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Auf
einer früheren LP von Karat gab es schon das „Narrenschiff“ auf der
neuen Karat – Scheibe nun eine „Narren – Galerie“, der Titel „In
deiner Galerie“.
Und wie
es scheint, ein immer wieder reizvolles Thema, das zu immer neuen
Variationen verführt. Es taucht bei den großen Dichtern der
Weltliteratur ebenso wie bei den Rock – Poeten unserer Tage auf.
Auch
musikalisch verfolgt dieser Titel eine Traditionslinie; nur ist diese
nicht so alt. Und ich akzeptiere sie genauso, denn sie führt zu einem
wichtigen Quell der gesamten Rockmusik und heißt in einem Gruppennamen
„Rolling Stones“. „In
meiner Galerie“ ist für mich der Top – Song auf der neuen Karat – LP,
auf Position zwei gefolgt von mehreren Liedern zu gleichen Anteilen.
Karat neu – und dennoch anknüpfend an Früheres.
Keine
Überfrachtung der Sounds mehr, viel Raum für Melodik und Harmonik in
abwechslungsreichen Arrangements, die allen Instrumentalisten ein
variationsreiches Spiel ermöglichen.
Die
letzte Karat Studio – LP („Die sieben Wunder der Welt“) wurde vor
gut zwei Jahren veröffentlicht und musste sich einige Kritik gefallen
lassen. Zwei Jahre, die also nicht nur zu personellen Veränderungen
geführt haben?
Die
Platte gibt eine positive Antwort, mit ihren einfachen, schlichten
Balladen / Liedern ebenso wie mit sehr rockigen Stücken. Bewegung gibt
es immer dann, wenn völlig unterwartete Stil – Zitate von Blues bis
Zydeco die Lebendigkeit heutiger Karat – Musik betonen.
Im
Zentrum des Instrumentariums stehen die Keyboards, mit dem
Hauptkomponisten Ed Swillms und Thomas Kurzhals doppelt besetzt.
Dennoch wurden sie sparsamer eingesetzt als in mach früherem Song, was
zum Vorzug gereicht.
Auch
der Einsatz von Gitarre (Bernd Römer), Bass (Christian Liebig) und
Schlagzeug (Michael Schwandt) lassen uns wissen, das da kreative
Musiker ans Werk gegangen sind, die nicht alles den Computern – und
auch nicht nur denen, die sie bedienen können – überlassen.
Davon
hat die Rockmusik ja gegenwärtig genug zu bieten.
Das
sich Karat dennoch um Perfektion im Sound und damit im gesamten
Produktionsstandard bemüht hat, ist sie ihrer auch international
enormen Popularität schuldig.
In
einigen Stücken gibt es für Herbert Dreilich als Leadsänger
Unterstützung von Gastsolisten wie Mike Kilian im Titelsong „Fünfte
Jahreszeit“, der die extremen Höhen stimmlich scheinbar mühelos
erklimmt. Toni Krahl ist in der „Narren – Galerie“ mit von der Partie,
und Tamara Danz leistet – im Part der zweiten Stimme – Gesellschaft in
dem engagierten Lied „Glocke 2000“, mit dem sich Karat erneut zum
wichtigsten Thema unserer Zeit, der Friedenssehnsucht der Menschheit,
bekennt.
Die
meisten Texte sind wieder vom Stamm – Autor Norbert Kaiser. Mit „Der
Liebe Fluch“ erinnert Herbert Dreilich als Autor und Interpret sogar
an Vor – Karat – Zeiten.
Alles
in allem eine gelungene LP mit vielen Hit – Chancen und der Garantie,
das mit Karat nach dieser etwas längeren Pause erneut und sehr
nachdrücklich zu rechen ist.
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