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Gerhard Gundermann ist
gestorben, 43 Jahre jung. Der Schock über den plötzlichen Tod des singenden
Baggerfahrers aus der Lausitz trieb im vergangenem Jahr mehr als 3000
Menschen der einst bunten DDR-Musikszene zum Waldfriedhof Hoyerswerda. Die
meisten Trauernden sind nicht viel jünger oder älter als Gundermann. Er
hatte die 30- bis 45jährigen eine "übersprungene Generation" genannt - und
meinte vor allem die kulturell-künstlerische Intelligenz.
Eine in der DDR geborene
Generation, deren Erfahrungen weder in der Ära Honecker noch in der
erweiterten Bundesrepublik unter Kohl von Interesse scheinen. "Ich hoffe,
wir sehen uns wieder - aber nicht wieder bei so einem traurigen Anlass" ,
sagte ein junger Grauhaariger zu einem Bekannten aus alten Zeiten. Nun
knüpft ein Gundermann-Verein die mit dem Ende der DDR verloren gegangenen
Fäden einer Gemeinschaft neu. Er fragt sich, wer war dieser Gundermann, der
sich mit Liedern oft voller Todessehnsucht als "Tankstelle für Verlierer"
verstand und sich als wichtigste Oststimme der Gegenwart davonmachte. Was
hat er mit uns zu tun - was mit den anderen Toten des Ostrock, die vor ihm
starben?
Nur wenige Wochen vor
Gundermanns Tod siegte der Krebs über Gerulf Pannach. Mit seinen Texten für
die legendäre Klaus-Renft-Combo prägte er die lustvollen Anfangsjahre des
DDR-Rock entscheidend mit. Zu Beginn der 70er Jahre schossen Bands wie Pilze
aus dem Boden, die mit eigenen romantisch-lyrischen Songs um Profil und
Publikum rangen. Langhaarige im Saal und auf der Bühne hörten aufmerksam
einander zu, lebten in Parties lang unterdrückte Gefühle aus und glaubten
mit Honecker an einen toleranten Sozialismus. Schließlich förderte er nun
die Bands, die Ulbricht verboten hatte.
Zehn Jahre später waren
die Illussionen erloschen und die Rockmusik unter fördernder staatlicher
Kontrolle. Die Band Silly fing die düstere Stimmung im Land, Wut und
Ohnmacht über die Lügen der erstarrten alten Machtmänner ein. Sie
beherrschte die Kunst perfekt, Wahrheiten schwungvoll gedrechselt zwischen
den Zeilen zu verstecken. Mit dem Krebs-Tod ihrer Sängerin Tamara Danz (43)
vor zwei Jahren wurde ein wichtiger Teil jener frustgeladenen 80er Jahre
endgültig Geschichte.
Hinter Pannach, Danz und
Gundermann steht keine Industrie, die aus den Toten Kapital schlagen wird.
Die Übriggebliebenen feiern nostalgische Zeiten. Sie haben weder ausreichend
Kraft, noch Lobby und Geld, sich mit neuen Songs trotz hervorragender
musikalischer Qualitäten auf dem riesigen Musikmarkt Achtung zu verschaffen.
Aber war nicht das Ende des teilnationalen Ostrock mit dem Untergang der DDR
beschlossene Sache?
Auf den ersten Blick
scheint die drei toten Rebellen wenig miteinander zu verbinden. Der
intellektuelle Einzelgänger Pannach fiel mit seinem roten Schal,
Baskenmütze, schwarzem Mantel und zusammengebundenem Pferdeschwanz auf. Er
war ein kleiner, zäher Typ, der mit seiner unverblümt-sarkastischen Sprache
einen zutraulichen Eindruck erweckte. Er konnte sentimental sein, immer aber
unberechenbar, oft aggressionsgeladen, streitsüchtig und störrisch.
