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Interview mit "Till & Andreas Uhlmann" |
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Interviews |
02.11.2007 - Berlin |
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danke Thomas ( keletizene.de ) |
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Das Konzert ist seit ein paar Minuten vorbei - seid ihr mit euch selbst und der Resonanz des Publikums zufrieden?
Andreas: Es war ein schönes Konzert und wir hatten unseren Spaß.
Till: Im Vergleich zu unserem Auftritt in Spandau - der war schon geil - war es sogar noch einen Tick besser, ´n Zacken schärfer.
Eure letzte CD ´´Vibes´´ ist schon seit einer guten Weile erhältlich, den ´Creole´-Preis habt ihr in Dortmund eingetütet - was gibt es Neues zu vermelden vom Planeten ULMANien?
Andreas: Wir arbeiten bereits an der nächsten Scheibe, sind gerade am Schreiben & Arrangieren neuer Stücke.
Till: Das Erscheinen von ´Vibes´ ist ja nun auch schon wieder fast anderthalb Jahre her und da man - zumindest wir - gerne im Zwei-Jahres-Rhythmus eine CD veröffentlichen möchten, sind wir da jetzt feste dabei. Der Abstand zwischen unserem Debüt und ´Vibes´ war ja ´n paar Tage länger, der Nachfolger soll aber im nächsten Jahr in den Läden stehen; da sind wir also sehr aktiv, geben aber auch weiterhin kräftig Konzerte.
Ihr spielt euch ja buchstäblich ´´den Arsch ab´´ - wie ist die Resonanz seitens der Medien?
Till: Mit unserer Art von Musik ist das Interesse der Medien so leicht ja nicht zu wecken, da hat uns der ´Creole´-Preis doch schon eine relativ große Aufmerksamkeit, vornehmlich in der Tagespresse, beschert.
Andreas: Aber auch die beste Presse nutzt ja nix, wenn die Leute nicht auch zu den Konzerten kommen, denn die sind entscheidend für eine Band.
Klasse Vorlage! Wie würdet ihr einem potentiellen Konzertgänger den Besuch eines ULMAN-Auftritts ans Herz legen, oder, anders gefragt, wie würdet ihr eure Musik selbst beschreiben?
Till: Das ist schwierig, denn das, was
wir machen, gibt es einfach kein zweites Mal! Sicher gibt es viel gute Musik,
geile Töne und Klänge - das ist gar keine Frage; auch so manches, das unseren
Stil tangiert, aber eben nur peripher und schon gar nicht in dieser
vielschichtigen instrumentellen Kombination.
Das in Worte zu fassen ist das Einfachste nicht, es bleibt nur, zu sagen ´´Komm
vorbei und hör´ es dir an´´. Da glaube ich schon, dass es die Leute dann auch
überzeugt, versuchen wir doch, eine unglaubliche Spielfreude, Dynamik und Power
rüberzubringen und das Ganze zu einem Erlebnis zu machen.
Andreas:
Am Einfachsten ist es noch, wenn du jemanden kennst, von dem du dazu noch
glaubst, es könnte ihn interessieren.
Man kann zu unserer Musik tanzen, sie ist jazzig, es groovt und rockt - also
Power pur. Aber eben halt etwas Spezielles, kein Mainstream und doch
´´eingängig´´
Ihr seid ja nun bestimmt nicht gleich als Virtuosen mit den Instrumenten vor der Brust auf die Welt gekommen. Gab es bei euch eine musikalische Initialzündung, sei es durch eine Band, einen bestimmten Titel oder was auch immer?
Andreas: Diese haben wir eindeutig unseren Eltern zu verdanken, durch die wir praktisch in die so genannte ´Folk-Szene´ hineingeboren wurden. Speziell bei mir war es dann eine glückliche Fügung, dass in der Band meines Vaters bzw. unserer Väter (Tanz- & Springband) auch ein Posaunist spielte, der sein Instrument bei uns zu Hause abgestellt hatte und so konnte ich schon als Sechsjähriger darauf probieren - mit dem Ergebnis, dass ich unbedingt auch Posaune lernen wollte.
Till: Da kann ich mich Andreas nur anschließen, unsere Eltern waren sehr aktiv, wir nahmen sogar in der Urlaubszeit noch dieses und jenes Festival mit, wir waren relativ häufig in Saint-Chartier (Frankreich), wo wir selbst auch 1997 aufgetreten sind - ein tolles Erlebnis. Das ist in erster Linie ein Drehleier- und Dudelsack-Festival, wo du diese Musik an allen Ecken und Enden hörst. Das habe ich zum ersten Mal im Alter von elf Jahren bewusst registriert, es hat mich sofort fasziniert und so war mir auch völlig klar, dass für mich nichts anderes in Frage kommt. In Leipzig gab es zu dieser Zeit jemanden, der eine ganz alte Drehleier besaß, die durfte ich mir zum Üben ausborgen und hab´ natürlich auch schwer überlegt, ist doch dieses Instrument nicht gerade billig und einen Lehrer im herkömmlichen Sinne gab es dafür auch nicht, es ist schwer zu erlernen. Der Sohn des Drehleierbauers Christopher Eaton, Nigel Eaton, der u.a. auch bei Page/Plant gespielt hat, hat mir gleich beim Kauf in Frankreich ein paar Dinge gezeigt. Später habe ich noch einen Kurs absolviert, das meiste ist aber schon auf Selbststudium, Inspiration und eigene Kreativität zurückzuführen.
Andreas: Natürlich orientiert man sich
auch an anderen Musikern, es gibt eine ganze Menge hervorragender Posaunisten,
z. B.
Nils Landgren, von dem bin ich schwer begeistert, aber auch Trompeter, wie
Nils Petter Molvaer .
Natürlich gibt es auch Musik, die absolut nichts mit Folk zu tun hat, die wir
gern hören, sei es nun Jazz, Rock, Pop oder wie zurzeit, die ´´Ohrbooten´´...
Till: Wir hören uns auch schon mal ´´Wir sind Helden´´ an...
Könnt ihr von eurer Musik Leben?
Andreas: Von ULMAN allein zur Zeit noch nicht - das ist aber unser Ziel, in dieser Hinsicht lief es in diesem Jahr schon ganz gut, da bin ich recht zufrieden, aber wir haben ja alle noch diverse Nebenprojekte.
Till: Es muss schon sehr gut laufen, um von einem einzigen Projekt leben zu können. Das ist mit ULMAN schwer, aber nicht ausgeschlossen.
Die berühmten ´´Drei Wünsche´´...
Andreas & Till: Schwer zu beantworten - doch bleiben wir beim Thema: Dass wir mit ULMAN so erfolgreich sind, um davon leben zu können, Gesundheit natürlich und nicht zu vergessen: ein glückliches Privatleben.
Worüber könnt ihr euch aus vollem Herzen freuen?
Andreas: Über sehr schöne Musik, die mich emotional berührt, Natur...
Und was verfinstert euch das Gemüt?
Andreas: Einiges...