Freundschaft - Gedanken

Hoffnung - Gedanken zu "DER" Freundschaft (März 2007)

 -- Ich trage mich schon lange mit dem Gedanken etwas über das Thema MENSCHLICHKEIT in dieser heutigen Welt hier zu veröffentlichen und nehme nun meine Freundschaft zu SABINE als ganz persönlichen Leitfaden dazu auf  -- es soll zeigen und bewusst machen was man GEMEINSAM erreichen kann und wie stark GEMEINSAMKEIT macht  ---  ( März 2007 )

Ende Mai 2006. In Deutschland tagt der Bundestag, beschließt neue Gesetze, trifft Verordnungen für das Volk, welches im Fußball WM Wahn ist und erst Monate später etwas bewusst davon mitbekommen wird.

Ich sitze an meinem PC, arbeite an der Homepage, rufe an und ab E-Mails, worunter auf einmal eine mit einer mir bisher unbekannten Adresse auftaucht. Es geht um Ostmusik ... eine Wessitante. Klasse, denke ich und antworte sofort. So geht das ein paar Tage hin und her. Aus belanglosen Worten werden schriftliche - tief greifende Gespräche, über das Leben in Ost und West ... mein Interesse wächst, immer mehr zu erfahren. Mir eröffnet sich eine fremde Welt, eine unverklärte realistische Lebensweise eines arbeitslosen Menschen im "goldenen Westen". Ich beginne nachzudenken, zu vergleichen und stelle fest, dass die Lebensführung und das Denken meinem unerwartet ähnlich ist.

Schon längst ist der Urausgangspunkt - die Musik - eine "angenehme" Nebenerscheinung in den Gesprächen geworden. Auf Anraten von Sabine installiere ich mir den MSN Messenger und lege mir eine Cam zu und schon sehen wir uns. Mann, so eine tolle Technik, was da möglich ist, auch davon hatte ich bisher keine Ahnung.

Während die Nation weiterhin im WM Taumel ist, die Behörden anfangen Hände reibend ihre neuen Sparmassnahmen für die Zukunft vorzubereiten, die sie meist selbst gar nicht betreffen, lernen wir uns über die technischen Kommunikationsmöglichkeiten persönlich immer besser kennen. Es wird stundenlang geredet und ausgetauscht. Ich erfahre von ihren Problemen mit Behörden und Abzockern, ihre momentanen Lebensumstände, die sie ganz allein unter den nervigsten Bedingungen irgendwie meistern muss und spüre dass das sich aufgetane Loch vor ihr, immer größer wird. Mir imponiert, dass sie trotz dieser Umstände, einen lebensfrohen Eindruck macht und die Umwelt dabei nicht vergisst.

Ohne Absprache, von ganz allein ergibt sich dann eine GEMEINSAMES Herangehen an die Probleme. Mit Hartnäckigkeit, Geduld und unserem gemeinsamen logischen Überlegungen, ohne Rechtsbeistand ect. beginnen wir das Knäuel zu entwirren und den Ämtern ihren Schreibtisch mit Papier zu füllen. Um es vorab zu sagen - nicht alles ist gelungen - aber im Laufe der Zeit wurde vieles überschaubar und manche Dinge lösten sich im positiven Sinne auf.

Derweil die vom Volk berufenen Führungen sich anfingen gegenseitig anzumachen, weil jeder dachte die Lösung für anstehende Problem zu wissen, ohne an das Begehren des Volkes zu denken und sich zu verinnerlichen, für wen sie eigentlich da sind - waren wir ein Team geworden, beredeten nun alles, vertrauten und bauten aufeinander, waren uns wichtig geworden und freuten uns auf ein reales Kennenlernen.

Im August 06 ist es dann soweit. Ich fahre in den Odenwald - 630 km Entfernung ( die später noch oft gefahren werden ).  Für mich von doppelter Bedeutung, sind es seit Jahren doch ein paar freie Tage die ich in der Ferne verbringen kann. Meine Familie ist in den Süden geflogen, zum Zeitpunkt der Urlaubsbuchung stand es in den Sternen ob ich selbst mitkann.

Was soll ich sagen ? Wir sehen uns und sind sofort so miteinander vertraut wie auf virtuellem Wege. Die ersten vier Tage vergehen wie im Flug. Wir stürzen uns auf aktuelle Amtsbescheide -  reden bis zum Morgengrauen über uns, über Gott und die Welt, erkunden die Umgebung und benehmen uns zeitweise wie 12 Jährige, was wir völlig normal finden. Und das alles freundschaftlich - ich erwähne das damit kein falsche Schlussfolgerungen beim Leser entstehen.

