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Interview mit "Die Prinzen" |
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Interviews |
Januar 2011 |
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Thomas Behlert |
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Nie nein Problem die Hits live zu spielen
Dieses Jahr ist für die Leipziger Popband Die Prinzen ein ganz besonderes Jahr: Es gibt ein neues Album, sie touren durch die Republik feiern mit den Fans ihr 20 jähriges Jubiläum. Tobias Künzel, Sebastian Krumbiegel, Wolfgang Lenk, Jens Sembdner und Henri Schmidt touren deshalb mit ihrem Programm „Es war nicht alles schlecht“ durch Deutschland. Mit Prinzenfrontmann Tobias Künzel sprach Thomas Behlert
Eine neue Tournee steht an, die euch auch nach Thüringen führen wird. Im Laufe der Zeit konntet Ihr die Fans hier im „Ländle“ schon oft erfreuen. Was gefällt euch an Thüringen?
Tobias Künzel: Thüringen ist für mich eines der schönsten Bundesländer, deren Einwohner eine warme und herzliche Mentalität haben. Die Landschaft ist großartig. Außerdem ist das Essen toll, mit all den Klößen und Sauerbraten. Deswegen werde ich lieber nicht nach Thüringen ziehen, sonst würde ich den ganzen Tag nur Bratwürste essen. In London, wo ich jetzt wohne, habe ich damit nicht solche Probleme.
Was darf der Konzertbesucher in Erfurt erwarten? Gibt es viel Neues und orientiert ihr euch an dem neuen „Best Of“ Album?
Tobias Künzel: „Wir haben für das Album die Aufnahmen der original- Stimmen der größten Hits zu Sebastian Kirchner gegeben, der auch schon für „Ich & Ich“ gearbeitet hat und dieser hat dann die Arrangements der Songs so verändert, dass sie so klingen , als wären sie heute eingespielt worden. Man hört also zum Beispiel bei „Du musst ein Schwein sein“ unsere Stimmen aus dem Jahr 1995 und dazu eine Band aus dem Jahr 2011. Wir hatten nie ein Problem damit unsere Hits auch live zu spielen, diesmal machen wir das natürlich in den neuen Arrangements. Außerdem gibt ein paar Lieblingslieder der Fans und die 4 neuen Songs des aktuellen Albums also unter anderen “Gabi & Klaus II“ und natürlich den Titelsong „Es war nicht alles schlecht.“
Wie gehen die Prinzen nach dem Konzert und auf der Reise zum nächsten Ort miteinander um? Habt Ihr euch noch viel zu sagen?
TK: Es ist schon sehr erstaunlich, aber wir verstehen uns alle immer noch sehr gut und haben viel Spaß miteinander. Wenn wir unterwegs sind, dann entweder mit einem großen Bus oder mit zwei kleineren Fahrzeugen. Ganz selten fährt mal einer allein Ich bin während der Tourneen in unserem Auto so ein bisschen der Reiseleiter und denk mir jeden Tag irgend einen neuen Schwachsinn aus, der die anderen am Anfang nervt und am Ende dann doch zum Lachen bringt.
Entstehen während der Konzertournee bereits neue Lieder? Oder hebt ihr das Song schreiben für danach auf und entwickelt ganz im Stillen eure Ideen?
TK: Die Lieder kommen einfach so. Ich bin ein Mensch, der lieber unter Druck arbeitet. Wenn es heißt, dass wir ein neues Album machen und wir neue Lieder brauchen, dann setze ich mich hin und versuche meine Ideen umzusetzen und der Grundidee des Albums unter zu ordnen, . Manchmal kommt einem auch eine Zeile oder eine Melodie „zugeflogen“. Mit der kann man aber noch nicht gleich etwas anfangen, weil vielleicht gerade andere Sachen anliegen oder keine CD Produktion ansteht. Ich schreibe alles auf und verarbeite es später.
20 Jahre „Prinzen“. Hätten Sie am Anfang ihrer Karriere an solch eine lange Zeit geglaubt, und dann noch in der gleichen Besetzung?
