Helden

A.Schmidt

 

Lyrik

Komp. Rolf Hammermüller / Arno Schmidt

Text: Ed Stuhler

Als ich Kind war, wollte ich natürlich Cowboy werden,

oder Stierkämpfer im Lande der Carmen.
Ich hatte ein bißchen viel Karl May gelesen
und fühlte mich als Rächer der Armen.
Ich war mit Kara Ben Nemsi im Orient
und mit Old Shatterhand bei den Apachen.
Und ich beschloß, auf keinen Fall so wie die Großen zu werden,
die so blöd sind und bloß immerzu quatschen.
 

Es gibt so wenige Helden,

viel weniger als man glaubt.
 Viel weniger als sich melden
und als die Polizei erlaubt.
  Es gibt so wenige Helden,
das wird wohl auch nicht gut honoriert.
Man wäre ja selbst gern einer geworden,
doch dann hatte man sich arrangiert.
 

Ich kenne viele Leute, die was ganz Besonderes sind,

ich kenn jede Menge seltsame Vögel.
Ich habe auch mal einen ganz Normalen gekannt,
der war die Ausnahmen von der Regel.
 
Ich kenn Kurze, Lange, Dicke, Dünne, Schwere und Leichte,
kenne Schwarze, Braune, Grüne und Rote.
Die sind alle nicht halb so wichtig, wie man glaubt,
das gilt für Lebende wie für Tote.
 

Ich kenne Radfahrer, Chaoten und Politiker,

ich kenne linksalternative Anarchisten,
Redakteure, Produzenten und Kritiker,
Kandidaten der verschiedensten Listen.
Ich kenne Abenteurer, Schaumschläger, Brunnenvergifter
und massenhaft Scharlatane.
Ich kenne Leute, die perfekt im Vergessen sind,
die hissen immer die richtige Fahne.
 

Es gibt so wenige Helden,

viel weniger als man glaubt.
 Viel weniger als sich melden
und als die Polizei erlaubt.
  Es gibt so wenige Helden,
das wird wohl auch nicht gut honoriert.
Man wäre ja selbst gern einer geworden,
doch dann hatte man sich arrangiert.

Hinweis: Der hier aufgeführte Text entstammt keiner gedruckten Publikation, sondern wurden von den Originalaufnahmen abgehört. Für ihre hundertprozentige Richtigkeit kann deshalb keine Garantie übernommen werden.