Gleis Sechs

St. Krawczyk

Lyrik

Komp. Stephan Krawczyk

Text: Stephan Krawczyk

 

Zum ersten Mal hab´ ich dich im Buchgeschäft gesehen
Du liest im  ´´Zwiespalt der Seele´´  von Greene
Ich frage , ob dir auch so zwiespältig sei
Einerseits Dezember , doch Gefühle wie im Mai .
Du stellst den Roman in´s  Regal zurück
Und sagst , dass du nicht mit fremden Männern sprichst.
Charmant hab´ ich dich ´rumgekriegt , kaum sind wir allein
Da fällt mir leider nur wieder das eine ein .
 
Der Triebwagen der Biologie
Pfeift und dahin ist die Phantasie .
Mein Kopf ist ein aufgesetztes Gewächs
zur Abfahrt nach Liebe Gleis sechs .
 
Du hast bemerkt , dass ich mir selbst zu stürmisch war
Und liest in  ´´Kleiner Mann , was nun´´  von Fallada
Das eingebunden mit uns im Kaffeehaus sitzt
Was die Atmosphäre noch zusätzlich erhitzt .
Denn wie du dir dabei in deine Haare greifst
Dies Rasse , diese Klasse , wird selten erreicht .
Du stellst mir eine Frage , ich hab´ den Pfiff im Ohr
Und komm´ dir höchstwahrscheinlich ziemlich dusslig vor .
 
Der Triebwagen der Biologie
Pfeift und dahin ist die Phantasie .
Mein Kopf ist ein aufgesetztes Gewächs
zur Abfahrt nach Liebe Gleis sechs .
 
Mir fällt nichts ein , wie ich zur Sache kommen kann
Und schau mir währenddessen deine Formen an
Mein Knie spürt dein Knie : Versuch Nummer zwei
Du blätterst um , als wäre es dir einerlei .
Am liebsten würd´ ich gehen, was hält mich noch hier
Ich lächle nervös , du lächelst konzentriert .
Du liest auf deiner Seite , ich bin meinerseits
Ein Freier und Gefangener der Fruchtbarkeit
Der Triebwagen der Biologie
Pfeift und dahin ist die Phantasie .
Mein Kopf ist ein aufgesetztes Gewächs
zur Abfahrt nach Liebe Gleis sechs .

Hinweis: Der hier aufgeführte Text entstammt keiner gedruckten Publikation, sondern wurden von den Originalaufnahmen abgehört. Für ihre hundertprozentige Richtigkeit kann deshalb keine Garantie übernommen werden.