Die distanziert-kühle
Rocklady mit dem Sexappeal dagegen schob mit ihrer schnoddrigen Art
Konflikten an - um dann von ihnen davon zu laufen. Die blonde Löwenmähne und
die schicken Lederklamotten machten die charismatische Tamara Danz zu einer
Kunstfigur. Ihre rauchige, aggressive Stimme schützte wie ein Panzer ihre
weichen, verletzlichen Seiten.
Der ökologisch denkende
Vegetarier Gerhard Gundermann passte mit Fleischerhemd, roten Hosenträgern
und Hornbrille nicht ins Showbusiness. Seine Stimme krächzte mehr als sie
schwang. Aber er hatte Mut , sich auf eine Bühne zu stellen. Er redete wie
ein Wasserfall und fuchtelte er mit den Armen, als müsse er einen
schützenden Graben zwischen sich und seinem Gegenüber schaffen. Konzentriert
und verbissen füllte er als Baggerfahrer und Rockpoet zwei Berufe. Arbeit -
das war sein höchster Lebensgenuss.
Die drei trieb der Drang
nach Freiheit in dem von Mauern umgebenen Land zur Musik. Als Idole
bekundeten sie stellvertretend für ihre Generation "Stinkwut über diesen
DDR-Scheinsozialismus" , ohne sich von der Idee des Sozialismus zu trennen.
Gefangen von den autoritären DDR-Strukturen stellten sie sich nicht mutig
genug ihren persönlichen Konflikten zwischen Anpassung und Protest. Die DDR
hielt sie fester, als ihnen lieb und bewusst war.
Die Widersprüche, an denen
sie scheiterten, reichen zurück in die Kindheit.
Gerhard Gundermanns Eltern
ließen sich scheiden. Der Vater, ein Werkzeugmacher, brach den Kontakt zum
Sohn ab und gab ihm die Schuld für "sein versautes Leben" . Auch die Mutter,
eine Sachbearbeiterin und Gewerkschaftsfunktionärin, kam aus "einer
Generation, die um so vieles betrogen wurde" . Mit ihren Kindern zog sie von
der Naturidylle Weimar in die Betonstadt Hoyerswerda. Als "Gundi" in einem
Schulaufsatz schrieb, daß sich hier der "Abschaum der Menschheit" träfe,
macht ihm die Lehrerin klar, dass er dazugehört. Es mangelte nicht nur drei
Tage vorm Lohntag an Geld, sondern wohl vor allem an Liebe. Die Schwester
landete im Jugendwerkhof. Und der Junge mit den Segelohren und der hässlichen
Brille hatte nie einen Schulfreund. Dabei sehnte Gundermann sich danach,
"einer unter anderen zu sein". Der Außenseiter musste andere Wege finden, um
auf sich aufmerksam zu machen.
Wie Tamara Danz, die
verwöhnte Diplomatentochter. Der Vater, ein glühender Kommunist, impfte ihr
mit dem Namen seinen von der Partei geprägten Willen in die Seele: Tamara
hieß die Tochter des DDR-Präsidenten Wilhelm Pieck mit dem zweiten Vornamen.
Die kleine Danz wuchs wohlbehütet in Sofia und Bukarest auf und besuchte die
privilegierte Botschaftsschule in der Sowjetunion. Doch sie lebte nicht gern
in der Fremde. Sie hatte Sehnsucht nach Berlin, wo sie nur in den Ferien
sein durfte. Die "angesagtesten Klamotten" , die sie trug, waren ein Stück
Ersatz dafür, dass die Karriere des spießigen Vaters ihr Leben bestimmte.
Wer in der politisierten
DDR lebte, hatte zwangsläufig einen dritten Elternteil: Vater Staat.