TK: Ja. Für uns gab es nur ein ja oder nein. Ich vergleiche uns mit den Bands, mit denen wir groß geworden sind und die wir immer noch verehren. Die Gruppen machen zwar mal eine ganze Weile nichts, kommen dann aber immer wieder zurück, mit einer großartigen Tour, interessanten Songs und einem neuen Album. Bei uns ist es nicht mehr so wie noch 1992 und 1993, wo wir im Jahr über 300 Tage unterwegs waren. Es ist großartig, dass wir nach wie vor in der Originalbesetzung zusammen sind und uns auch nach wie vor etwas zu sagen haben.
Zum Jubiläum gibt es das Album „Es war nicht alles schlecht“. Von ihnen ist unter anderem „Alles nur geklaut“ mit dabei. Können Sie sich erinnern, wie dieses Lied entstanden ist?
TK: Das hab ich damals am Klavier in unserer kleinen Mietwohnung in Leipzig geschrieben. Das Lied hatte noch keinen Text und irgendwie kam mir die Melodie bekannt vor, also hab ich das dann zum Inhalt des Songs gemacht. Als ich die Nummer den anderen mit den übrigen Demos fürs neue Album vorspielte war unsere Produzentin Annette Humpe ganz begeistert davon. Von ihr stammt auch das legendäre „eoeo“. Ich hätte das Lied eher als Albumtitel gesehen und dann ist es der größte Hit der Prinzen geworden.
Ganz neu ist „Es war nicht alles schlecht“ mit der Textzeile: ...und sich an ein paar kleinen Zeilen stören“. Hat sich dies bewahrheitet, oder kommt eher Zustimmung?
TK: Der Song konnte doch mehr Menschen erfreuen und störte nur ganz Wenige, was man an den Platzierungen in den Charts sieht. Wir waren damit sogar auf Platz 1 der Airplay Charts. Der Albumtitel war noch vor dem Song da, ich fand das lustig den Leuten, die uns nicht so toll finden, ironisch zu sagen:“20 Jahre Prinzen- Es war nicht alles schlecht“ , hört Euch die Sachen ruhig mal an. Das Lied dazu hab ich dann in London geschrieben, was zeigt, dass man sich manchmal fern von zu Hause der Heimat noch verbundener fühlt. Ich freu mich auch, dass das Lied in Ost- und Westdeutschland gleichermaßen gut ankommt. Sogar Annette Humpe gefällt es, was so etwas wie ein Ritterschlag ist.
Im April ist die Tournee beendet. Was kommt danach? Was ist mit den Prinzen geplant?
TK: Wir spielen im Sommer einige Open Airs und im Herbst den zweiten Teil unserer Tournee. Im Moment sind wir mit den Proben beschäftigt, kümmern uns um das Bühnenbild und bereiten die Frühjahrs-Tournee vor, die uns auch nach Erfurt bringt.
Gibt es einen besonderen Wunsch, den Sie sich noch erfüllen wollen?
TK: Einen großen Wunsch konnte ich mir schon erfüllen: Ich lebe zeitweise in London. Es kam mal die Idee und der Wunsch nach London zu gehen, eine ganz neue Kultur und die Heimat der Musik, die ich liebe kennen zu lernen und diese große Stadt in allen Einzelheiten zu erleben. Mittlerweile konnte ich mir dort ein kleines Studio einrichten und kann mein eigentliches Instrument, das Schlagzeug, bedienen. So spiele bei den Bands Teenbeats und Ruff As Stone. Wenn dann eine Prinzen- Tournee ansteht, ist die Freude auf Deutschland, auf Leipzig und natürlich Thüringen doppelt so groß.
Wenn man in London lebt, liegt es doch nahe in englischer Sprache zu singen.
TK: Wir hatten das schon einmal versucht, was aber leider keinen so richtig interessierte. Wir hätten auch nicht unseren ganz speziellen Humor in die Lieder packen können. Die englische Sprache ist wesentlich feinfühliger, als die meisten deutschen Autoren denken, die englische Texte schreiben . Das sind aber Dinge, die jetzt im Hintergrund stehen, denn im Augenblick freuen wir uns erst einmal auf die große Deutschland-Tournee, auf unsere Fans und auf viele schöne Konzerte
