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Interview mit "Jens Bürger" - DEKAdance |
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Interviews |
23.11.2007 - Berlin |
DeKAdance |
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danke Thomas ( keletizene.de ) |
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Nach Serbisch und
Portugiesisch in der vorigen Woche nun die die dritte der großen
Weltsprachen : Sächsisch, hier und heute vertreten durch Jens Bürger aka
White Buster, dem weißen Puster von
DEKAdance - bist Du zufrieden mit der Resonanz auf euer heutiges
Konzert? Hallo Freunde des Radios, ich hoffe, ihr könnt mich sehen... Es war ein klasse Konzert, der Berliner hat sehr schön mitgemacht, was man von ihm manchmal - nicht immer - nicht unbedingt gewohnt ist. |
Meinst Du die Rost- oder die Rest-Berliner?
Das kann man -leider! - nicht immer so genau sagen, wird doch die Ausweiskontrolle am Eingang sehr lax gehandhabt und für uns ist es deshalb nicht immer so leicht nachvollziehbar, wie sich das prozentual in Ost und West aufspaltet, aber sicher werden auch ´n paar Süd- und Nord-Berliner dabei gewesen sein.
Ihr seit ja nun schon ´n paar Tage länger unterwegs. Ich habe euch in der zweiten Hälfte der achtziger Jahre - ebenfalls hier in der Wabe - zum ersten Male live und in Farbe gehört und gesehen. Welches waren Deine ganz persönlichen Highlights im Laufe der letzten hundert Jahre?
Der 26. April1986, kurz nach Tschernobyl sozusagen? Ja, da hat sich schon einiges ereignet, verändert und gewandelt, das ging an der Rockmusik der letzten sechzehn Jahre nicht spurlos vorbei... Jetzt latscht der da hier durch´s Bild - habt ihr wahrscheinlich dann ´ne Bildstörung...
Das war ja nun nicht so die konkrete Auskunft auf meine question...
Wie war die Frage noch mal, ich hab´ sie schon wieder verdrängt...
Deine zwei bis zwölf Highlights aus der vierhundertsiebenunddreißigjährigen Bandgeschichte...
Highlights? Na, liebe Freunde vom Internet-Radio: DAS sprengt nun wirklich aber auch jede Festplatte, da isses mit fünf Minuten rockradio-Interview noch lange nicht getan, z. B. haben wir ja schon im Westen gespielt als noch Zaun und Mauer standen, da waren wir mal kurz drüben, 1990, nachdem wir dann eingemeindet wurden und auch in West-Berlin vorher schon, um den Samen der Revolution zu säen.
Habt ihr - außer in Dresden - noch andere Hochburgen im Osten Deutschlands?
Natürlich! Thüringen, Sachsen sowieso, Leipzsch, Erfurt... Eigentlich aber überall dort, wo die Leute uns damals schon gesehen, danach gezeugt, entbunden und das dann großgezogen haben und diese Früchtchen jetzt im Schlepptau mitziehen. Für Nachwuchs im klatschenden Bereich ist also gesorgt - dieses gemischte Publikum hatten wir ja auch heute vor der Bühne...
...und außerhalb des deutschsprachigen Raums?
In Stertzing (Süd-Tirol), in zweitausend Meter Höhe... So, weiter geht´s. Zack-zack-zack, nächste Frage und das Mikro ´n bissel höher halten, denn meine Brust, die redet nicht.
Das ist ja jetzt die ungefähr tausendste Abschiedstour. Wie lange macht ihr noch?
Ja, ´ne Abschiedstour wird es auch im nächsten Jahr wieder geben, wahrscheinlich wird sie dann unter dem Motto ´´Jetzt geht der Schmerz erst richtig los´´ laufen. Wir würden schon gerne aufhören, aber die Leute wollen einfach nicht von uns lassen wollen, da sind wir in so ´ner Schleife, aus der sie uns nicht rauslassen, wir demzufolge auch nicht rauskommen und auch wenn da manchmal nicht so vülle Leute kommen: (je)der Veranstalter will uns unbedingt haben und so bleiben wir Gefangene dieser Schleife...
des Erfolges...
...der Schleife des Erfolges, welcher für uns sich als kreisrunder Kreis darstellt und wir somit uns niemals auf ´ner Tangente bewegen, sondern immer im Radius.
Du bist eventuell doch nicht mit ´nem Saxo- oder Mikrophon vor der Brust zur Welt gekommen; wer oder was war Deine musikalische Initialzündung?
Diese Initialzündung erfolgte damals im ostzonalen Bereich in Städten, in denen sich Gruppierungen gruppierten, um ihren musikalischen und sonstige Horizonte zu erweitern, schon deshalb, weil es keine dreißig Fernsehprogramme gab - wir hatten nur zwei - Internet-Radio gab es auch noch nicht, die Leute mußten irgendwie von der Straße geholt werden und gingen zu wirklich jedem Konzert, egal wer da spielte, egal wie man da reinkam - ob über die Feuerleiter oder den Blitzableiter (und scheißegal, ob man sich dabei ´n Bein brach, da biste dann eben nächsten Freitag mit Gipsbein rein) - weil: ´´Dabeisein´´ war damals schon alles, auch ohne FF Dabei. Du konntest dich für zwei Jahre verabschieden und warst - plötzlich und unerwartet - wieder nahtlos dabei. Du wußtest auch so genau, wo du dabei sein konntest, z.B. Montag, 19.00 Uhr ´´Du und Dein Garten´´ im Wechsel mit ´´Umschau´´ oder sonnabends ´´Klock Acht, achtern Strom´´ mit Rica Déus, Horst Köbbert und Kuddeldaddeldu, aber auch ´´Da liegt Musike drin´´ mit Reiner Süß, ´´Kessel Buntes´´ und und und - alles Blockbuster, die uns alle nachhaltig geprägt haben.
Messerscharf schlußgefolgert: Dein musikalisches Vorbild heißt Reiner Süß?
Nicht nur musikalisch, auch im Styling des optischen Bereiches - diese Brille ward unerreicht; nur die sehr schönen Pudelfrisuren jener Zeit haben wir leider nicht im Angebot. Nicht zu vergessen seine Opern-Ecke, die wir ja fast eins zu eins übernommen haben - darauf konnten sich erstaunlicher Weise beide Fraktion innerhalb der Band (es gibt die Rock- und die Jazzfraktion - in letztere wurde ich eingegliedert) gemeinsam kleinst nennerieren.
Nun soll es ja den einen oder anderen Ignoranten noch geben, der euch gar nicht zur Kenntnis nimmt. Wie würdest Du dem-/ derjenigen den Besuch eines DEKAdance-Konzerts anempfehlen?
Da zitiere ich mal den in einer von Schwarzkopf & Schwarzkopf edierten Edition folgenden denkwürdigen, per Dekret publizierten Satz: ´´Einmal im Leben sollte man ein DEKAdance-Konzert ERLEBT haben!´´