Spätestens in der Schule hämmerte er den Kindern heroische Ideale in die
Köpfe. Ihnen sollte es einmal besser gehen. Deshalb mussten sie wie die
Mächtigen Verantwortung für die ganze Welt übernehmen, damit diese sich zum
Gutem entwickle. So wie die sozialistische DDR. Vertrauen in die Kinder, den
eigenen Weg zu suchen und zu finden, hatte der strenge Vater Staat ebenso
wenig wie die Masse der leibhaftigen Eltern. Statt den Aufwachsenden Halt zu
geben, ließen die Erwachsenen sie fallen, wenn sie sich in eine ungewünschte
Richtung bewegten. Die mutigsten Kinder rebellierten gegen das aus den
30erJahren stammende Erbe der Altkommunisten. Sie maßen hohle Phrasen am
Alltag, um ein Stück vom eigenen Ich zu bewahren. Außerdem machte es Spaß,
die Verbote der Alten auszutricksen. Der Kreislauf aus Mitmachen und
Verweigerung dominierte auch den Lebensweg von Pannach, Danz und Gundermann.
Gerulf Pannach fiel schon
in der Schule als "überheblicher Oberschüler, der mehr gelesen hatte als
andere" auf. Das Jurastudium brach er ab. In der Theaterhochschule lief er
auf, weil er die Sowjetunion "beleidigte" und sich nicht treu zu den starren
Prinzipien des sozialistischen Realismus bekannte. Warnungen linientreuer
Kulturfunktionäre vor Anarchisten und Abweichlern erzeugten in den 60er
Jahren bei dem Mitarbeiter des staatlichen Bezirkskabinetts für Kulturarbeit
das Gegenteil: Er ließ sich provokativ Haare und Bart wachsen, wollte die
verbotenen Jeans und politischen Beat.
Tamara Danz brach gegen
den Willen des Vaters das Sprachstudium zu Gunsten einer unsicheren
Musikerkarriere ab. Die Scheue lernte zunächst geschützt und angepasst im
Background von Chören, was sie eigentlich nicht wollte: Im Oktoberclub
mitzusingen für die Partei, die immer recht hatte, und in der
Horst-Krüger-Combo Schlager trällern auf Betriebsfesten.
Gundermann scheiterte an
der Offiziershochschule. Ein "Soldat der Revolution" wie Ché wollte er sein,
aber keine Lobeshymnen auf den DDR-Verteidigungsminister singen. Wenig
später fand er sich als Hilfsarbeiter im Tagebau wieder. Und wurde trotzdem
Mitglied der SED. Die schloss den Träumer später wegen "prinzipieller
Eigenwilligkeit" aus. Als IM Grigori bespitzelte er Kollegen und beklagte
sich über korrupte Kader. Dann verweigerte er den Dienst , und die "Firma"
nahm ihn ins Visier.
In der DDR-Rockmusik tobte
sich das immense Bedürfnis nach Unabhängigkeit aus. Musiker und ihr
gleichaltriges Publikum verbündeten sich in heruntergekommenen
Kulturhäusern. Die da oben auf der Bühne und die da unten im Saal genossen
bedingungsloses Vertrauen und grenzenlose Nähe zueinander - so, wie sie es
sich von ihren Eltern erhofft hatten. Ihr gemeinsames Schicksal
widerspiegelte sich in einem diffusen Wir-Gefühl, das das Ich nicht
wertschätzte. Der Staat der sowjetischen Besatzungsmacht bot sich
hervorragend an als Projektionsfläche für Auseinandersetzungen, die kaum in
den Familien stattfanden.
Richtig schocken konnte
der romantische Weltverbesserer Gerulf Pannach mit trotzig-aufrührerischen
Zeilen wie denen "Zwischen Liebe und Zorn" . Er forderte den "Geist der
Kommune" gegen "die am Hintern zu schwer und im Kopfe zu bequem sind" .
Selbst dämpften der wütende Pannach und die plebejischen Renft-Brüder ihren
unbändigen Lebensdrang mit reichlich Alkohol und nächtelangen Diskussionen.
In der kunstvollen
Silly-Musik erschien die DDR voller Widersprüche, was sie offiziell nicht
sein durfte. Die Band übte Kritik an den machtgierigen Männern. "Laß sie
ruhn die Väter dieser Stadt/die sind so tot seit Deutschlands
Himmelfahrt/die Mütter dieser Stadt hab'n den Berg zusamm' gekarrt" heißt es
in dem Song über Berlins berühmtesten Trümmerberg Mont Klamott.