Ich lerne vor Ort ihr Leben kennen, ihre Sorgen, Ängste und sehe wie sie sich an den kleinen Dingen erfreut, etwas was man selbst schon fast vergessen hat. Erfahre näheres von ihrer gebeutelten Partnerschaft zu Hardy, der im Gefängnis sitzt, den unglaublichen Umstände, die dazu geführt haben, von Neid, Missgunst und Ungerechtigkeit und ihrem beharrlichen Kampf dagegen. Von ihren bisherigen Freunden, denen sie gekündigt hat, und warum alles dazu kam. GEMEINSAM beginnen wir zu überlegen was man noch tun kann und spinnen Pläne.

Am letzten Abend macht eine Freundin von Sabine Bilder von uns - 84 Stück - die als Comic durchgehen könnten. Bis spät in die Nacht schauen wir sie uns an und dichten kleine Geschichten dazu. Sabine sagt später mal, dass sie eine halbe Ewigkeit nicht mehr so entspannt und gelöst war.

Der Abschied fällt uns dann beiden sehr schwer. Uns ist klar, dass ich irgendwann wiederkommen werde, was dann auch bald wieder geschehen wird.

Doch erst hat uns der Alltag nun wieder. Die kleine Insel verschwindet in der Ferne, und trotz der Entfernung beginnen wir die geplanten Dinge in die Tat umzusetzen. Neue Schreiben entstehen und gehen auf die Reise zum Arbeitsamt, JVA, Hardys Anwalt und vielen anderen. Ich glaube Sabines Familienname beginnt für einige zum Alptraum zu werden. Oft steht Sabine in der fast erdrückenden Menge an Problemen vor dem Aufgeben, doch GEMEINSAM richten wir uns auf und machen uns gegenseitig Mut, was nicht immer so einfach ist, wie man es hier nur so niederschreibt. Auch meine Familie integriert sich nach und nach in unsere Freundschaft und gibt wertvolle Denkanregungen zu den anstehenden Dingen.

Zwischenzeitlich ist der Alltag auch beim Volk wieder eingekehrt. Die WM Euphorie im Abklingen und mit Entsetzen stellen die staatlichen Analytiker fest, das der angedachte und geplante WM Schub im Lande wohl nichts effektives bringen wird. Wie klug ... einem Normaldenkenden war das auch ohne Studium schon klar. Die scheinbare GEMEINSAMKEIT ist verflogen, das Ellenbogenverhalten wieder aktuell, und jeder ist sich wie gewohnt wieder der Nächste. Und das alles so bleibt, dafür sorgen Politik und Ämter, denn eine GEMEINSAMKEIT könnte für sie unangenehm werden.

August 2006:  Zum ersten Mal besuche ich Hardy mit Sabine in Butzbach, wo er einsitzt. Es ist ein beklemmendes Gefühl, ich komme mir vor wie ein Bittsteller, wie ein Aussässiger. Achtung und Respekt, für Besucher - Fehlanzeige. Ich möchte an dieser Stelle nicht weiter darauf eingehen, es war ein beklemmendes Gefühl. Danach geht es zum ehemaligen Anwalt von Hardy, er wurde wegen seinem schlecht gemachten Job in der Zwischenzeit von ihm  gekündigt. Wir holen erste Unterlagen zurück, die ungern Sabine überlassen werden.

Ende August 2006. Ein Sonnabend. Ich werde vom Telefon geweckt. Sabine, völlig aufgelöst und mit brüchiger Stimme am Apparat. Sie erzählt mir von den Ereignissen der letzten Nacht, wollte sie doch etwas mehr Licht in das Dunkel um sie bringen - um dubiose Erscheinungen in ihrem Umfeld, die sie seit Wochen begleiten. Jemand hatte ihr da Hoffnungen gemacht, ein Treffen vorgeschlagen und wurde dann schwer enttäuscht als es in eine ganz andere Richtung lief. Außerdem steigt ihre Angst ... ihr PC wurde nachweislich gehackt und sie weiß nicht mehr weiter. Ohne lange zu überlegen fahre ich wenige Stunden später in Richtung Odenwald. Im Kofferraum Computer Zubehör und in mir selbst einen ungewohnten Zorn. Angekommen geht es gleich ans Werk. Ich habe schon so einige Rechner installiert, Sabines macht mir echt Sorgen. Erst nach mehrmaligem Anlauf gelingt es mir ihn völlig neu zu installieren ... und siehe da; nach dem ersten Online Versuch fängt die Firewall an sich bemerkbar zu machen und Angriffe abzuwehren. Ätsch, Pech gehabt, das wars für Dich, Du unbekannter Eindringling.

