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Gummifabrik |
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A.Schmidt |
Lyrik |
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Komp. Arno Schmidt |
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Text: Ed Stuhler |
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30 Jahre bin ich da hingemacht, |
| 30 Jahre, das muß man sich mal vorstellen, |
| 30 Jahre Spät, Früh, Nacht, |
| in der Gummifabrik. |
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30 Jahre hab ich was andres gesucht |
| und bin doch irgendwie hängen geblieben, |
| 30 Jahre hab ich die Bude verflucht, |
| diese Gummifabrik. |
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Diesen Gestank und diese Schmiere, |
| Ruß und Oel, verdammter Teufelsdreck, |
| da schruppste mit Cito stundenlang deine Haut |
| und kriegst das Zeug doch nicht ganz weg. |
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Nach der Nachtschicht ist der Anker zu, |
| da trinkste dein Bier in der Mitropa, |
| damit du überhaupt einschlafen kannst, |
| am Tresen der ewig besoffene Opa. |
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30 Jahre bin ich da hingemacht, |
| 30 Jahre, das muß man sich mal vorstellen, |
| 30 Jahre Kneipe, jeden Tag, |
| nach der Gummifabrik. |
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Und erst der Mief im Umkleideloch, |
| mit den verbeulten Spinden aus Blech, |
| nach Männerklo und Schweiß und wonach noch? |
| Na, nach Gummifabrik. |
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Na klar, es gab auch geile Sachen, |
| nachts die Presse-Weiber im Mahlgut gevögelt, |
| da geht die Post ab, das mußte mal machen, |
| in der Gummifabrik. |
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Die Hand, wie ich die verlor? |
| Einen Moment nicht aufgepaßt an der Walze. |
| Sowas kommt immer wieder vor, |
| in der Gummifabrik. |
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Es hätte viel schlimmer kommen können, |
| hat mich ja nicht umgebracht, |
| aber an die Walze konnte ich nicht mehr, |
| habe ich bloß noch Transport gemacht. |
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Die schweren Wagen mit Kautschuk und Ruß, |
| alles per Hand, sage ich dir, |
| zwei bis drei Tonnen in jeder Schicht, |
| da brauchste hinterher bloß noch dein Bier |
| 30 Jahre hab ich da abgefaßt, |
| 30 Jahre das mußt du dir mal vorstellen, |
| mein Gott, und wie hab ich die Bude gehaßt, |
| diese Gummifabrik. |
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30 Jahre Spät, Früh, Nacht, |
| das ist mein halbes Leben. |
| jetzt habn`se die Bude dicht gemacht, |
| meine Gummifabrik. |
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Na klar, ist alles Schrott und Müll, |
| Maschinen aus den zwanziger Jahren. |
| Kennst du einen, der sowas noch will? |
| Wird alles auf die Deponie gefahren. |
| Wir reißen alles ab auf ABM, |
| vier Wochen haben wir noch zu tun, |
| dann ist nichts mehr zu sehn |
| von meiner Gummifabrik. |
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Dann steht hier bald ein Supermarkt - |
| und ich am Tresen in der Mitropa, |
| was soll ich machen, den ganzen Tag, |
| als arbeitsloser Opa. |
Hinweis: Der hier aufgeführte Text entstammt keiner gedruckten Publikation, sondern wurden von den Originalaufnahmen abgehört. Für ihre hundertprozentige Richtigkeit kann deshalb keine Garantie übernommen werden.