Selbstkritisch erkannten sie: "ich schleppe die falschen Freunde mit/weil
ich zu feige bin für den Tritt" . Und gaben 89 resignierend erste Zeichen
des eigenen Untergangs. "Die verlornen Kinder in den Straßen von Berlin" ,
die sich nach den warmen Ländern sehnten, spürten illussionslos die Kälte um
sich herum - die in ihnen nahmen sie nicht wahr. "Erfroren zwischen den
Menschen" war die Selbstmörderin in "Unter ihr taute das Eis" .
Bei Gundermann fanden
Intellektuelle, Arbeiter, Obdach- und Arbeitslose wieder die bedingungslose
Gemeinschaft, die sie nach der Wende vermissten. Seine Lieder erzählten mal
spöttisch, mal subtil und oft in einem heiteren Grundton Geschichten - von
korrumpierten Vor- und Nachwendepolitikern, der grünen Armee, untergehenden
Industrielandschaften, arbeitslosen Menschen mit viel Zeit und der ewigen
Suche nach den Vätern.
Der Baggerfahrer sang an
gegen "amerikanische Plastikträume" , auch gegen die DDR-Nostalgiefraktion.
Trotz und Heimatgefühl mischten sich in die unter dem Schock der deutschen
Vereinigung entstandenen Lieder.
Mit Zeilen wie "überlebe
wenigstens bis morgen/denn morgen kommt es wieder andersrum" wollte er Mut
machen. Dabei hatte sich längst die Todessehnsucht in seine Lieder
geschlichen. Es klingt wie ein Eingeständnis des eigenen Scheiterns, wenn
Gundermann auf der letzten CD "Engel überm Revier" über seine Kumpel singt:
"die haben harte hände und ein hartes herz/die streiten ohne ende und die
sterben früh/die suchen ein vergnügen/ und finden nur den schmerz/die können
lügen aber leben können die nie" .
DDR-Staat und Musiker
spielten Katz und Maus. Pannach und Renft verloren das Spiel. Die
"Glaubensfragen" und die "Rockballade vom kleinen Otto" mochte die Katze
nicht verdauen.
"DDR-Leben ist wie Lotto.
Doch die Kreuze macht ein Funktionär" waren zu gewürzt.. Und der kleine
Otto, den es in den Selbstmord treibt, weil er nicht zu seinem Bruder in den
Westen darf, brach gleich zwei Tabus: Selbstmord passte nicht zum Bild einer
optimistischen DDR-Jugend und der Gedanke an eine deutsche Wiedervereinigung
nicht in die Zeit der Abgrenzung zwischen Ost und West. Daß Renft sich zuvor
mit Förderverträgen, Preisen und guten Honorare ködern ließ, gehört zu den
normalen DDR-Widersprüchen. Die staatlichen Stellen erklärten die Band im
September 1975 für "nicht mehr existent" . Pannach fand sich im Knast wieder
- und ein Jahr später in der Bundesrepublik.
Tamara Danz rebellierte in
ihren Songs - und genoss wie andere Musiker Privilegien. Westautos,
Wohnungen, Telefon u.a. erhielten in dem Staat der Gleichen nur Auserwählte.
Auch auf Bildern mit Erich Honecker tauchte die Rebellin, die von allen
geliebt sein wollte, auf. Unter Androhung, das Land zu verlassen, erzwang
sie für Silly die Erlaubnis, ab Mitte der 80er Jahre im Westen zu touren.
Gundermann ließ sich nicht
durch materielle Dinge kaufen. Obwohl der populäre Musiker von Kunst hätte
leben können, blieb er Baggerfahrer. Er wollte sich nicht "verbiegen, um
überleben zu können mit Kultur" . Die Genossen hatten auf dem Bitterfelder
Weg Ende der 50er Jahre die Arbeiter in den Betrieben aufgefordert, mit
eigener Kunst die "Höhen der Kultur" zu stürmen. Gundermann tat es wie ein
Vorzeigeprolet, der er nicht sein wollte. Konsequent starb er wenige Monate,
nachdem er arbeitslos den geliebten Bagger im für immer geschlossenen
Tagebau Scheibe verlassen mußte.
