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Im tiefsten Südwesten der
Republik, in Tübingen, entstand ein Projekt über den 1998 mit 43 Jahren
verstorbenen Lausitzer Musiker Gerhard Gundermann. Im Juli soll dort die
100te Vorstellung über die Bühne gehen. Das Ensemble, welches längst nicht
mehr komplett am Tübinger Theater engagiert ist, trifft sich immer mal
wieder, um als Randgruppencombo Gundermanns Songs zu spielen. Das
vorliegende Album präsentiert nun einen Mitschnitt aus dem vergangenen Jahr.
Über 2000 Fans erlebten
zehn gut aufgelegte Musiker, die knapp 40 Instrumente zum klingen brachten.
Was bekommt nun der Kunde für sein Geld? Gleich zu Anfang den bisher
unbekannten Gundermann Song „In meines Vaters Land“. Dieses Lied ist so
intensiv gespielt und voller Blues, der Texter und Komponist hätte seine
Freude daran gehabt. Der Kontakt zum Publikum ist übermäßig, schließlich
gibt es ja auch eine ganze Latte geschmackvoll zusammen gestellter Songs.
Darunter, frei von jeglichem Technik-Firlefanz, Gundermann-Klassiker wie
„Männer und Frauen“, „Sonntag in Schwarze Pumpe“ und „Dickes Ende“. Köstlich
auch, die verrockten Titel, die man bislang nur als Soloaufnahmen kannte:
„Kommen und Gehen“, „Die Zukunft“, „Fliegender Fisch 2“.
Wer das Album hört, der
bedauert bestimmt inständig, nicht zu den 2000 Auserwählten gehört zu haben,
die an zwei Tagen im Dezember des vergangenen Jahres, dabei sein durften.
Mehr kann sich Mensch von einem Live-Album nicht wünschen. |