Schein und Wirkung - Gedanken ( Mai 2008 )

 

 
Es war einmal ein Land mit einer ganz eigenen Kultur, die mit Wort / Bild - und Musik gezielt viele Menschen zusammenführen konnte, ausdrückte was diese empfanden und half manchen Frust und Ärger zu überstehen. Aber nicht nur das, sie setzte Gedanken frei - gepaart mit Sehnsüchten, die in diesem Land verwehrt wurden, sie schuf Einigkeit und Gleichsinn - und diese Kultur war letztendlich ein kleines, aber wirkungsvolles Mosaiksteinchen um endlich gemeinsam aufzustehen und zu verändern, mit einer geballten Kraft und Einigkeit, wie sie die Welt noch nie gesehen hat.

Dieses Land hieß DDR. Was die meisten Menschen damals erwarteten, was sie zusammen verändern wollten, wofür sie gemeinsam kämpften blieb letztendlich auf der Strecke - auf hoher Ebene wurde im Namen des Volkes entschieden was für sie gut ist.

Die Kultur dieses Landes verschwand erst mal, war uninteressant - und in gewissen Kreisen sogar unerwünscht. Doch die Menschen aus dem vergangenen Land erinnerten sich bald wieder, erkannten, dass dies alles gar nicht so schlecht war, was da existiert hat - und forderten sie zurück.

Und sie kam zurück - geballt und kraftvoll, zum Teil ostalgisch, zum Teil ganz neu - angepasst an die Gegenwart, die heimatlichen Wurzeln aber nie vergessend

Und mit ihr fanden sich wieder gleichgesinnte Menschen "neu" zusammen, verschlossen nicht mehr die Türen hinter sich sondern erinnerten sich freiwillig an die alten Traditionen, die Zusammenhalt und Gleichsinn heißen - unter dem Dach der wieder auferstandenen Kultur.

Es entstehen Gemeinschaften - genannt Fanclubs - mit den unterschiedlichsten ( speziell ) musikalischen Vorlieben - verbunden durch die gemeinsame Idee - dem Wahren und unterstützen der heimatlichen Kultur.

Ich selbst befinde mich da mittendrin, habe viele Menschen kennen gelernt, denen ich verbunden bin (war), da Offenheit - Ehrlichkeit - gemeinsames Handeln und Aufeinanderzugehen uns im Sinne der Ostmusik leitet(e). Ich fühl(t)e mich in diesem Kreis sehr wohl und aufgeräumt, sprach man doch eine gemeinsame Sprache und hatte ein gemeinsames Ziel. Es gibt (gab) mir Kraft und Zuversicht und hat mir oft in schwierigen Situationen - als man mit sich selbst haderte und durch den Alltag in diesem Land mut - und lustlos wurde - geholfen.

Wie unsagbar enttäuschend war für mich aber nun vor ein paar Wochen die Erkenntnis, dass das dies bei einigen sogenannten "Gleichgesinnten" nur SCHEIN ist, dass die Idee, die uns zusammenführte, welche im Sinne der Quelle OSTMUSIK auch Toleranz, Achtung, Ehrlichkeit und Aufgeschlossenheit heißt ( ich interpretiere das so für mich) nur Worte sind.

 Denn wenn ein Mensch - der mir sehr nahe steht - feindselig, herablassend und unwürdig - von gewissen Leuten, mit eben dieser Idee -, behandelt wird, muss ich mich von dieser Gruppierung trennen und distanzieren.

Auf die Vorkommnisse, die sich abspielten möchte ich nicht näher eingehen. Ich frage mich nur:

Wie soll man einen Standpunkt Anderen überzeugend rüberbringen ( denn das alles ist ja mehr als nur die Musik ) , wenn ich nicht danach lebe ?