|
|
Wenn wir zur Nacht uns
in vier Wände verdrücken |
| so ein jeder, in seinem Zuhaus |
| Träume ich manchmal von ganz
goldenen Brücken |
| und die ziehn aus dem Fenster
hinaus. |
| Und ihr Geländer ist wie
von Kaiserpalästen |
| und da schreitest du selbst wie ein
Fürst |
| hoch über Straßenschlucht und
Neubaukästen, |
| ja nur fort, das du wirst, was du
wirst. |
| Und ein Strom von Menschen
zieht wie du |
| über goldne Brücken dem Andern zu. |
| Menschen, die am Tag sich nie
gesehn |
| können nun am Abend zusammengehn. |
| Brücken der Begegnung,
schön und reich |
| links und rechts Laternen,
sternengleich |
| und ein jeder, der die Sehnsucht
hat |
| geht auf goldnen Brücken hoch über
der Stadt. |
| Guten Tag, gute Nacht |
| was hast du heut gemacht und
gedacht. |
| Gute Nacht, guten Tag, |
| wünsch ich dem, den ich mag und
sag: |
| Geh mit mir |
| Wege von Haus zu Haus,
|
| von Fenster zu Fenster |
| himmelhoch durch die glasklare
Nacht. |
| Die Einsamkeit entlässt ihre
Gespenster |
| und die Freundlichkeit nähert sich
sacht. |
| Brücken der Begegnung,
schön und reich |
| links und rechts Laternen,
sternengleich |
| und ein jeder, der die Sehnsucht
hat |
| geht auf goldnen Brücken |
| hoch über der Stadt. |