und ’ne Riesenrechnung für Gas
 
Es gibt kein Zurück
Wenn der Fuß aus Stolz abstürzt
Gibt es kein Zurück!
 
Wenn du zuhörst, hör nicht auf
auf dich zu hörn!
Keiner hat die Wahrheit je gefunden weil er höher stand
Kein Politiker, kein Zwei-Meter-Mann
Kein Volksredner
Ein jeder hat nur fünf Finger an jeder Hand!
Und alle reden Jahrmarkt
Ist die Welt von Tränen, heißt es:
„Mensch, wird hier gelacht!“
Da, wo die Straßen dunkel sind und Hakenkreuze funkeln
Liegen Fremde in Karnickel-Angst wach
Grob, roh, laut, so ruft es von draußen lebensfroh!
 
Es gibt kein Zurück
Wenn der Fuß aus Stolz abstürzt
Gibt es kein Zurück!

Hinweis: Der hier aufgeführte Text entstammt keiner gedruckten Publikation, sondern wurden von den Originalaufnahmen abgehört. Für ihre hundertprozentige Richtigkeit kann deshalb keine Garantie übernommen werden.