Der
Amselhahn, um viere früh,
Schreit mir sein schrilles Tirili
Vom
Luftschacht in die Zelle
Schon machen meine Jalousien
Die
Augen rauf
Draußen wird es helle
Und
ich lieg hier lebendig tot
Schön eingemachtes Knastkompott
Im
Einweckglas aus Ziegeln
Der
Amselhahn singt wie ein Gott
Ach,
Brüderchen,
Pump
mir deine Flügel!
Ich
flöge schneller als ein Jet
Und
schwupp, zu meiner Frau ins Bett
Mit
die gestreiften Sachen
Ich
weiß nicht, wie ich landen tät
Doch
ein's ist klar,
Sie
würde Augen machen!
Doch
Augen macht mir hier im Knast
Der
Posten nur, der gut aufpaßt
Auf
mich, den wohlverwahrten,
Unfreiwilligen Dauergast
Und
bis sich da was ändert, du,
Da
kannste lange warten!
Die
Amsel schluchzt ihr Freiheitslied
Und
mir vergeht der Appetit
Selbst auf 'ne Zigarette
Wie
Einer, der vorm Richtblock kniet,
Häng
ich den Hals
Über
die Toilette
Was
sonst! mir kommt die Wut hoch, Mann,
Auf
den dreimal verfluchten Kahn
Und
die am Ruder drehn
Das
schwimmt als Dreck im Ozean
Der
Menschheit rum
Und
will nicht untergehn
Der Amselhahn, mich trifft der Schlag!
Ist fort, vielleicht zum nächsten Park
Auf eine grüne Hecke
Und kriech vor dem neuen Tag
Bis an das Kinn
Nochmal unter die Decke