01.01.2009   40 Jahre Puhdys - Berlin

Konzerte Bericht Regina / Fotos Olivia ... vielen Dank Puhdys
 

"Wir wollen uns nicht fügen,
wir woll'n auch nicht erwachsen sein,
wir woll'n die Zeit betrügen
und immer wieder mit Euch zusammen sein.
...
Wir wollen uns verneigen vor all den Fans in tiefer Dankbarkeit!"


...so sangen die Puhdys u.a. in ihrem grandiosen Konzert anlässlich ihres 40-jährigen Bestehens. Ich war sprachlos und gerührt zugleich ob dieses Textes, der ungekünstelt und glaubhaft von Maschine gesungen wurde. Hier erübrigt sich jeder Kommentar, denn die Fans in der ausverkauften O2 World wollten auch nicht erwachsen sein und waren total aus dem Häuschen.

Doch der Reihe nach: Das Programm wurde um 20:00 Uhr eröffnet durch den "Steuerprüfer" (dessen Name mir leider nicht einfällt), der mit flotten Sprüchen und tollen Witzen allgemeine Heiterkeit auslöste und ungeteilten Zuspruch erhielt. Anschließend sahen wir Video-Botschaften von Persönlichkeiten aus Kultur und Politik und dann sangen wir alle gemeinsam "Happy Birthday" und die Puhdys, die bis dahin das Geschehen von Sitzplätzen im oberen Rang aus verfolgt hatten, betraten unter dem lauten Jubel ihrer Fans die Bühne. Es folgte ein Feuerwerk von alten und neuen Hits und die Stimmung steigerte sich mit jedem Titel.

Die ersten Geburtstagsgäste des Abends waren die Jungs von City, die ihren Überhit "Am Fenster" zum besten gaben und damit die Halle endgültig zum Kochen brachten. Die Puhdys hatten anschließend nicht die geringste Mühe, diese unglaubliche Stimmung aufrechtzuerhalten und jeder der bekannten Titel wurde von einem textsicheren Publikum mitgesungen.

Weitere Gratulanten und somit musikalische Gäste waren Konrad Oleak, Andi Birr und Nick Scharfschwerdt sowie die kleine Tochter von Quaster, Rainer Oleak, das mit frenetischem Applaus begrüßte Filmorchester Babelsberg unter der Leitung von Bernd Wefelmeyer, Jan Josef Liefers, Michael Hirte, de Randfichten und KARAT.

Als die Puhdys gemeinsam mit Jan Josef und dem Filmorchester Babelsberg "Lebenszeit" sangen und spielten, hielt es niemanden mehr auf seinem Sitz. Das wundervolle Orchester war die große Überraschung des Abends, mit der wohl niemand wirklich gerechnet hatte. Das Orchester begleitete die Puhdys noch bei "Wenn Träume sterben" und "Alt wie ein Baum" und am Schluss des Konzertes bei "Das Buch".

Die Puhdys haben es wiedermal geschafft, ein großartiges und beeindruckendes Konzert zu bieten. Sie wirken auf mich so ungekünstelt und authentisch wie kaum eine andere Band. Maschine führte souverän und gewohnt sympathisch durch das Programm. Es war ein aufregender und aufwühlender Konzert-Abend. Die Puhdys können aus einem riesigen Fundus von Titeln schöpfen, die mich seit meinem ersten Puhdys-Konzert (1973 in Berlin "Hallo BABYLON")  durch mein Leben begleiten. Einige ihrer Lieder sind zu Hymnen geworden. Bleibt nur zu wünschen, dass sie sich mit der Rocker-Rente noch lange lange Zeit lassen, damit wir sie und unsere Hymnen auch weiterhin live erleben können. Die Konserven haben wir sowieso zu Hause in den Regalen. Und die nächste gesellt sich demnächst hinzu.

Eine Frage an die Musiker stellt sich mir dennoch: Warum habt ihr der tobenden Menge nicht öfter mal ein Lächeln geschenkt, sondern größtenteils so unglaublich ernste Gesichter gemacht?