Geisterstunde

Schubert B.

Lyrik

Komp. Sieghart Schubert

Text: Ingeburg Branoner

An der Saale hellem Strand
das ich nicht lach,
da steht ein altes Schloß ohne Dach.
In seinen mauern da heult der Wind,
und seine Fensterhöhlen sind blind.
 
Geisterstunde, Mitternacht
und ein alter Uhu lacht.
Sonne fiel ins Brunnenloch
und da schwimmt sie immer noch
 
Auf seinen Zinnen weht grünes Gras
Tauperlen zittern, wie Tränen nass.
Nachtschwarze Dohlen hausen im Turm,
fliehende Wolken künden den Sturm.
 
Geisterstunde, Mitternacht
und ein alter Uhu lacht.
Sonne fiel ins Brunnenloch
und da schwimmt sie immer noch
 
Rasselnde Schritte dringen ans Ohr,
da springt ein schwarzer Reiter durch`s Tor.
Nebel verschlucken Reiter und Roß
und eine schwere Tür fällt ins Schloß.
 
So geschehen am hellen Tag,
als ich da im Grase lag,
gegenüber von dem Schloß
und den Sonnenschein genoß.
So geschehen am hellen Tag,
als ich da im Grase lag,
Nebel stieg und Nebel fiel,
der alte Gaffer trieb sein Spiel.

Hinweis: Der hier aufgeführte Text entstammt keiner gedruckten Publikation, sondern wurden von den Originalaufnahmen abgehört. Für ihre hundertprozentige Richtigkeit kann deshalb keine Garantie übernommen werden.