Trotzdem gibt mir das ganze sehr zu denken, GEMEINSAM beratschlagen wir, versuchen den Dingen auf den Grund zu gehen und Sabine zieht Konsequenzen. Ihre ursprüngliche Vermutung, alles hätte mit der Verhaftung von ihrem Verlobten Hardy zu tun, scheint sich zu bestätigen. Unruhig fahre ich wieder nach Hause.

Inzwischen stehen tagtäglich Menschen auf dem Arbeitsamt, mit einer Anzahl von Formularen in der Hand, mit denen man Bücher drucken könnte. Ob Hartz IV oder Arbeitslosenantrag, sie fordern nicht wie es richtig wäre, sie bitten um ihr Recht. Und damit fühlen sich die Verwalter und Verteiler des nicht ihnen gehörenden  Geldes noch stärker. Die meisten betroffenen Menschen, die vor diesen Schaltern stehen, verlieren dabei ihren aufrechten Gang.

Wenn ich jetzt so beim Schreiben darüber nachdenke, fällt es mir schwer all das im Nachhinein zusammen zu bekommen, was wir GEMEINSAM unternommen haben. Es ist so vielschichtig, dass es einem selbst fast die Sprache verschlägt, es einen selbst in Staunen versetzt was da alles passiert ist. Eines kann ich aber mit Bestimmtheit behaupten: Das Bündnis, die entstandene Freundschaft ist sehr, sehr stark und hat vieles bewegt, Dinge, die schier unlösbar schienen. Aber das Wichtigste ist das Wissen, das man gegenseitig aufeinander bauen kann, auch wenn es unbequem wird und das man nicht scheut selbst Risiken einzugehen. Sicherlich kann man das nicht auf jeden Menschen übertragen, der Draht zueinander muss schon stimmen, doch es wäre für jeden schön, wenn so etwas die Menschen wenigstens in den Grundsätzen verbinden würde.

Oktober 2006.  Wir planen einen Gegenbesuch von Sabine in Niesky. Um dies wahr werden zu lassen ist vieles zu regeln. Ihre Katze Loulou muss untergebracht werden, was letztendlich auch klappt, der Briefkontakt zu Hardy darf nicht abreißen und die laufende Post muss zuverlässig in ihre Hände während der Abwesenheit gelangen. Zum Glück lässt sich alles regeln. Im Zusammenhang ihres Besuchs bei uns keimt die Idee, eine gemeinsame Radiosendung bei rockradio.de zu gestalten. Gedacht, getan .... die Sendung schlägt so ein, erfährt so viel Resonanz, das unter hohem Aufwand weitere 4 Sendungen dann gemacht werden. Wir haben unheimlich viel Spass dabei, geben uns am Mikro so, wie wir sonst miteinander umgehen, planen nichts und lassen alles auf uns zukommen, entscheiden während der Sendung was wir reden und welche Musik wir auflegen. Die steigenden Zuhörerzahlen von Sendung zu Sendung gibt unserer Art recht, was uns sehr freut.

Zur gleichen Zeit in einer Anwaltskanzlei, in einem Internetshop, in JVA`s ist man über die Themenauswahl während den Sendungen gar nicht so begeistert. Da werden belegbare Themen angesprochen und so im Raum stehen gelassen, das Zuhörer anfangen Fragen zu stellen, beginnen nachzudenken und sich für Thematiken zu interessieren, an die sie noch nie vorher gedacht haben.

Sabine und Bärbel ( meine Frau ) sehen sich bei der Gelegenheit zum ersten Mal live und ich bin zeitweise abgemeldet. Schnell hat sie auch Kontakt zu unserer Hündin Lena gefunden ... in den nächsten Tagen wird Sabine von ihr geweckt werden.

Der Briefkontakt mit Hardy klappt auch. Er schreibt dass er überglücklich ist, das Sabine ein paar Tage bei uns weilt, sie endlich mal auf andere Gedanken kommt und vor allem unter den momentanen Umständen sicher ist.

Und endlich kommen wir dem Ausgangspunkt mal wieder näher ... der Musik. Wir besuchen in dem Zeitraum drei Konzerte: Lift in Görlitz / Berluc in Singwitz und IC Falkenberg in Niesky. Dazu konnte man ja auch schon in den Konzertberichten, hier auf der Seite, von ihr lesen.

