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Unter sieben Brücken
musst du flehn
Das Gericht hat entschieden: Die Band „K...", früher bekannt als „Karat",
darf wieder den vollständigen Namen führen.
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Es gibt noch Gerechtigkeit
auf dieser Welt: Die gesamtdeutsch geliebte Ostrockband Karat darf sich
wieder Karat nennen. So lautet das gestern verkündete Urteil der 16.
Zivilkammer des Berliner Landgerichts. Damit endet die mehr als
einjährige Existenz der Band unter dem lautmalerisch unwürdigen Kürzel
„K...". Und eine recht seltsame Erbstreitigkeit.
Grund für diesen geordneten Rückzug aufs
Initial war ein weitgehend abstruser Vorstoß der Witwe des 2004
verstorbenen Karat-Sängers Herbert Dreilich. Der hatte sich die Rechte
am Bandnamen ohne Wissen seiner Mitmusiker 1998 beim Deutschen Patent-
und Markenamt in München gesichert. Im vergangenen Jahr erhob die
Hinterbliebene den Alleinverwertungsanspruch an der Marke Karat.
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Dagegen reichte die Band, nun
mit Herbert Dreilichs Sohn Claudius als Sänger am Start, Klage ein und
benannte sich um in "K...!". Es hätte sicher auch so etwas wie "Karat-Kid"
sein können. Aber die brutastmögliche lexikalische Selbstverstümmelung war
als Protestschrei wohl besser geeingnet. Denn die Band musste weder unter
sieben Brücken flehn noch sieben lange Jahre überstehn, sondern nur über
eine einzige Instanz gehn.
Deren Beschluss: Die Namensrechte gehörten und gehören weder Dreilich noch
seiner Witwe allein, vielmehr auch den Bandmitgliedern. Der Markeneintrag
muss gelöscht werden.
Zwar sei, so der Richter, Karat 1991 steuerrechtlich aufgelöst worden. Doch
hab Gruppe ihre gemeinschaftliche Arbeit fortgesetzt. „Alles deutet darauf
hin, dass ein gemeinschaftliches Auftreten der Band nach außen gewollt war",
heißt es in der Urteilsbegründung. Es gebe „eindeutige Indizien", wonach
„die Musiker mehr als bloße Gehilfen" von Dreilich gewesen seien und die
Entscheidungen gemeinsam getroffen wurden. Dies würde das
„Kennzeichnungsrecht der Gruppe" begründen.
Ein Urteil, das auch Sprach-Ästheten begrüßen dürften. Zwar lässt der Name
Karat unverändert und unangebrachter weise an Kampfsport denken. Oder an
empfindlich teure eheliche Pflichtgeschenke aus dem Geschmeidehandel. Aber
„K"? Noch schlimmer. Wie dieser grauenhaft designte Ford-Kleinwagen. Oder
jene fiese Schlange aus dem Dschungelbuch. Oder K-Freitag. Nein, „K" war
noch weniger als eine Notlösung. Es war einfach S. (mit dpa)
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