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Im Blickpunkt - 1985 |
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| JESSICA |
| Bernhard Hönig |
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Tino Eisbrenner (Gesang), Ralf Böhme (Keyboards), Andrè Drechsler (Gitarre), Jan Skirecki (Bassgitarre), Olaf Becker (Schlagzeug) - das sind die Fünf von "Jessica". Seit Ende 1983 spielen sie zusammen, gefördert vom Berliner Haus für Kulturarbeit, eine Amateurband der Sonderklasse. Seit Ende 1984 können wir sagen: die Amateurband. Bei der traditionellen Umfrage von "Junge Welt" und Radio DDR wurde "Jessica" im Feld von 114 Amateurformationen von ihren Fans auf Platz 1 gestimmt. Überraschend kam das nicht. Das beträchtliche musikalische Startkapital spürten schon die 1983 die Leute vom britischen Fernsehen auf, als sie in der Sendung "Tube" die Gruppe "Jessica" als Beispiel für DDR-Nachwuchsrock präsentierten. "Ich such einen Traum" und "Ich beobachte dich" belegten Spitzenplätze in den Wertungssendungen von Rundfunk und Fernsehen, und als der Rundfunk die 84'er Jahresbilanz zog, lag letztgenannter Titel auf Platz 8 - sehr achtbar in der professionellen Konkurrenz. "Jessica spielte beim Nationalen Jugendfestival in Berlin, gab ein Beispielkonzert bei der FDJ-Werkstattwoche der Jugendtanzmusik in Suhl, wurde in Leipzig als Vorprogramm von Roger Chapman aufgeboten, nahm Stellung für "Rock für den Frieden" 1985... Und überzeugt immer wieder. Womit? Die Jungs bewegen sich wohltuend unbefangen in den rockmusikalischen Gefilden. Was sie an Musikhochschule und Musikschule lernten, nahm ihnen nicht die Frische, sondern qualifizierte sie - alle Kompositionen kommen von Andrè Drechsler und Ralf Böhme. Und die Texte von Tino Eisbrenner. Der schreibt, was ihm unter der roten Mütze durch den Kopf geht und den ziemlich gleichaltrigen Zuhörern auch, unbelastet, aber nicht leichtfertig, poetisch auf die spröde Art. "Wir sind im Grunde optimistisch, und diese Haltung soll sich unseren Zuhörern mitteilen. Sie sollen sich in unseren Konzerten entspannen, auftanken. Das heißt nicht: passiv werden, vergessen, was jeder für sich und gemeinsam mit anderen zu bewältigen hat," sagt er. Und schließlich müsste von Ausstrahlung die Rede sein - oder nicht. "Jessica" hat sie! |