Ausfluge führen uns nach Bautzen, Görlitz, Dresden und die Sächsische Schweiz.

Doch der Ernst des Lebens holt uns auch hier ein. In einem intensiven und hartnäckigen Schriftwechsel fordern wir vom Hardys Pflichtverteidiger  das unrecht von Sabine vereinnahmte Geld zurück. Es ist ein Kampf auf Biegen und Brechen, alles oder nichts für beide Seiten. Die Nerven liegen bei uns zeitweise blank, auch ich werde mit Drohungen und Einschüchterungsversuchen genervt, doch wir bleiben hartnäckig und legen meine Möglichkeiten zur Veröffentlichung der Praktiken in die Waagschale. Und GEMEINSAM schaffen wir es, Sabine erhält zum Fristtag ihr dringend benötigtes Geld zurück. Was für ein Tag, wir liegen uns in den Armen und können es gar nicht glauben. Ich freue mich so mit ihr ...

In den Führungsetagen von Konzernen und Ämtern wird nachgedacht, wie man noch mehr sparen kann um seinen eigenen Profit zu erhöhen, sich seine Position zu sichern, wie hoch die nächste Diäterhöhung ausfallen könnte. Die Zeichen auf der Strasse, die Arbeitslosigkeitsstatistiken werden registriert und siegessicher werden Veränderungen angekündigt und ist optimistisch, denn der Konsumumsatz in der Bevölkerung ist trotz allem gestiegen. Klar - die Umsatzsteuererhöhung auf 19 % steht ins Haus ...

Sabine ist wieder zurück in ihrem Heim. Frisch gestärkt und voller Mut packen wir die nächste Sache an, die Aushändigung der Dokumente über den Prozess von Hardy. Wieder sträubt sich der Anwalt. Es geht hin und her, das Spiel beginnt von Neuem. Wir bleiben wie gewohnt hartnäckig. Und eines Abends wird sie plötzlich mit einer Flut von E-Mails überrascht - im Anhang ein Teil der Dokumente. Wir beraten uns. Das kann doch nicht alles sein ? Nach weiterem Drängen erhält sie eine DVD mit dem angeblich kompletten Inhalt des Vorgangs.

Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Bärbel und ich fahren nach Weihnachten zu Sabine, damit sie wenigstens über den Jahreswechsel nicht allein ist.  Einsam sein ist was ganz Schlimmes, zumal an solchen Tagen. Wir besuchen zu dritt Hardy in Weiterstadt, einem angeblichen Nobelbunker. Doch der Schein trügt. Bärbel ist so geschockt von Prozeduren und Umgebung das sie in Tränen ausbricht und kaum zu beruhigen ist. Neben uns nur Ausländer, wir sind die einzigen Deutschen im Besuchsraum, einem Raum ohne Fenster, abgeschlossen für eine Stunde. Die Ausländer lachen während dem Besuch und fühlen sich scheinbar wie zu Hause, scheinbar geht es ihnen hier besser als im eigenen Land. Es ist eine Farce.

Deutschland ist ein globaler Standort, jedem steht Haus und Tor offen, sagt die Bundesregierung. Unterstützung wird jedem gewährleistet, in Maßen wie sie kein arbeitsloser Deutscher erhält. Die Religion der einzelnen Volksgruppierungen kann sich frei entfalten, wird ein Staat im Staat, und gebilligt, egal ob es den Bürgern des Landes gefällt oder nicht. Demokratie sagt man dazu. Ein großer Teil von Kriminalität wird dann gleich mit in unser Land gebracht und der Staat als Machtinstrument ist nicht in der Lage dem Einhalt zu gebieten, was möglich wäre ... siehe Ungarn. Aber vielleicht möchte man ja gar nicht in bestimmten Kreisen das anders ? Weil man vielleicht mitverdient ?

Das Jahr 2006 ist zu Ende, ein ereignisreiches Jahr voller neuer wertvoller Erfahrungen und gewonnener Schätze. Wir stehen zu dritt auf dem Balkon von Sabine im Odenwald, sehen zu wie Raketen um uns zum Himmel aufsteigen und sind auch traurig. Traurig darüber, dass Einer fehlt ...

In Deutschland wurden in diesem Jahr für zig Millionen Euro Feuerwerkskörper zum Jahreswechsel gekauft. ( Unglaublich ... )

Januar - Februar 2007. 

