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Musikexpress 09/1995 |
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Keine Lieder zur Lage der Nation |
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KARAT haben die Leinen des alten Systems gekappt |
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graue Eminenzen der deutschen Rockmusik haben sie heute möglicherweise mehr
Bedeutung denn je. 2o Jahre besteht die Band, die mit Titeln wie: "Über
sieben Brücken", "Schwanenkönig" und dem `82 Superalbum "Der blaue Planet"
sechs Millionen Platten verkaufte.
Wenn auch unmittelbar nach der Wende kaum noch jemand etwas von den Staatsrockern wissen wollte, feiern sie jetzt mit ihrer aktuellen CD "Die geschenkte Stunde" ein beachtliches Comeback. Zu ihrem Berliner Geburtstagskonzert kamen im Mai `95 immerhin 5000 Leute. Hinter der Faszination wehmütiger Erinnerungen steht die Idee von schönen Melodien und philosophisch angehauchten Texten - heute allerdings nicht gerade so bombastisch wie früher. Von der Urbesetzung sind nur noch Herbert Dreilich (voc) und Bernd Römer (g) geblieben. Songschreiber Ed Swillms hatte sich schon Mitte der 80 `er Jahre verabschiedet. Mit dem neuen Keyboarder Martin Becker hat die Band einen Komponisten gefunden, der zwar KARAT - Traditionen aufgreift, schwülstige Klänge aber lieber im Kasten lässt. Auch bei den Texten wird der geneigte KARAT - Fan auf Diät gesetzt. Man will heute nicht mehr zwischen den Zeilen die Lage der Nation erklärt bekommen, vermutet Herbert Dreilich. Und: Die Leute wollen unterhalten und darin bestärkt werden, das sie weniger in die Vergangenheit schauen und mehr auf die Zukunft, also auf das, was wir gemeinsam gestalten müssen. Wem die "Geschenkte Stunde" schlägt, wird`s erkennen und dem Aufschwung Ost beide Daumen drücken. |
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