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Interview 25.12.2008 - Budapest - József Laux |
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Ab 1986 durfte ich wieder in mein Heimatland
einreisen und so spielte ich dann natürlich auch ein paar
Jubiläumskonzerte mit Omega und LGT. Inzwischen bin ich in beiden Ländern
zu Hause und nach wie vor im Besitz der amerikanischen Staatsbürgerschaft.
Frage: Mit Omega hattest du ja auch internationale Reputation, an mangelndem Erfolg kann´s also nicht gelegen haben, dass du gemeinsam mit Gábor Presser 1971 Locomotiv GT gegründet hast... József Laux: Nun ja, uns schwebte damals so eine Art ungarischer `´Supergroup´´ a lá Cream vor, die aber auch den internationalen Vergleich nicht zu scheuen braucht - das war unser Ziel. Alle vier hatten wir uns schon einen Namen gemacht und wurden - ein jeder für sich - mit Preisen bedacht und wollten uns nun mehr an Blues und Jazz orientieren, wollten ein grösseres musikalisches Spektrum bieten, welches nicht zuletzt auch der freien Improvisation mehr Spielraum ermöglichen sollte. Frage: Das ist euch ja auch gelungen, eure Platten verkauften sich nicht nur in Ungarn wie geschnitten Brot, trotzdem hast du die Band verlassen... József Laux: Na wie das Leben halt so spielt... Wir, also meine Frau Anna (Adamis) und ich hatten uns eben für Amerika entschieden, es war eine Trennung ohne Zank und Streit und ohne Groll im Herzen, bis heute sind wir einander gut und freundlich gesonnen, und - ohne meine Rolle bei LGT überzubewerten - die Platten, die wir bis dato produziert hatten, sind auch heute noch das Beste, was es je von LGT zu hören gab. Später haben sie dann eine etwas andere Richtung eingeschlagen. Frage: Nun bist du ja schon längere Zeit im Jazz zu Hause - wie kam es dazu und wo würdest du dich und deine Musik heute in diesem Klangkosmos verorten? József Laux:
Schon die alten Römer wussten, dass in der Abwechslung Genuss und reinste
Wonne zu finden sind... Aber schon seit frühesten Kindheitstagen habe ich
ein Vorliebe für den Jazz und begann dann folgerichtig auch meine
musikalische Laufbahn in diesem Gefilde, wenn auch mit einer für das
Publikum populäreren, weil leicht nachvollziehbaren Spielart, dem
Dixieland. Später in Amerika hatte ich dann das ganz große Glück auf
Joe Muranyi nicht nur zu treffen, sondern mit ihm auch fünf, sechs CDs
- eine schöner als die andere - einzuspielen. Joe ist mittlerweile achtzig
Jahre alt, stammt noch aus der
Satchmo-Ära und war lange Zeit mit diesem auf Tour. Frage: Dein musikalische Kindheitsprägung hast du ja bereits kurz erwähnt. Wie aber bist du überhaupt zur Musik gekommen? Haben dich deine Eltern dazu angehalten, ein Instrument zu erlernen, haben Mama & Papa zu Klein-József gesagt ``Mach mal bissel Krach auf dem Schlagzeug´´ oder kam das Interesse aus dir selbst? József Laux: Na, von Förderung seitens meiner Eltern kann man da wohl kaum reden, ganz im Gegenteil, da musste ich mich schon gegen sie durchsetzen. Der Mutter zuliebe habe ich dann aber wenigstens an der Universität mein Diplom als Ingenieur gemacht - welches seit Erhalt in irgendeiner Schublade vor sich hin staubt. Begonnen hat aber alles mit dem guten alten Radio, da habe ich schon als Kind immer die amerikanischen Sender gesucht und viel Musik von den Leuten gehört, mit denen ich dann später selbst spielte. Frage: Nun stehst du ja schon ´n paar Tage auf der Bühne - was waren da deine ganz persönlichen Höhepunkte? József Laux: Das kann ich so explizit gar nicht sagen, dazu waren es einfach zu viele. Das begann schon mit der Benkö Dixieland Band; das Gefühl, überhaupt auf der Bühne zu stehen und zu spielen - dieses erste Mal vergisst man nie, dann natürlich unsere erste Plattenproduktion mit OMEGA in England, noch dazu bei Decca. Oder unsere Teilnahme am Yamaha-Festival in Tokio, wo wir nicht nur mit ´´Gyöngyhajú Lány´´ den zweiten Platz belegten, sondern auch noch den Sonderpreis der Jury mit nach Hause nehmen konnten. Dann natürlich die erste U.S.A.-Tournee mit LGT....ach, da gäbe es so viel zu erzählen. Aber um mal den Kreis hin zur Gegenwart zu schließen: da steht die Zusammenarbeit mit Joe Mureanyi ganz obenan - und wer weiß, vielleicht schaffen wir es sogar noch in diesem Leben, zusammen in Berlin aufzutreten. Wir hoffen darauf, an uns soll es nicht liegen! Frage: Da hoffen wir natürlich mit! Wer aber nun nicht so lange warten möchte auf deine Musik, der kann doch sicher deine CDs auf deiner Homepage ordern? József Laux:
Ja, klar, einfach einloggen unter
http://www.jlx. Frage: Du machst einen sehr entspannten Eindruck - wie ein Mann der in seinem Leben all das erreicht hat, was er immer schon wollte. Gibt es da überhaupt noch Wünsche? József Laux: Mag sein, das ich äusserlich einen entspannten und zufriedenen Eindruck mache, aber ich stehe nach wie vor unter Strom, es gibt immer wieder neue Pläne, immer wieder neue Träume, die ihrer Erfüllung harren, sei es nun die nächste CD, die bevorstehenden Auftritte und Tourneen. Es geht immer weiter und weiter, das ist sozusagen mein Lebenskonzept - nur mit den langen Haaren wird das wohl nix mehr werden... Frage: Deine Auftritte hier im Jazz Garden firmieren unter ´´József Laux és Baratai´´. Ist das eine feste Band oder wechseln deine Freunde und musikalischen Mitstreiter bei jedem Konzert und wer gehört dazu? József Laux: Die Trio-Besetzung, mit der wir unsere Auftritte eröffnen ist schon eine feste Band, sie ist das Fundament für weitere Gäste. Am Piano sitzt und spielt Vincze Pál, an der Bassgitarre haben wir Román Péter - dazu kommt als ständiger Gast am Gesangsmikro und der elektrisch Verstärkten mein Bruder Tibor - diese Besetzung hat sich im Laufe der Jahre herauskristallisiert. Dazu gesellen sich dann diverse Gastmusiker, sei es nun an den an den Congas, an Klarinette oder Saxophon oder was sie gerade so mitbringen... |