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Interview 22.12.2008 - Budapest - Tibor Tátrai & Gabor Szücs |
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| Inti Übersicht | ... danke Thomas ... Übersetzung Eva Ghimessy | Skorpio |
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Frage:
Im deutschsprachigen Raum kennt man dich vor allem als Leadgitarist von
Skorpió
- und natürlich auch als Interpret von " Urgrossvater sagte..." , also
einer vőllig anderen musikalischen Baustelle als euer Latin-Projekt. Wie
kam es zu diesem stilistischem Wechsel?
Gábor Antal Scücs: Ja, mit Skorpió waren wir natűrlich in der DDR sehr erfolgreich und haten dort auch einige Hits und erfolgreiche Tourneen. Danach war ich dann mit Dinamit, spáter mit Bikini unterwegs - erstere eine gemeinsame Gründung mit den Ex-Skorpionen Gyula Papp und Gábor Nemeth (welcher inzwischen bei SBB trommelt), hatte aber eigentlich immer schon eine "heimliche" Vorliebe für die spanisch-lateinamerikanische Gitarrenmusik und bin damit auch schon aufgetreten. Dazu kommt, dass ich Tibusz seit nun mehr als vierzig Jahren kenne und so entstand beim gemeinsamen Angeln die Idee, zu zweit aufzutreten - unser gemeinsames Latin-Projekt zu gründen. Irgendwann Ende der 90er Jahre erhielt Tibusz eine Einladung des ungarischen Fernsehens, wollte dort aber nicht allein auftreten und bat mich dazu - das war dann sozusagen die őffentliche Premiere vom Latin Duó, zumal wir im Vorfeld dieses TV-Auftritts noch gar nicht so genau wussten, welches Repertoire wir bringen werden. Der Erfolg dieser Sendung war unglaublich, wir wurden mit Einladungen und Konzertanfragen regelrecht zugeschüttet. Frage: Bislang erschienen drei gemeinsame CDs von euch, die sich verkauf(t)en wie geschnitten Brot und nach wie vor kőnnt ihr euch über mangelndes (Konzert-)Interesse innerhalb Ungarns nicht beklagen - wie steht es aber um Auftritte im Ausland? Gábor Antal Szücs: Da muss ich dich erst einmal etwas korrigieren: Insgesamt gibt es bereits fünf CDs...na ja, wenn man's genau nimmt, sogar sechs - drei gemeinsame, je ein Soloalbum von Tibusz und mir und dann noch eine zusammen mit dem Mendelssohn Kammerorchester (wovon auch eine Live-DVD erschienen ist) und - da werden es dann gar noch mehr - nicht zu vergessen die Verőffentlichungen anlásslich des Konzertes vom 05. April 2002 zum 50. Geburtstag von Tibusz, wo unser Latin-Project quasi als roter Faden agierte mit Gásten wie Jamie Winchester, János Solti von LGT und Tamás Zsoldas von Besh o droM am Bass - um nur einige wenige zu nennen. Vor zwei, drei Monaten hatten wir auch ein Konzert in Berlin - das war allerdings eine keine őffentliche Veranstaltung, sondern im Rahmen einer Firmenprásentation... Frage: Schade, um nicht zu sagen "Scheisse"...Hat aber der Normalsterbliche vielleicht doch noch einmal die Chance, euch auch im deutsprachigen Raum live on stage zu erleben, gibt es eventuell schon Planungen in dieser Richtung?
Gábor Antal Szücs:
Hier in Ungarn - egal, wo wir spielen - ist die Hütte natürlich immer
voll. In Berlin - oder generell im Ausland - ist das dann schon etwas
schwieriger, da kennt uns kaum jemand und wenn doch, dann verbindet man
unsere Namen allenfalls mit der Rockmusik aus den 70er und 80er Jahren.
Natürlich sind wir immer offen für Einladungen aus dem Ausland, doch
sollte sich es sich dann schon um Anfragen für Festivals handeln. Wir sind
nicht so vermessen zu glauben, dass wir beide auf Anhieb eine
vergleichbare Resonanz finden wie hier bei uns im Lande. Mit Skorpió war
das damals natürlich wesentlich einfacher, Tourneen, TV-Auftritte und
Medienprásenz ohne Ende, wir waren sozusagen rund um die Uhr im Einsatz... "FRAGE": Mit einem Musiker solchen Kalibers liessen sich natürlich locker zwei-drei bis sieben oder zwőlf Stunden Interview füllen, doch euer Auftritt steht kurz bevor und so bleibt uns nur die Hoffnung auf ein andres Mal - vielleicht sogar in Berlin - und ein herzliches Dankeschőn dafür, dass du dir so kurz vor dem Konzert noch die Zeit fandest mit uns zu sprechen. Gábor Antal Szücs: Kőszőnőm szépen.
+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++ Frage: Am rockradio.de-Mikrofon steht jetzt eine weitere Legende der ungarischen Rockmusik, Tibor Tátrai! Jó éstet kivánok... Tibor Tátrai: Jó éstet - man steht am Piano steht und singt - um auf deine Einleitung mal mit einem alten ungarischen Wortwitz zu antworten... Frage: Die Zeit láuft uns davon, darum gleich die Frage, deren Beantwortung mich schon lángere Zeit interessiert: Wie kam es zu deinen gemeinsamen Auftritten mit B.B.King? Tibor Tátrai: Als B.B.King zum ersten Mal in Ungarn auftrat, erhielt er von unserem Management einige meiner CDs, verbunden mit der Bitte, sich diese anzuhőren und - so ihm die Musik gefiele - bei seiner náchsten Ungarn-Tour eventuell ein paar gemeinsame Auftritte zu absolvieren. Einige Zeit spáter kam dann von B.B.King die klare Ansage "na klar spielen wir zusammen!" Frage: Das war dann für dich sicher schon ein ganz besonderes Glanzlicht in deiner an Höhepunkten nicht gerade armen Karriere.... Tibor Tatrai: Sicher - und es war schon eine interessante Erfahrung, sich mit solch einer Bluesgrösse die Bühne zu teilen. Bis dato hatte ich nicht allzuoft die Gelegenheit, gemeinsam mit amerikanischen Bluesern zu spielen - bestenfalls mit 'ner Hand voll. Und bei B.B.King waren es gleich zehn zur gleichen Zeit auf einer (!) Bühne. Ich hatte B.B.King zuvor im Backstage gefragt, was wir spielen und ob wir das, was wir spielen, nicht vielleicht einmal proben sollten. "Weshalb proben?", kam es von B.B. zurück, " du bist ein alter Blueser, ich bin ein alter Blueser - also werden wir den Blues spielen, was willst du da vorher noch proben?" Und genau so geschah es dann auch... Frage: Du bist ja nicht nur ein Virtuose auf der Gitarre, sondern auch in deiner musikalischen Ausrichtung vielseitig-mehrsaitig, z.B. Magyar Atom, Tatrai Band, das Latin-Projekt, seit Neuestem auch Tátrai Trend - gibt es da irgendeine Stilistik, die dir partout nicht auf's Brett kommt? Tibor Tátrai: Ach na ja, eigentlich spiele ich doch immer das gleiche und passe mich lediglich dem Stil an - egal ob nun Blues mit Magyar Atom, Jazz oder Latin... "Frage": Auch bei dir gilt natürlich die Schlussbemerkung wie eben bei Gábor - man könnte dich zehn Stunden vorm Mikro haben und wáre noch lange nicht am Ende der Fragerei...vielleicht also auf ein Neues hier in Budapest oder gar in Berlin.... Tibor Tátrai: Kőszi... |