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In eigener Sache |
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Thalheim |
Lyrik |
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Komp. Barbara Thalheim |
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Text: Barbara Thalheim / Leo Kettler (= Lothar Klünner) |
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In die Ecke, Besen, Besen! Sei’s gewesen! |
| sprach einst Goethes Hexenmeister. |
| Da entfernten sich die Geister. |
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Doch
wir sind lebend’ge Seelen |
| und man kann uns nicht befehlen: |
| Sei’s gewesen! - noch nach Jahren sind wir, |
| was wir einmal waren. |
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Dennoch
ist ein Tag verflossen, |
| sind wir neue Zeitgenossen |
| Und so fragen mich die Leute: |
| Barbara, wer bist du heute? |
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Kann ich wissen, wer ich bin? |
| Hat das Outen einen Sinn? |
| Streng genommen, ist doch das |
| Exhibitionistenspaß. |
| Nehm` ich’ s aber wen gern strenge, |
| bad ich gern mich in der Menge |
| zeigen allen ungeschützt |
| welche Schraube locker sitzt. |
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Beispielsweis` bin ich zu fett, |
| jedenfalls für’s Ballett |
| auch für’s Bett nicht attraktiv |
| und mein Kontostand ist tief |
| abends bin ich meist auf Tacco |
| wohnte gerne in Monaco |
| möchte in Mailands Scala singen |
| und den Saal zum Kochen bringen, |
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Bin ein EURO schon seit langem |
| Unter Deutschen oft befangen |
| Den Eliten und den Massen |
| Weiß ich mich nicht anzupassen |
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Weil ich nicht nostalgisch döse |
| Sind mir manche Linke böse |
| Rechte hassen mich verschärft |
| Weil mich Chauvinismus nervt |
| Sieh, die ganzen trüben Tassen, |
| sind nicht wert, daß wir sie hassen |
| Leid tun könn’ mir die beschränkten |
| Ideologisch Eingeengten |
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Und so kann ich nur verachten, |
| die da nach Karriere trachten, |
| die gehorsam und beflissen |
| handeln gegen ihr Gewissen. |
| Wie mich auch Beamte ekeln |
| Die in ihrer Macht sich räkeln |
| Außerdem bringt mich in Wut |
| Wer nichts gegen Roheit tut |
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Auch kann ich nicht nachvollziehen |
| Daß wir vor dem Neuen fliehen |
| Oder Seil und Krücke brauchen |
| Und damit durchs Leben krauchen |
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Festgezurrte Sicherheiten |
| Schützen uns nicht mehr von Pleiten |
| Auch sind’s grad die Niederlagen |
| Die uns wirklich weiter tragen |
| Schlimm ist Feigheit vor dem Feind |
| Schlimmer Feigheit vor dem Freund |
| Und als Freund mir nur gefällt |
| Wer nicht Geltung sucht noch Geld |
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Freunde, weil sie an mich glauben, |
| würden mir den Reichstag rauben |
| und sie stärken mich, wenn schwach ich, |
| doch wo Machos balzen, lach ich |
| Körper mag ich, die mich lieben |
| Ob sie siebzig oder sieben |
| Ob sie Männer, Frauen, Engel |
| Keiner soll den andern gängeln. |
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Liebe ist nicht Liebe machen |
| Vielmehr miteinander lachen |
| Geld und Sorgen teilen, reden |
| Jeder kümmert sich um jeden |
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Und so sind mir schwule Männer |
| Lieber als die Frauenkenner |
| Liebe lieb ich und das Leben |
| Möchte nehmen, um zu geben |
| Eß gern Fisch und trinke Wein |
| Lach mit dir und sage : nein |
| Gehts dir schlecht, dann halt ich Wache |
| Wenn’s dir hilft, dann schwör ich Rache |
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Ja so bin ich und so war ich |
| Weitere Erklärung spar ich |
| Einzeln aber nicht allein |
| Bin ich jetzt und will es sein |
Hinweis: Der hier aufgeführte Text entstammt keiner gedruckten Publikation, sondern wurden von den Originalaufnahmen abgehört. Für ihre hundertprozentige Richtigkeit kann deshalb keine Garantie übernommen werden.