Anfang Januar beginnt Sabine eine in ihr lange keimende Idee in die Tat umzusetzen. Die Erstellung einer eigenen Homepage über ihr Leben, ihre Gedanken, die Geschichte ihrer Partnerschaft und den damit verbundenen Umständen. Ich helfe ihr dabei so gut ich kann. Bald schon entwickeln sich ihre Seiten durch ihre ehrliche und offene Darstellung zu einem hochexplosiven Stoff. GEMEINSAM überlegen wir inwieweit die Gradwanderung auf dieser Schiene vertretbar ist, beratschlagen die weitere Vorgehensweise. Die Besucherzahlen ihrer Seite steigen täglich, das Forum und Gästebuch ist überdurchschnittlich gut besucht. Langsam aber sicher entwickelt sich ihre HP zu einem Anlaufpunkt Hilfesuchender - eine bessere Würdigung ihrer Arbeit kann es nicht geben.    

Sabine versucht krampfhaft einen Job zu bekommen, aber nicht mal ein Nebenverdienst ist im Angebot. In den nächsten Monaten wird Hardy nach Kassel verlegt werden - sie ist nun auf Wohnungssuche. Meine Hilfsmöglichkeiten bei dieser Problematik sind sehr eingeschränkt. Ich kann ihr nur immer wieder Mut machen und unsere Unterstützung bei der Realisierung des Umzugs zusichern. Dann endlich, Angebote die auch finanziell machbar sind. Wir fahren GEMEINSAM nach Kassel und werden nach den vor Ort erfolgten Zusagen einen Tag später bitter enttäuscht. Man kann es nicht sicher behaupten, aber auch hier spielte Geld ganz sicher eine bedeutende Rolle.

Sie nennen sich Verwalter, Manager, Aufsichtsrat und was weiß ich noch wie, doch all diese haben eines gemeinsam: Macht ausüben und daran verdienen. Der Leittragende dabei ist der Bürger auf der Strasse, ohne denen sie gar nichts wären .

DER ARBEITER HEIßT ARBEITER WEIL ER ARBEITET. DER UNTERNEHMER HEIßT UNTERNEHMER WEIL ER ETWAS UNTERNIMMT . WÜRDEN DIE ARBEITER MAL WAS UNTERNEHMEN MÜßTEN DIE UNTERNEHMER ARBEITEN.  ( Floh de Cologne 1971 )

Keine Wohnung, keine Arbeit. Doch es muss nun etwas passieren. Die alte Wohnung ist gekündigt, viel Zeit bleibt nicht mehr. Wieder beginnen endlose Recherchen im Internet, Anfragen werden gestartet ... die Köpfe beginnen langsam aber sicher zu qualmen. Und welch Wunder, welch ein Tag - ein neues Zuhause ist in Sicht, ein passendes Angebot flattert ein.

Wieder geht es GEMEINSAM nach Kassel - alles passt, der Mietvertrag wird signiert, die Freude ist groß - die Anspannung fällt ab, ich bin erleichtert und komme mir mit vor, als hätte es einen Lottogewinn gegeben.

Nun wird bald noch die Hürde des Umzugs genommen werden, was auch nicht so einfach werden wird, und Sabine kann ihr neues Leben beginnen. Meine Familie und ich sind froh , dass wir die Möglichkeit hatten dazu ein kleinen Beitrag zu leisten.

Doch vorher werden wir GEMEINSAM noch ein paar Tage in Niesky verbringen, in Berlin das City Konzert besuchen, eine Radiosendung gestalten und Kraft für diesen letzten Schritt dabei tanken.

Was möchte ich mit meinen Gedanken, die sehr persönlich sind, nun eigentlich mitteilen:

Es ist wunderschön so eine Freundschaft und Verbundenheit zu haben, und kein Geld der Welt kann so etwas aufwiegen. Man weiß auch in schlechten Tagen steht man unverklärt beieinander und zusammen - ungeschminkt, ehrlich und offen. Das macht stark und macht Mut, lässt die vorherrschende Kälte zwischen den Menschen, die so oft von der Jagd nach Geld und Macht bestimmt wird, verblassen. Und man kann dabei Probleme lösen die schier unlösbar scheinen, man bewegt GEMEINSAM etwas und trotzt den Missständen.

Ich selbst habe in dem Zusammenhang einige neue Sichtweisen für mich entdeckt. Bin in thematische Regionen vorgedrungen mit denen ich noch nie etwas zu tun hatte, die aber Gleiches widerspiegeln wie die Umstände im täglichen Leben.

Danke Sabine, das es Dich gibt, danke für deine Freundschaft.