Nur einmal, im September
89, schien es, als könnten sich die Ostrockmusiker mit ihrer Resolution von
der vereinnahmenden DDR lösen. Plötzlich sprachen sie über eigene Fehler und
kündigten den Funktionären die Freundschaft. Doch als die Bundesrepublik
sich als gnadenloser Sieger gebärdete, siegten alte Ängste: Wer in der DDR
Fehler zugab, musste mit nochmaliger Bestrafung rechnen. Das kratzte am
Selbstvertrauen. Die kommerzielle Musikindustrie, die anspruchsvolle
Rockmusik wenig schätzt, übernahm ungewollt die Rolle der DDR-Funktionäre.
Tamara Danz stand in
Wendezeiten wütend in der ersten Reihe. Als das Publikum die Band
ignorierte, deren Alben jahrelang die Nummer 1, ignorierte, verschaffte sie
sich als Mitglied des Komitees für Gerechtigkeit und in Talk Shows
Aufmerksamkeit. Grund zur Wut hatte sie: Der Major BMG Ariola, der sich vor
der Wende um die Band mit ihrem Exotenstatus gerissen hatte, wollte Silly in
eine Art Münchner Freiheit verwandeln. Ihren Wunsch, "dass man uns etwas Zeit
lässt, unsere Angelegenheiten zu bereinigen, statt bereinigt zu werden" ,
erfüllte sie sich nicht. Lautlos verlies das Vorstandsmitglied den Verein
der DDR-Musiker, statt mit Kollegen die Vergangenheit in ihren
widersprüchlichen Facetten zu verdauen. Mit früheren Stasispitzeln mochte
sie nicht reden, um ihnen "keine Absolution zu erteilen". Die Frau, die
keine Kinder in die "schlechte" Welt setzen wollte, meinte, alles mit sich
selbst ausmachen zu können. Und so richtete sie wohl die Wut ihrer Lieder,
die an der neuen Gesellschaft wie an einer Gummiwand abprallten, gegen sich
selbst.
Gundermann spielte nach
'89 ohne Pause. Der ehemalige IM bedauerte seine "ekligen Petzberichte" ,
ohne ganz an sich heran zulassen, dass er das Vertrauen von Freunden und
Kollegen missbraucht hatte. Dafür glaubte er sich " vor der Sache des
Sozialismus" schuldig gemacht zu haben.
Pannach hatte die
Erfahrung, dass den Westdeutschen die DDR nur mäßig interessiert, längst
gemacht. Während seine LP "Fluche Seele Fluche" heimlich nach seiner
Ausreise in der DDR kursierte, blieb sie wie Pannach im Westen ein Geheimtipp.
Nach '89 schrieb er belanglose Texte für die einst verachteten Puhdys. Auch
mit der Nostalgiefraktion Renft stand er noch einmal vereint auf der Bühne.
In der schrillen
Medienwelt werden leise Hilferufe Einsamer überhört. Wer bemerkte schon,
dass
die Danz auf der zwei Jahre vor ihrem Tod veröffentlichten CD "Hurensöhne"
auf dem CD-Booklet - fotografiert hinter einer Milchglasscheibe - wie ein
toter Engel starrt. Aber fühlte sie die selbst aufgebaute Distanz, wenn sie
sang "Wie kann ich leben in der dünnen Luft / die ihr verbraucht für euer
Marktgeschrei / ihr hört nicht mal wenn einer Hilfe schreit" ? Den Text für
das Lied vom "Fliegenden Fisch" hatte ihr Gundermann geschrieben. Er liebte
es so, dass er es ein Dreivierteljahr vor seinem Tod neu produzierte. |